Scholz, Attal

Scholz und Attal stÀrken deutsch-französische Zusammenarbeit

05.02.2024 - 21:16:12 | dpa.de

Gerade mit Blick auf die aktuellen Krisen in der Welt wollen Kanzler Scholz und Frankreichs neuer Premier auf Zusammenarbeit setzen. Doch nicht bei allen Themen sind sie sich einig.

Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Premierminister Gabriel Attal geben im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs neuer Premierminister Gabriel Attal haben die Bedeutung der Zusammenarbeit der beiden LĂ€nder vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen betont. Die FĂ€higkeit, sich als Deutsche und Franzosen abzustimmen, sei angesichts des Durcheinanders in der Welt wichtiger denn je, sagte Attal bei seinem Antrittsbesuch in Berlin mit Verweis auf die Kriege in der Ukraine und in Nahost. Angesichts der Differenzen betonte Attal nach einem GesprĂ€ch mit Scholz: «Meine Überzeugung ist, dass das, was uns eint, viel stĂ€rker ist als das, was uns trennt.»

Scholz rief erneut dazu auf, in der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der Ukraine nicht nachzulassen. «Ich werbe sehr dafĂŒr, dass die USA und Europa und auch alle Mitgliedstaaten in Europa einen so großen Beitrag leisten, dass die Rechnung des russischen PrĂ€sidenten nicht aufgeht, die Sache auszusitzen.» Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hoffe darauf, dass die westlichen VerbĂŒndeten die Ukraine irgendwann nicht mehr unterstĂŒtzen wollten. «Und das ist die Botschaft, die sowohl aus den USA als auch aus Europa ganz klar an ihn gerichtet sein muss: Diese Rechnung geht nicht auf. Wir werden die Ukraine unterstĂŒtzen.» 

Waffenlieferungen an die Ukraine

In der vergangenen Woche hatte Scholz beim Gipfel in BrĂŒssel die EU-Partner dazu gedrĂ€ngt, mehr MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine zu leisten. Der Appell richtete sich vor allem an wirtschaftsstarke LĂ€nder wie Italien, Spanien und Frankreich. Attal sagte dazu, Frankreich werde die Ukraine weiterhin finanziell und mit technischem und militĂ€rischem GerĂ€t unterstĂŒtzen. Er betonte aber, dass es auch auf die QualitĂ€t der gelieferten Waffen ankomme. Sie mĂŒsse «dem höchsten nötigen Standard entsprechen, um den Ukrainern zu ermöglichen, sich zu verteidigen». 

Attal erwÀhnte in diesem Zusammenhang, dass Frankreich bereits Marschflugkörper vom Typ Scalp geliefert hat. Scholz will die noch leistungsfÀhigeren deutschen Taurus-Raketen dagegen nicht an die Ukraine abgeben. Vom Umfang her ist Deutschland allerdings der mit Abstand wichtigste Waffenlieferant der Ukraine in der EU und nach den USA der zweitwichtigste insgesamt.

Zuversicht bei gemeinsamen RĂŒstungsprojekt

Optimistisch zeigten sich die beiden Politiker bei den gemeinsamen RĂŒstungsvorhaben. Mit Blick auf das kĂŒnftige Luftkampfsystem FCAS und das Kampfpanzerprojekt MGCS sagte Scholz: «Ich will ausdrĂŒcklich sagen, dass ich beide Projekte auf gutem Weg sehe und auch finde, dass die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden LĂ€ndern dort sehr intensiv ist.» Auch Attal sagte, er glaube an die FĂ€higkeit, bei beiden Projekten voranzukommen. «Ich glaube, dass es einen uneingeschrĂ€nkten Willen unserer beiden LĂ€nder gibt und vor allem ein absolutes Interesse, das durch die RĂŒckkehr des Krieges auf den europĂ€ischen Kontinent verstĂ€rkt wird.» 

Scholz sagte auch, er habe erst vor kurzem gesehen, welche Fortschritte bei FCAS gemacht wĂŒrden. «Deshalb ist mein Eindruck eher ein zuversichtlicher, dass dieses große Projekt, das wir brauchen werden fĂŒr unsere gemeinsame Zukunft, auch erfolgreich sein wird.»

Das Bodenkampfsystem Main Ground Combat System (MGCS) ist als Nachfolger der Leopard- und Leclerc-Panzer beider LÀnder gedacht und soll im Laufe des kommenden Jahrzehnts einsatzfÀhig sein. Das Luftkampfsystem FCAS soll von 2040 an einsatzfÀhig sein und den Eurofighter ablösen. Es soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Auch Spanien ist seit 2019 an dem Projekt beteiligt.

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