Huthi-Angriffe, Riad

Huthi treffen Aramco-Tower mit 34 Stockwerken in Riad

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 10:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei dem Angriff auf das Aramco-GebÀude in der saudischen Hauptstadt gab es nach Behördenangaben keine Toten oder Verletzten. Gleichzeitig verschÀrfen sich die gegenseitigen Attacken zwischen den Huthi und Saudi-Arabien im Jemen.

Angriffe und Opfer im Jemen-Konflikt

  • Das saudische Energieministerium meldete SchĂ€den am Aramco-VerwaltungsgebĂ€ude im Zentrum von Riad.
  • Das 34 Stockwerke hohe GebĂ€ude liegt im zentralen GeschĂ€ftsbezirk der saudischen Hauptstadt.
  • Nach Huthi-Angaben starben bei einem Luftangriff in Sanaa 33 Menschen, darunter 13 Kinder.
Der Aramco Tower liegt im GeschÀftsbezirk von Riad. (Archivbild) - Bild: Martina Herzog/dpa

Huthi treffen Aramco-GebÀude im Zentrum von Riad

Die vom Iran unterstĂŒtzte Huthi-Miliz hat im Zentrum der saudischen Hauptstadt Riad einen bekannten Wolkenkratzer angegriffen. Das VerwaltungsgebĂ€ude des staatlichen Ölkonzerns Aramco wurde nach Angaben des saudischen Energieministeriums von TrĂŒmmerteilen getroffen, die begrenzten Schaden verursachten.

Keine Toten oder Verletzten gemeldet

Nach Behördenangaben gab es keine Toten oder Verletzten. Im Internet verbreitete sich ein Video, das schwere SchÀden an der Glasfassade des 34 Stockwerke hohen Aramco Tower zeigen soll.

Drohnen und Marschflugkörper abgefangen

Der Wolkenkratzer steht im zentralen GeschĂ€ftsbezirk von Riad, in dem sich mehrere bekannte HochhĂ€user befinden. Die von Saudi-Arabien angefĂŒhrte MilitĂ€rkoalition teilte mit, sie habe in Riad und im SĂŒden des Landes Drohnen und Marschflugkörper abgefangen.

Warnungen fĂŒr die Hauptstadt

Der saudische Zivilschutz gab erneut Warnungen fĂŒr Riad heraus. Liegenschaften des Ölkonzerns waren bereits wiederholt Ziel von Huthi-Angriffen, die sich in den vergangenen Monaten deutlich verstĂ€rkt haben.

Opfer nach Luftangriff in Sanaa

Saudi-Arabien setzte nach Angaben der Huthi seine Luftangriffe im Jemen fort. Nach Angaben eines Sprechers des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Todesopfer nach einem Luftangriff in Sanaa auf 33, darunter 13 Kinder; 39 weitere Menschen seien verletzt worden.

Mehr als 430 Bombardierungen im Oktober

Saudi-Arabien begann 2015 mit VerbĂŒndeten, Stellungen der Huthi im Jemen zu bombardieren. Riad wird dabei von der international anerkannten Regierung des Landes und örtlichen Milizen unterstĂŒtzt.

Nach ZÀhlungen des unabhÀngigen Yemen Data Project wurden im Oktober mindestens 140 Zivilisten bei saudischen Angriffen getötet und mehr als 280 weitere verletzt. Das Projekt zÀhlte in dem Monat mehr als 430 saudische Bombardierungen im Jemen und damit die schwersten saudischen Angriffe seit 2017.

Der Angriff auf den Aramco Tower trifft einen symbolisch und wirtschaftlich bedeutenden Ort. Der Wolkenkratzer steht im zentralen GeschĂ€ftsbezirk von Riad, den Saudi-Arabien als Standort fĂŒr Unternehmen, Investitionen und internationalen Tourismus ausbauen will. Dass ein bekanntes GebĂ€ude in diesem Viertel durch TrĂŒmmer beschĂ€digt wurde, erhöht den politischen und wirtschaftlichen Druck auf die FĂŒhrung.

Die Attacke ist Teil einer erneuten Eskalation zwischen den Huthi und Saudi-Arabien. Die Miliz begrĂŒndet ihre Angriffe mit Vergeltung fĂŒr saudische Luftangriffe im Jemen. Damit verknĂŒpft sich der Konflikt wieder stĂ€rker mit dem regionalen Machtkampf zwischen Iran und Saudi-Arabien. FĂŒr die Bevölkerung in Saudi-Arabien bedeutet die Entwicklung vor allem neue Warnungen, Abfangmaßnahmen und Unsicherheit an FlughĂ€fen, in StĂ€dten und nahe der Öl-Infrastruktur.

Folgen fĂŒr Riad und den Jemen

Der Vorfall zeigt zugleich die unterschiedlichen Dimensionen des Konflikts: In Riad blieb es nach den vorliegenden Angaben bei begrenztem Sachschaden und keinen Verletzten, wĂ€hrend aus Sanaa deutlich höhere Opferzahlen gemeldet wurden. Die gegenseitigen Angriffe erschweren eine dauerhafte Beruhigung der Fronten. FĂŒr Saudi-Arabien steht neben dem Schutz kritischer Anlagen auch das Vertrauen in die Sicherheit des Landes als Wirtschafts- und Tourismusstandort auf dem Spiel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Huthis melden 27 Tote und 36 Verletzte nach Luftangriffen auf Dorf im Jemen“ (07.11.2026)

Der Beitrag ordne die Angriffe als gegenseitige Eskalation ein und berichte, die Huthi hĂ€tten als Vergeltung den Flughafen von Riad sowie saudische Ölanlagen angegriffen. Im Mittelpunkt stĂŒnden dort die von den Huthi gemeldeten Opfer im Jemen; der konkrete Schaden am Aramco Tower werde nicht behandelt.

Stern: „Jemen: Neue gegenseitige Angriffe - Huthis melden 27 Tote“ (07.11.2026)

Der Artikel berichte von sechs Raketen- und DrohneneinsÀtzen der Huthi gegen saudische Ziele, darunter Aramco-Anlagen und den Flughafen von Riad. Er setze damit einen Schwerpunkt auf Umfang und Zielauswahl der Vergeltungsangriffe, wÀhrend die Folgen des Treffers im GeschÀftsbezirk offenblieben.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten den Zusammenhang mit einer neuen Runde gegenseitiger Angriffe. Unterschiede ergĂ€ben sich vor allem beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stĂŒnden dort die Huthi-Angriffe und die Opfermeldungen aus dem Jemen, nicht der Schaden am Aramco Tower.

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