RAF Fairford, Iran

Iran-Vorwurf: Burnham macht Revolutionsgarde für RAF-Anschlag verantwortlich

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 19:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der britische Premier Andy Burnham macht den Iran für den geplanten Anschlag auf die US-Basis RAF Fairford verantwortlich und kündigt Sanktionen gegen iranische Netzwerke an. Mehrere westliche Staaten verurteilen gewalttätige Aktivitäten Teherans.

  • Ende September wurden mehrere Männer festgenommen, das Pentagon zog alle Langstreckenbomber ab (Archivbild). - Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa
    Ende September wurden mehrere Männer festgenommen, das Pentagon zog alle Langstreckenbomber ab (Archivbild). - Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa
  • Das US-Militär zog jüngst überraschend alle seine Langstreckenbomber von dem Stützpunkt in Großbritannien ab. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
    Das US-Militär zog jüngst überraschend alle seine Langstreckenbomber von dem Stützpunkt in Großbritannien ab. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Ende September wurden mehrere Männer festgenommen, das Pentagon zog alle Langstreckenbomber ab (Archivbild). - Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa Das US-Militär zog jüngst überraschend alle seine Langstreckenbomber von dem Stützpunkt in Großbritannien ab. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Ermittlungen an RAF Fairford

  • Fünf Männer wurden Ende September nahe RAF Fairford wegen des Verdachts auf Terrorvorbereitung festgenommen.
  • Zwei weitere Verdächtige kamen in den folgenden Tagen vorübergehend in Gewahrsam.
  • Alle sieben Verdächtigen wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen.
  • Das Pentagon zog Anfang Oktober sämtliche Langstreckenbomber von dem Stützpunkt ab.

Der britische Premier Andy Burnham hat den Iran für den Vorfall rund um den US-Militärstützpunkt RAF Fairford mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verantwortlich gemacht.

Revolutionsgarde im Fokus

Burnham sagte im britischen Parlament in London, der Anschlag sei höchstwahrscheinlich im Iran koordiniert und mit ziemlicher Sicherheit von der Islamischen Revolutionsgarde geleitet worden.

Der Premier kündigte Sanktionen an. Großbritannien werde gegen den Einsatz krimineller Netzwerke durch den Iran und deren Finanzströme mit seinen gesamten Befugnissen vorgehen.

Westliche Staaten verurteilen Iran

Die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und zahlreiche europäische Staaten, darunter Deutschland, verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung gewalttätige iranische Angriffe.

Das vom US-Außenministerium geteilte Statement nannte tödliche Komplotte, Sabotage und Cyberangriffe. Die Staaten erklärten, der Vorfall in Großbritannien habe sich Ende September nach einer Reihe von Attacken in Europa ereignet.

Verdacht gegen proiranische Gruppierung

Die Angriffe hätten sich gegen Jüdinnen und Juden, iranische Journalisten und US-Interessen gerichtet. Für diese Taten habe die proiranische Gruppierung Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia, kurz HAYI, die Verantwortung übernommen.

Die Unterzeichner erklärten, jeder Versuch Irans, Menschen in ihren Hoheitsgebieten durch Stellvertreter oder auf andere Weise zu bedrohen, zum Schweigen zu bringen, einzuschüchtern, zu schikanieren, zu schädigen oder zu nötigen, sei inakzeptabel.

Bomberabzug nach Bedrohungshinweisen

Das Pentagon zog Anfang Oktober überraschend alle Langstreckenbomber von RAF Fairford ab. US-Präsident Donald Trump sprach von Bedrohungen, nannte aber keine Einzelheiten.

US-Medien berichteten, Anlass sei die Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff gewesen. Demnach habe ein komplexer, von den Revolutionsgarden angeordneter Angriff Flugzeuge und Personal auf dem Stützpunkt treffen sollen.

Vorwurf im Umfeld wachsender Spannungen

Der britische Vorwurf ordnet den Vorfall bei RAF Fairford in eine breitere Auseinandersetzung zwischen westlichen Staaten und Iran ein. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur mögliche Angriffe auf militärische Einrichtungen, sondern auch mutmaßliche Aktivitäten gegen jüdische Ziele, iranische Journalisten und US-Interessen in Europa.

Die politische Tragweite ergibt sich daraus, dass London die iranischen Revolutionsgarden ausdrücklich als steuernde Kraft benennt. Sanktionen gegen mutmaßlich eingesetzte Netzwerke und deren Finanzströme könnten damit über den konkreten Fall hinausreichen. Für europäische Staaten stellt sich zugleich die Frage, wie sie zwischen Strafverfolgung, Schutz kritischer Infrastruktur und einer weiteren Verschärfung der Beziehungen zu Teheran abwägen.

Militärische und diplomatische Folgen

RAF Fairford ist wegen seiner Nutzung durch die US-Luftwaffe ein besonders sensibler Ort. Der Abzug der Langstreckenbomber und die Ermittlungen gegen sieben Verdächtige erhöhen den sicherheitspolitischen Druck, auch wenn die Beschuldigten bislang unter Auflagen frei sind.

Die gemeinsame Erklärung mehrerer westlicher Staaten signalisiert, dass mögliche iranische Aktivitäten nicht als rein britische Angelegenheit behandelt werden. Entscheidend für die nächsten Schritte dürften die Ermittlungen, mögliche Anklagen und die konkrete Ausgestaltung der angekündigten Sanktionen sein. Für die Öffentlichkeit bedeutet der Vorgang vor allem eine Verschärfung der Sicherheitslage rund um ausländische Militärstandorte und oppositionelle iranische Stimmen in Europa.

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