Grönland stimmt mit 16 Stimmen fĂŒr Sicherheitsabkommen mit USA
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 23:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAbstimmung und nĂ€chste HĂŒrde
- Das grönlĂ€ndische Parlament stimmte am Dienstag ohne Gegenstimme fĂŒr das Sicherheits- und Verteidigungsabkommen.
- 16 Abgeordnete votierten fĂŒr die Vereinbarung, sieben enthielten sich.
- Das dĂ€nische Parlament soll am 19. November ĂŒber die Zustimmung entscheiden.
Grönland stimmt Sicherheitsabkommen mit den USA zu
Das grönlĂ€ndische Parlament hat grĂŒnes Licht fĂŒr ein neues Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit den USA gegeben. Bei der Abstimmung am Dienstag stimmten 16 Abgeordnete dafĂŒr, sieben enthielten sich, Gegenstimmen gab es nicht.
DĂ€nisches Parlament entscheidet als NĂ€chstes
Die Vereinbarung hatten US-PrĂ€sident Donald Trump, die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen und der grönlĂ€ndische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen im September am Rande der UN-Generalversammlung in New York unterzeichnet. Nun steht noch die Zustimmung des dĂ€nischen Parlaments aus; in Kopenhagen ist das Votum fĂŒr den 19. November angesetzt.
Nach der diplomatischen Unterrichtung der USA ĂŒber die Ergebnisse beider Abstimmungen kann das Abkommen endgĂŒltig in Kraft treten.
Abkommen erweitert US-MilitÀrspielraum
Die Vereinbarung modernisiert und ergÀnzt das seit 1951 bestehende Verteidigungsabkommen zwischen DÀnemark und den USA. Sie erlaubt den Vereinigten Staaten, die Pituffik Space Base im Nordwesten Grönlands zu modernisieren und ihre AktivitÀten dort auszuweiten.
Zudem sollen die USA zunĂ€chst zwei weitere Verteidigungsstandorte aufbauen dĂŒrfen. DĂ€nemark und Grönland rĂ€umen den US-StreitkrĂ€ften auĂerdem groĂe Bewegungsfreiheit auf und um die Arktisinsel ein.
Schutz vor Einfluss nicht verbĂŒndeter Staaten
Ohne die Genehmigung aller drei Parteien soll kein Nicht-Nato-Staat MilitĂ€ranlagen in Grönland errichten dĂŒrfen. Auch Investitionen aus Staaten, die weder Nato-Mitglieder oder -Partner noch EU-Mitglieder sind, werden begrenzt.
Das entspricht dem Ziel der US-Regierung, den Einfluss Chinas und Russlands in der Arktis einzuschrĂ€nken. Die Vereinbarung lĂ€sst die grönlĂ€ndische und dĂ€nische SouverĂ€nitĂ€t unberĂŒhrt.
Das Abkommen ordnet die militÀrische Zusammenarbeit zwischen den USA, DÀnemark und Grönland neu, ohne die staatliche Zugehörigkeit der Arktisinsel zu verÀndern. Es baut auf dem Verteidigungsabkommen von 1951 auf und erweitert den Spielraum der US-StreitkrÀfte insbesondere bei Infrastruktur, Bewegungsfreiheit und möglichen zusÀtzlichen Standorten.
FĂŒr Washington steht Grönland wegen seiner Lage zwischen Nordamerika und Europa sowie seiner Bedeutung fĂŒr Raketenwarnung, Ăberwachung und die Kontrolle arktischer Seewege im strategischen Fokus. Die Modernisierung der Pituffik Space Base und der mögliche Aufbau zweier weiterer Verteidigungsstandorte stĂ€rken die militĂ€rische PrĂ€senz der USA in einer Region, in der Russland und China ihren Einfluss ausweiten wollen.
Politische Bedeutung des Votums
Die Zustimmung in Nuuk beendet den Streit nicht vollstĂ€ndig, verschiebt ihn aber auf die ausstehende Entscheidung in Kopenhagen. Erst nach dem Votum des dĂ€nischen Parlaments und der diplomatischen Unterrichtung der USA kann die Vereinbarung in Kraft treten. FĂŒr Grönland verbindet der Deal gröĂere sicherheitspolitische Kooperation mit dem erklĂ€rten Erhalt der SouverĂ€nitĂ€t.
FĂŒr die Bevölkerung und Unternehmen auf der Insel können zusĂ€tzliche US-AktivitĂ€ten Investitionen und ArbeitsplĂ€tze bringen, zugleich aber auch neue Debatten ĂŒber militĂ€rische Nutzung, Infrastruktur und politische Einflussnahme auslösen. Die Begrenzung von Anlagen und Investitionen nicht verbĂŒndeter Staaten macht das Abkommen zudem zu einem Instrument gegen chinesischen und russischen Einfluss in der Arktis.
Der Beitrag bestĂ€tigt die Zustimmung des grönlĂ€ndischen Parlaments und stellt die noch ausstehende Abstimmung im dĂ€nischen Parlament heraus. ZusĂ€tzlich erlĂ€utert er die geplante Modernisierung der Pituffik Space Base, mögliche weitere Verteidigungsstandorte und die Begrenzung des Einflusses nicht verbĂŒndeter Staaten.
