Iran-Vorwurf: Burnham macht Revolutionsgarden für RAF-Fall verantwortlich
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 18:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFestnahmen und Sanktionen im Fall RAF Fairford
- Premier Andy Burnham ordnet den Vorfall mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dem Iran zu.
- Fünf Männer wurden Ende September nahe RAF Fairford festgenommen und unter Auflagen freigelassen.
- Zwei weitere Verdächtige wurden später vorübergehend festgenommen und ebenfalls freigelassen.
- Das Pentagon zog Anfang Oktober alle Langstreckenbomber von dem Stützpunkt ab.
Der britische Premier Andy Burnham hat den Vorfall an der US-Militärbasis RAF Fairford in England mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dem Iran zugerechnet.
Burnham beschuldigt Revolutionsgarden
Im Parlament in London sagte Burnham, der Anschlag sei höchstwahrscheinlich im Iran koordiniert und mit ziemlicher Sicherheit von der Islamischen Revolutionsgarde geleitet worden. Zugleich kündigte er Sanktionen gegen den Einsatz krimineller Netzwerke durch den Iran und gegen deren Finanzströme an.
Die Regierungen der USA, Kanadas, Australiens, Neuseelands und zahlreicher europäischer Staaten, darunter Deutschland, verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung gewalttätige iranische Angriffe. Genannt wurden unter anderem tödliche Komplotte, Sabotage und Cyberangriffe.
Sieben Verdächtige vorübergehend festgenommen
Ende September griffen Behörden fünf Männer nahe dem von der US-Luftwaffe genutzten Stützpunkt auf. Sie stehen im Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben.
Alle fünf wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen. In den folgenden Tagen nahmen die Behörden zwei weitere Verdächtige vorübergehend fest; auch sie kamen anschließend unter Auflagen wieder frei.
US-Bomber verlassen den Stützpunkt
Anfang Oktober zog das Pentagon überraschend sämtliche Langstreckenbomber von RAF Fairford ab. US-Präsident Donald Trump sprach von Bedrohungen, nannte aber keine Einzelheiten.
US-Medien berichteten, der Abzug könne mit der Sorge vor einem iranischen Drohnenangriff zusammenhängen. Demnach habe es Bedenken wegen eines komplexen, von den iranischen Revolutionsgarden angeordneten Angriffs gegeben, der Flugzeuge und Personal auf dem Stützpunkt treffen sollte.
Der Vorwurf trifft auf ein angespanntes Umfeld
Die britische Einschätzung ordnet den Vorfall bei RAF Fairford in eine breitere Auseinandersetzung zwischen Iran und westlichen Staaten ein. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur staatliche Sicherheitsbehörden, sondern auch mutmaßlich genutzte kriminelle Netzwerke, deren Finanzströme und operative Fähigkeiten.
Für Großbritannien besitzt der Fall eine besondere Bedeutung, weil RAF Fairford von der US-Luftwaffe genutzt wird und damit militärische Interessen zweier enger Verbündeter berührt. Die Festnahmen und die anschließende Freilassung unter Auflagen zeigen zugleich, dass der strafrechtliche Teil des Verfahrens noch läuft. Der politische Vorwurf gegen Teheran und die gerichtliche Bewertung der Beschuldigten sind deshalb getrennt zu betrachten.
Mögliche Folgen für Sicherheit und Diplomatie
Mit den angekündigten Sanktionen dürfte London den Druck auf Personen, Organisationen und Geldflüsse erhöhen, die mit iranischen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden. Die gemeinsame Erklärung mehrerer westlicher Staaten signalisiert zudem, dass der Vorfall nicht ausschließlich als bilaterale britisch-iranische Angelegenheit behandelt werden soll.
Für Anwohner und Beschäftigte rund um militärische Einrichtungen können sich daraus verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ergeben. Politisch steigt zugleich das Risiko weiterer Spannungen, insbesondere wenn zusätzliche Vorwürfe gegen iranische Akteure erhoben oder neue Maßnahmen gegen deren Netzwerke beschlossen werden. Entscheidend bleiben die Ermittlungen zu den sieben Verdächtigen sowie die angekündigte Reaktion der britischen Regierung.
