Huthi melden direkten Treffer auf Verteidigungsministerium in Riad
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 15:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen fĂŒr Riad und den Jemen
- Huthi-Sprecher Jahja Sari meldete Angriffe auf Riad, Dammam, Abha und Janbu.
- Das saudische Ministerium in Riad wird von Verteidigungsminister Chalid bin Salman gefĂŒhrt.
- Bei dem Angriff in Dammam wurden nach saudischen Angaben zwei Menschen getötet und acht verletzt.
Huthi melden Angriffe auf mehrere Ziele in Saudi-Arabien
Die vom Iran unterstĂŒtzte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen. Huthi-MilitĂ€rsprecher Jahja Sari erklĂ€rte, das Ministerium sei direkt getroffen worden.
Angriffe auf FlughĂ€fen und Ălanlagen
Nach Angaben der Rebellen richteten sich weitere Raketen- und Drohnenangriffe gegen die FlughĂ€fen im östlichen Dammam und in Abha im SĂŒden des Landes. Zudem seien Einrichtungen des Ălkonzerns Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer attackiert worden.
Eine BestĂ€tigung des Angriffs auf das Verteidigungsministerium gab es zunĂ€chst nicht. Das GebĂ€ude liegt im Zentrum von Riad und wird von Verteidigungsminister Chalid bin Salman gefĂŒhrt, einem Bruder des Kronprinzen und faktischen Herrschers Mohammed bin Salman.
MilitÀr meldet abgefangene Drohnen
Das saudische MilitĂ€rbĂŒndnis im Jemen erklĂ€rte, erneut seien unter anderem ĂŒber Riad Drohnen abgefangen worden. Bei dem Angriff in Dammam wurden nach saudischen Angaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt.
Raketenabwehr verhindert nicht jeden Treffer
Die Huthi setzen Saudi-Arabien seit Wochen nahezu tĂ€glich mit Beschuss von FlughĂ€fen, Ăleinrichtungen und weiteren Zielen unter Druck. Trotz des milliardenschweren saudischen Raketenabwehrsystems treffen die Angriffe teils auch sensible Ziele tief im Landesinneren.
Der Flugverkehr ist massiv beeintrĂ€chtigt. Mehrere groĂe Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben; BeschĂ€ftigte etwa des staatlichen Ălkonzerns wurden bis auf Weiteres ins Homeoffice geschickt.
KĂ€mpfe im Jemen gehen weiter
Auch im Jemen dauern die Gefechte an. Die international anerkannte Regierung warnte, ihre Truppen könnten kĂŒnftig auch AufmĂ€rsche der Huthi angreifen und diese als legitime MilitĂ€rziele behandeln.
Die Miliz drohte ihrerseits mit schweren Folgen, sollte Saudi-Arabien jemenitische StĂ€mme angreifen, die sie unterstĂŒtzen. Zivilisten wurden aufgerufen, sich von AufmĂ€rschen und Kundgebungen fernzuhalten.
Der gemeldete Angriff fĂ€llt in eine Phase, in der die Huthi-Miliz Saudi-Arabien nach Angaben der dpa nahezu tĂ€glich mit Raketen und Drohnen unter Druck setzt. Ziele sind vor allem FlughĂ€fen, Energieanlagen und weitere kritische Infrastruktur. Damit verlagert sich die Auseinandersetzung aus dem jemenitischen BĂŒrgerkrieg zunehmend in das saudische Hinterland.
Auswirkungen auf Sicherheit und Wirtschaft
Die Angriffe treffen zentrale Vorhaben Saudi-Arabiens: Das Königreich will mit seiner âVision 2030â Touristen, Investoren und internationale Veranstaltungen anziehen. Wiederholte Attacken auf FlughĂ€fen und Ălanlagen beschĂ€digen dieses Versprechen von Sicherheit und können Verkehrsverbindungen, GeschĂ€ftsreisen und Veranstaltungen beeintrĂ€chtigen.
Die saudische Raketenabwehr fĂ€ngt nach Angaben des MilitĂ€rbĂŒndnisses weiterhin Geschosse und Drohnen ab, verhindert aber nicht jeden Schaden. Der in der dpa-Meldung genannte Angriff in Dammam mit zwei Toten und acht Verletzten zeigt die unmittelbaren Folgen. Auch der britische Schritt, Eurofighter zur defensiven UnterstĂŒtzung nach Saudi-Arabien zu verlegen, unterstreicht die wachsende internationale Bedeutung der Luftverteidigung.
Konflikt mit regionaler Dimension
Der Konflikt hat eine lange Vorgeschichte: Saudi-Arabien intervenierte ab 2015 militĂ€risch im Jemen an der Seite der international anerkannten Regierung, wĂ€hrend die Huthi groĂe Teile des Nordens einschlieĂlich der Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Eine Beruhigung ab 2022 erwies sich als fragil. Die aktuelle Eskalation verbindet den jemenitischen Machtkampf mit RivalitĂ€ten zwischen Iran und Saudi-Arabien sowie der Bedeutung des Roten Meeres fĂŒr Energie- und Handelswege.
FĂŒr die Bevölkerung in Saudi-Arabien bedeutet die Entwicklung vor allem mehr Unsicherheit und mögliche EinschrĂ€nkungen im Flugverkehr. FĂŒr den Jemen drohen zugleich weitere KĂ€mpfe, weil beide Seiten militĂ€rische AufmĂ€rsche und UnterstĂŒtzergebiete als Ziele betrachten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: âGroĂbritannien schickt Kampfjets nach Saudi-Arabienâ (21.10.2026)
Der Beitrag ordnet die britische Verlegung von Eurofightern als defensive Reaktion auf die zunehmenden Huthi-Angriffe ein. Er bestĂ€tigt den Schwerpunkt auf Raketen- und Drohnenabwehr, richtet den Blick aber stĂ€rker auf die internationale militĂ€rische UnterstĂŒtzung und die Entwicklung im Jemen.
tagesschau: âHuthi-Attacken auf Saudi-Arabien: Angriff auf bin Salmans Visionâ (21.10.2026)
Der Artikel hebt die Belastung von Saudi-Arabiens wirtschaftlichem Modernisierungsprogramm hervor. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich stĂ€rker auf die Folgen fĂŒr das Image des Königreichs, die Vorgeschichte des Jemen-Kriegs und die regionale Machtpolitik.
Beide BeitrĂ€ge stellen die zunehmende Belastung Saudi-Arabiens durch Raketen- und Drohnenangriffe heraus. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: militĂ€rische UnterstĂŒtzung und Luftverteidigung stehen bei FOCUS online im Vordergrund, wĂ€hrend die tagesschau die wirtschaftlichen und politischen Folgen betont.
