Iran, USA

Iran will zurück zu Rahmenabkommen mit den USA

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 20:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Iran signalisiert nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators die Bereitschaft zur Rückkehr zum Rahmenabkommen mit den USA. Teheran knüpft das an das Ende der Schiffsblockade, die Freigabe eingefrorener Gelder und Ruhe an allen Fronten.

Irans höchster Sicherheitskoordinator, Mohsen Resai, signalisiert die Bereitschaft, zum Rahmenabkommen mit den USA zurückzukehren. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
Irans höchster Sicherheitskoordinator, Mohsen Resai, signalisiert die Bereitschaft, zum Rahmenabkommen mit den USA zurückzukehren. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa

Der Iran signalisiert nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens.

Resai nennt klare Bedingungen

Der Generalsekretär des mächtigen Nationalen Sicherheitsrats im Iran, Mohsen Resai, sagte dem arabischen Sender Al Jazeera, Voraussetzung seien ein Ende des Krieges an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und ein Ende der US-Seeblockade.

Diese Punkte seien bereits in dem Rahmenabkommen mit den USA enthalten.

Auch Huthi-Konflikt wird erwähnt

Resai erklärte zudem, der Iran strebe auch ein Ende des Krieges zwischen der Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien an.

Rahmenabkommen soll Weg für Folgegespräche ebnen

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg zu einem endgültigen Abkommen über eine dauerhafte Beendigung des Krieges freimachen sollte.

Beide Seiten verpflichteten sich damals, innerhalb von zunächst 60 Tagen ein endgültiges Abkommen auszuhandeln. Eine Verlängerung sollte einvernehmlich möglich sein, dazu kam es jedoch nicht.

Streit um die Straße von Hormus

Zu den 14 Punkten gehörte auch, dass der Iran sich nach besten Kräften um eine sichere und gebührenfreie Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus für 60 Tage bemühen sollte.

Gerade dieser Passus hatte neuen Streit zwischen der US-Regierung und der iranischen Führung ausgelöst.

US-Leistungen als Gegenstück

Im Gegenzug sollten die USA die Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen beenden und eingefrorene iranische Vermögenswerte wieder freigeben.

Die konkreten Verfahren und Beträge sollten in den anschließenden Verhandlungen festgelegt werden.

Iran-Experte sieht Ablehnung neuer Bedingungen

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz erklärte auf X, der Iran habe kein Interesse an einem endlosen Krieg.

Nach seiner Darstellung befürworte die iranische Führung eine Rückkehr zum Rahmenabkommen, lehne jedoch Nachverhandlungen oder neue Bedingungen ab.

Zwischen Krieg, Sanktionen und Verhandlungen

Die Meldung passt in eine Phase, in der der Iran und die USA trotz offener militärischer und politischer Konflikte weiter über einen begrenzten Ausweg aus der Eskalation ringen. Im Zentrum stehen dabei drei Fragen: die Sicherheit im Seeverkehr, der Zugriff auf eingefrorene iranische Vermögenswerte und die Bereitschaft beider Seiten, zugesagte Schritte tatsächlich umzusetzen.

Für Teheran ist das Rahmenabkommen vor allem ein Instrument, um Druck von der eigenen Wirtschaft zu nehmen, ohne grundsätzliche Zugeständnisse bei Souveränität und regionalem Einfluss zu machen. Dass der Iran zugleich ein Ende des Krieges an anderen Fronten anspricht, zeigt den Versuch, das Gesprächsfeld über den bilateralen Streit hinaus auf die regionale Sicherheitslage auszudehnen.

Folgen für die Region und die Märkte

Besonders bedeutsam ist der Verweis auf die Straße von Hormus. Schon die Ankündigung, Handelsschiffe dort sicher und gebührenfrei passieren zu lassen, berührt eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt und damit auch Energiepreise, Versicherungsprämien und die Planung internationaler Reedereien. Jede Verzögerung oder jeder Streit über die Umsetzung wirkt deshalb weit über die Region hinaus.

Für Leser in Europa ist das relevant, weil jede Entspannung im Persischen Golf die Risiken für den Ölmarkt und den Welthandel dämpfen kann, während ein Scheitern des Abkommens neue Spannungen wahrscheinlicher macht. Zugleich bleibt die Lage fragil, weil die beschriebenen Punkte nur dann tragfähig sind, wenn beide Seiten die vereinbarten Schritte im selben Tempo und mit gleichem Maß an Verbindlichkeit umsetzen.

Politischer Spielraum bleibt eng

Die aktuelle Lage deutet auf ein klassisches Verhandlungsmuster hin: Der Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft, koppelt sie aber an konkrete Gegenleistungen; die USA verlangen im Gegenzug überprüfbare Zusagen. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob das Rahmenabkommen tatsächlich als Brücke zu einem belastbaren Endabkommen dient oder lediglich eine weitere Zwischenetappe in einem lang andauernden Konflikt bleibt.

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