Iran-USA-Konflikt, Strasse von Hormus

Iran USA Konflikt: Teheran knüpft Wiederöffnung der Straße von Hormus an harte Bedingungen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 09:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die iranische Führung knüpft eine Rückkehr zu Gesprächen mit den USA sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus an weitreichende Bedingungen. Im Zentrum stehen das Ende der Blockade und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf verlangt von den USA Konzessionen, bevor Verhandlungen weitergehen können. (Archivbild) - Bild: Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf verlangt von den USA Konzessionen, bevor Verhandlungen weitergehen können. (Archivbild) - Bild: Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

Der Iran fordert von den USA vor einer Rückkehr an den Verhandlungstisch weitreichende Zugeständnisse und verknüpft diese mit der Lage in der Straße von Hormus.

Ghalibaf knüpft Wiederöffnung an US-Zugeständnisse

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf verbindet eine Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus mit der vorherigen Erfüllung sämtlicher Bedingungen durch die USA. Solange dies nicht geschehe, werde es nach seinen Worten auch keinen Weg zurück zum früheren Stand der Verhandlungen geben, wie der iranische Chefunterhändler in Gesprächen mit den USA laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna erklärte. Die Positionen Irans seien klar und nicht verhandelbar.

Sicherheitsrat nennt sieben Voraussetzungen

Zuvor hatte Irans oberster Sicherheitskoordinator Mohsen Resai die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage eines im Juni abgeschlossenen Rahmenabkommens signalisiert. Der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats im Iran nannte in einem Gespräch mit dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera sieben Voraussetzungen für ein solches Ende. Unter anderem verlangt Teheran, dass die USA eingefrorene Vermögenswerte freigeben, den Krieg an allen Fronten beenden und ihre Blockade iranischer Häfen und Schiffe aufheben.

Keine Einmischung und Blick auf Atomprogramm

Darüber hinaus fordert die iranische Führung, Washington solle sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen. Die genannten Punkte orientieren sich an der Vereinbarung aus dem Juni, die den Weg zu einem dauerhaften Abkommen ebnen sollte. Auch Resai betont, die USA müssten erst alle Bedingungen erfüllen, bevor weitere Verhandlungen stattfinden. In möglichen Anschlussgesprächen soll dann unter anderem die Zukunft des iranischen Atomprogramms eine zentrale Rolle spielen.

Strategische Bedeutung der Straße von Hormus

Die von Teheran formulierten Bedingungen richten den Blick auf die zentrale Rolle der Straße von Hormus für die weltweite Energieversorgung. Durch die Meerenge vor der iranischen Küste wird ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Gasexporte transportiert. Eine Teilsperrung oder vollständige Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf Frachtkosten, Lieferketten und Energiepreise und würde insbesondere rohstoffabhängige Volkswirtschaften in Europa und Asien treffen. Dass Irans Parlamentspräsident die Wiedereröffnung der Passage ausdrücklich an US-Zugeständnisse knüpft, unterstreicht, wie stark Teheran diese geostrategische Lage als Druckmittel im Konflikt mit Washington einsetzt.

Konflikt mit den USA und innenpolitische Dimension

Die von Irans Sicherheitskoordinator genannten Bedingungen verbinden militärische, wirtschaftliche und innenpolitische Forderungen. Das Ende des Kriegs an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und das Ende der Blockade iranischer Häfen zielen auf eine spürbare Entlastung der angeschlagenen Wirtschaft. Gleichzeitig verlangt die Führung in Teheran, die USA sollten sich nicht in innere Angelegenheiten einmischen. Damit wird deutlich, dass das Regime äußeren Druck mit der eigenen politischen Stabilität verknüpft. Für westliche Staaten, die Menschenrechtsfragen und Nuklearpolitik regelmäßig thematisieren, steht diese Forderung im Spannungsverhältnis zu bisherigen Ansätzen, Reformen und Kontrollen über Sanktionen zu erreichen.

Atomprogramm und Perspektiven für Verhandlungen

Die Ankündigung, erst nach Erfüllung aller Bedingungen über die Zukunft des iranischen Atomprogramms verhandeln zu wollen, verschiebt den Schwerpunkt des Konflikts. Bisher waren Sanktionen und militärische Präsenz im Persischen Golf oft als Druckmittel gedacht, um Iran zu Begrenzungen des Atomprogramms zu bewegen. Nun deutet die iranische Führung an, dass atombezogene Gespräche nur noch als nachgelagerter Schritt denkbar sind. Für Leser bedeutet dies, dass die Spannungen im Golf und die Unsicherheit über das Atomprogramm nicht kurzfristig abnehmen dürften. Ohne Kompromissbereitschaft beider Seiten bleibt das Risiko weiterer Eskalationen im Seegebiet und im diplomatischen Verhältnis zwischen Iran und den USA bestehen.

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