Grönland, DÀnemark

Grönland-Streit: USA, DĂ€nemark und Grönland verkĂŒnden Durchbruch

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 06:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

USA, DÀnemark und Grönland haben nach Angaben der Regierungen einen Durchbruch im Streit um die Insel erzielt. Das Abkommen soll kommende Woche unterzeichnet werden und könnte die sicherheitspolitische Lage in der Arktis neu ordnen.

Der Streit um Grönland sorgte fĂŒr große Spannungen in der Nato. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Der Streit um Grönland sorgte fĂŒr große Spannungen in der Nato. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

USA, DĂ€nemark und Grönland haben nach langem Streit um die strategisch bedeutsame Arktisinsel einen Durchbruch verkĂŒndet.

Abkommen soll in der kommenden Woche folgen

Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk teilten mit, in der kommenden Woche solle voraussichtlich ein Abkommen mit den USA unterzeichnet werden. US-PrÀsident Donald Trump erklÀrte zuvor, die Vereinbarung sei bereits besiegelt, und stellte sie als weitreichenden Zugriff der USA auf Sicherheitsfragen und andere Belange Grönlands dar.

Unterschiedliche Darstellungen der Beteiligten

Die dĂ€nische und die grönlĂ€ndische Seite bestĂ€tigten Trumps Beschreibung in dieser Form nicht. Nach ihrer Darstellung soll das Abkommen im Rahmen der UN-Generalversammlung besiegelt werden und anschließend noch der Zustimmung des Parlaments bedĂŒrfen.

DÀnemark und Grönland betonten zugleich, das Vorhaben stÀrke die gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik und anerkenne die SouverÀnitÀt des dÀnischen Königreichs sowie das Selbstbestimmungsrecht der GrönlÀnder.

LangjÀhriger Streit mit Nato-Relevanz

Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt mit einer Annexion Grönlands gedroht und spÀter mit Strafzöllen Druck aufgebaut. In dem Konflikt stellten sich DÀnemark, Grönland und auch Deutschland hinter die Insel, die strategisch wichtig und rohstoffreich ist.

FĂŒr die Nato ist der Streit besonders heikel, weil Grönland als Tor zum Nordatlantik gilt und die USA zugleich der militĂ€risch wichtigste BĂŒndnispartner sind. Das Abkommen könnte den Konflikt entschĂ€rfen, ohne die grundlegende sicherheitspolitische Bedeutung der Insel zu verĂ€ndern.

US-PrÀsenz auf der Insel

Schon das Abkommen von 1951 verschafft den USA großen militĂ€rischen Spielraum auf Grönland. GegenwĂ€rtig unterhĂ€lt das US-MilitĂ€r dort die Pituffik Space Base, die fĂŒr Raketenabwehr und RadarĂŒberwachung wichtig ist.

Historischer Streit mit sicherheitspolitischer Sprengkraft

Grönland ist seit Jahren ein Brennpunkt zwischen Geopolitik, Arktisstrategie und BĂŒndnispolitik. Die Insel ist fĂŒr die USA militĂ€risch relevant, weil sie auf den transatlantischen Verbindungen liegt und in der Raketenabwehr eine Rolle spielt; zugleich gehört sie zum Königreich DĂ€nemark und verfĂŒgt ĂŒber weitgehende Autonomie.

Der nun verkĂŒndete Durchbruch fĂ€llt deshalb in einen Konflikt, der weit ĂŒber die Insel hinausweist. FĂŒr DĂ€nemark steht die territoriale IntegritĂ€t des Landes im Zentrum, fĂŒr Grönland die politische Selbstbestimmung, fĂŒr die USA die Kontrolle ĂŒber eine fĂŒr die Arktis und die Nordatlantikroute strategisch wichtige Region. Dass alle drei Seiten eine Einigung öffentlich begrĂŒĂŸen, mindert den politischen Druck zwar zunĂ€chst, Ă€ndert aber nichts daran, dass die Details des Abkommens fĂŒr die tatsĂ€chliche Machtverteilung entscheidend sind.

FĂŒr die Nato ist der Vorgang besonders sensibel. Ein offener Konflikt zwischen zwei BĂŒndnispartnern ĂŒber SouverĂ€nitĂ€t und militĂ€rische Nutzung einer Arktisinsel berĂŒhrt die GlaubwĂŒrdigkeit des BĂŒndnisses unmittelbar. Zugleich zeigt der Streit, wie stark die Arktis inzwischen in den Mittelpunkt globaler Sicherheits- und Rohstoffinteressen gerĂŒckt ist. FĂŒr Leser in Europa bleibt damit vor allem die Frage wichtig, ob das Abkommen die Spannungen tatsĂ€chlich entschĂ€rft oder nur in einen formaleren Rahmen ĂŒberfĂŒhrt.

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