Trump tritt Berichten ĂŒber WaffenengpĂ€sse entgegen und droht
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 10:11 Uhr | dpa.de
US-PrĂ€sident Donald Trump tritt Berichten ĂŒber angeblich schwindende WaffenvorrĂ€te im US-MilitĂ€r als Folge des Iran-Kriegs entgegen - und droht Menschen, die dies verbreiten, mit langen Haftstrafen. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb er am spĂ€ten Mittwochabend: «Die USA verfĂŒgen ĂŒber gewaltige Mengen an "Munition", insbesondere bestimmter Arten».Â
Zudem wĂŒrden groĂe Mengen hergestellt und bei Bedarf in die USA geliefert. Auch ziehe die Verteidigungsindustrie in den USA derzeit die gröĂte Anzahl an ProduktionsstĂ€tten und Fabriken in der Geschichte des Landes hoch. «Diejenigen, die diese verrĂ€terischen Informationen durchgestochen haben, werden gejagt», heiĂt es in seinem Post weiter. «Es werden langjĂ€hrige Haftstrafen gefordert werden!»
Ăber schwindende WaffenvorrĂ€te - allen voran bei weitreichenden Raketen vom Typ Tomahawk und Patriot-Abfangraketen, die auch die Ukraine derzeit dringend benötigt - hatten unter anderem der US-Sender CNN und die Zeitung «Washington Post» berichtet und sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berufen. Mögliche EngpĂ€sse könnten den Handlungsspielraum der USA im Krieg mit dem Iran einengen, bei dem Trump der Zeitung zufolge von einem schnellen und relativ leichten Sieg ausgegangen war.Â
«Washington Post»: Konfrontation zwischen Trump und Hegseth
Der «Washington Post» zufolge forderte Trump bei einem Gipfeltreffen in Camp David am vergangenen Wochenende von Verteidigungsminister Pete Hegseth ErklĂ€rungen zu den «extremen MunitionsengpĂ€ssen». Trump habe dabei Antworten verlangt, warum er offenbar darĂŒber getĂ€uscht worden sei, so die Zeitung. Hegseth habe daraufhin seinen Stellvertreter Stephen Feinberg fĂŒr die EngpĂ€sse verantwortlich gemacht - und auch dafĂŒr, dass Trump nicht umfassend ĂŒber die Lage informiert worden sei.Â
Pentagonsprecher Sean Parnell wies beide Darstellungen der Zeitung zufolge aber als «erfunden» zurĂŒck. Die Sprecherin des WeiĂen Hauses, Karoline Leavitt, sagte auf Nachfrage der «Washington Post» zu der kolportierten Konfrontation zwischen Trump und Hegseth: «Das ist zu 100 Prozent Fake News.» PrĂ€sident Trump habe das «ÀuĂerste Vertrauen» in Minister Hegseth.Â
In dem CNN-Bericht, den Hegseth zurĂŒckwies, hieĂ es kĂŒrzlich, dass das US-MilitĂ€r seit Kriegsbeginn fast vier FĂŒnftel seines THAAD-Raketenbestands im Vergleich zum Vorkriegsbestand aufgebraucht und etwa die HĂ€lfte seiner Patriot-Abfangraketen eingesetzt habe. Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) steht fĂŒr ein System, das Kurz- und Mittelstreckenraketen abwehren kann. Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schĂ€tzte Stand Ende Juli, dass der USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur VerfĂŒgung stĂŒnden. Vor dem Krieg seien es geschĂ€tzt gut 2.300 gewesen.
