Harvey Weinstein, New York

Harvey Weinstein in New York zu 15 Jahren Haft verurteilt

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Ein Gericht in New York verhängte gegen den 74-jährigen Filmproduzenten 15 Jahre Haft wegen sexueller Übergriffe. Weinstein weist die Vorwürfe zurück und will gegen das Urteil vorgehen.

Filmproduzent Harvey Weinstein zu 15 Jahren Haft verurteilt
New York City (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Filmproduzent Harvey Weinstein ist von einem Gericht in New York zu 15 Jahren Haft wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden. Das Gericht blieb damit unter der möglichen Höchststrafe von 25 Jahren.

Weinstein kündigt Berufung an

Der 74-Jährige bestreitet, jemanden vergewaltigt oder sexuell angegriffen zu haben. Bereits vor der Urteilsverkündung hatte er angekündigt, Berufung einzulegen.

Damit dürfte sich das seit Jahren andauernde juristische Tauziehen fortsetzen. Weinstein befindet sich seit 2020 ununterbrochen in Haft.

Früherer Hollywood-Produzent

Weinstein produzierte seit den 1990er-Jahren zahlreiche bekannte Hollywood-Filme, darunter „Pulp Fiction“ und „Shakespeare in Love“. 2017 erhoben erstmals öffentlich mehrere Frauen Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn.

In verschiedenen Verfahren wurde Weinstein zu jahrzehntelangen Haftstrafen verurteilt. Teile dieser Urteile wurden später wieder aufgehoben.

Das Urteil fügt sich in eine seit Jahren andauernde juristische Auseinandersetzung ein, die mit den öffentlichen Vorwürfen gegen Weinstein im Jahr 2017 begann. Die Vorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten lösten international die MeToo-Debatte aus und lenkten den Blick auf Machtmissbrauch, Abhängigkeitsverhältnisse und den Umgang der Filmbranche mit sexuellen Übergriffen.

Juristische Vorgeschichte

Weinstein war 2020 in New York bereits zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil wurde später aufgehoben, woraufhin das Verfahren teilweise neu aufgerollt wurde. In einem separaten Verfahren in Kalifornien kam eine weitere langjährige Haftstrafe hinzu. Damit hängt die tatsächliche Dauer seiner Inhaftierung nicht allein von dem nun verkündeten New Yorker Strafmaß ab.

Bedeutung des neuen Urteils

Die verhängten 15 Jahre liegen deutlich unter der möglichen Höchststrafe von 25 Jahren, bedeuten für den 74-Jährigen aber weiterhin eine langjährige Freiheitsentziehung. Weinstein bestreitet die Vorwürfe und will Berufung einlegen. Dadurch bleibt offen, ob das Verfahren mit dem Urteil endet oder erneut höhere Gerichte beschäftigt.

Folgen für die Debatte

Der Fall steht zugleich für die besondere Bedeutung von Strafverfahren gegen mächtige Personen des Kultur- und Wirtschaftslebens. Für Betroffene geht es neben der individuellen Bestrafung auch um die Anerkennung ihrer Aussagen und um die Frage, wie Gerichte mit lange zurückliegenden Taten, Zeugenaussagen und Verfahrensfehlern umgehen. Die erneute juristische Prüfung zeigt, dass öffentliche Wirkung und rechtskräftiger Abschluss eines Verfahrens zeitlich weit auseinanderliegen können.

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