Trump zu Strafe von 355 Millionen US-Dollar verurteilt
16.02.2024 - 22:35:08 | dpa.deDer ehemalige US-PrĂ€sident Donald Trump ist in einem Betrugsprozess zu einer Strafzahlung von rund 355 Millionen US-Dollar (etwa 330 Millionen Euro) verurteilt worden. Zudem dĂŒrfe der Immobilienunternehmer Trump drei Jahre lang keine Firma im Bundesstaat New York fĂŒhren, hieĂ es in einer 92 Seiten langen Anordnung, die Richter Arthur Engoron am Freitag veröffentlichte. Trumps Söhne Eric und Donald Jr. mĂŒssen demnach je rund vier Millionen Dollar Strafe zahlen und dĂŒrfen zwei Jahre lang kein Unternehmen im Bundesstaat New York leiten.Â
«Das komplette Fehlen von Reue und Einsicht bei ihnen ist fast schon krankhaft», schrieb Richter Engoron unter Bezugnahme auf Trump und seine Söhne in der Anordnung. Das Urteil sei eine «vernichtende Niederlage» fĂŒr Trump und die Strafzahlung könne seinen «kompletten Bargeldvorrat auslöschen», kommentierte die «New York Times». Trumps AnwĂ€lte kĂŒndigten an, in Revision gehen zu wollen. Politische Ăberzeugungen und der Austragungsort des Verfahrens, nicht die Fakten, hĂ€tten den Ausgang des Prozesses bestimmt, kritisierte Donald Trump Jr. nach der Entscheidung auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Die Metropole New York gilt als liberal und wĂ€hlt meist ĂŒberwiegend demokratisch.
In dem Zivilprozess ging es um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-JĂ€hrigen. Die Staatsanwaltschaft warf Trump, dessen Söhnen und Mitarbeitern vor, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestĂ€tigt. In dem Verfahren ging es deswegen vor allem um die Festlegung möglicher Strafen sowie weitere Anklagepunkte. WĂ€hrend des Prozesses wurden sowohl Trump selbst als auch mehrere seiner Kinder befragt.
«Komplette und totale Heuchelei»
Trump selbst teilte nach Anordnung der Strafzahlung erneut scharf gegen Staatsanwaltschaft und Richter aus und bezeichnete die Anordnung als «komplette und totale Heuchelei». Der ganze Prozess sei Teil einer von seinem Nachfolger Joe Biden angeordneten «Hexenjagd» gegen ihn, teilte er mit. Er werde in Revision gehen und gewinnen.Â
New Yorks GeneralstaatsanwĂ€ltin Letitia James feierte die Entscheidung als «riesigen Sieg». «Heute ist Gerechtigkeit vorgelegt worden», sagte James laut Mitteilung. «Das ist ein riesiger Sieg fĂŒr diesen Bundesstaat, fĂŒr dieses Land und fĂŒr jeden, der glaubt, dass wir alle dieselben Regeln einhalten mĂŒssen - auch Ex-PrĂ€sidenten.»Â
Ex-PrÀsident noch in weitere Verfahren verwickelt
Eine GefĂ€ngnisstrafe oder direkte Auswirkungen auf Trumps Bewerbung um das PrĂ€sidentenamt hatten in dem Zivilprozess nicht gedroht. Der Ex-PrĂ€sident ist derzeit allerdings noch in eine Reihe weiterer Verfahren verwickelt. Erst am Donnerstag war der Beginn eines Prozesses in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar am 25. MĂ€rz von einem Richter bestĂ€tigt worden. Es wĂ€re der erste strafrechtliche Prozess gegen einen frĂŒheren PrĂ€sidenten in der Geschichte der USA. Drei weitere Strafprozesse sind in Vorbereitung, unter anderem wegen des Vorwurfs versuchter Wahlmanipulation, zudem laufen noch Zivilprozesse.
Erst Ende Januar hatte eine Geschworenenjury in einem zweiten Verleumdungsprozess der 80-jĂ€hrigen Autorin E. Jean Carroll eine EntschĂ€digungszahlung von 83,3 Millionen Dollar zugesprochen. Trumps AnwĂ€lte hatten angekĂŒndigt, in Revision gehen zu wollen.Â
Der 77-jĂ€hrige Trump gilt bei der im November anstehenden PrĂ€sidentschaftswahl als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Seine Prozesse nutzte er bislang hĂ€ufig wie Wahlkampfveranstaltungen, was ihm bereits Auseinandersetzungen mit mehreren Richtern einbrachte.Â
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