Israel-Wahl: Eisenkot kündigt Wechsel um 22 Uhr an
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMehrheit und nächster Wahlschritt
- Die Wahllokale in Israel schließen um 22.00 Uhr Ortszeit.
- Vor der Umfragesperre sagte kein Lager eine sichere Mehrheit voraus.
- Nach der Abstimmung entscheidet die Sitzverteilung über die Regierungsbildung.
Eisenkot kündigt Regierungswechsel in Israel an
Gadi Eisenkot, wichtigster Herausforderer von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, gibt sich bei der Parlamentswahl in Israel siegesbewusst. In einem Wahllokal in Holon kündigte er für den Fall einer Regierungsübernahme einen neuen Politikstil an.
Wahllokale schließen am Abend
Eisenkot sagte, in Israel wehe ein Wind der Veränderung, diese werde um 22.00 Uhr Ortszeit eintreten. Zu diesem Zeitpunkt schließen die Wahllokale.
Versprechen von Einheit
Der Herausforderer kündigte einen verantwortungsvollen Regierungsstil an. Israel werde nicht durch Spaltung und Panikmache geführt, sondern durch Einheit und echte Liebe, sagte Eisenkot und fügte hinzu: „Wir werden gewinnen!“
Knappes Rennen erwartet
Vor Beginn der gesetzlichen Umfragesperre sagten Demoskopen ein knappes Rennen zwischen Netanjahus rechtskonservativem Lager und dem Parteienbündnis der Opposition voraus. Eine sichere Mehrheit zeichnete sich für keines der beiden Lager ab.
Regierungsbildung bleibt offen
Damit hängt die künftige Regierungsbildung von der Sitzverteilung im Parlament und möglichen Bündnissen ab. Nach dem Ende der Abstimmung richtet sich der Blick zunächst auf die Auszählung der Stimmen.
Die Wahl findet vor dem Hintergrund einer tiefen politischen und sicherheitspolitischen Belastung Israels statt. Netanjahu steht seit Jahren an der Spitze der Regierung und tritt erneut für den Likud an. Eisenkot, früherer Generalstabschef und nun wichtigster Herausforderer, verbindet seine Kampagne mit dem Versprechen eines anderen politischen Umgangs.
Der Ausgang entscheidet nicht allein über die Person des Ministerpräsidenten. Entscheidend ist, ob eines der Lager eine regierungsfähige Mehrheit im Parlament erreicht oder erneut auf schwierige Koalitionsverhandlungen angewiesen ist. Ein knappes Ergebnis könnte die Regierungsbildung verlängern und den Einfluss kleinerer Parteien erhöhen.
Politische Folgen der Wahl
Für Eisenkot wäre ein Regierungswechsel mit einem Kurswechsel bei Regierungsstil und öffentlicher Kommunikation verbunden. Seine Ankündigung, Israel durch Einheit statt Spaltung zu führen, zielt auf Wähler, die nach Jahren politischer Auseinandersetzungen einen weniger konfrontativen Ton erwarten.
Netanjahus Lager kann dagegen auf die Erfahrung des langjährigen Regierungschefs und eine klar erkennbare politische Ausrichtung verweisen. Die Wahlentscheidung dürfte deshalb auch die künftige Sicherheits-, Innen- und Koalitionspolitik prägen. Nach Schließung der Wahllokale um 22.00 Uhr Ortszeit richtet sich der Blick auf die Auszählung und die Mehrheitsverhältnisse.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Schicksalswahl in Israel: Netanyahus nächster Prüfstein“ (27.10.2026)
Der Beitrag ordne die Wahl als erste Parlamentswahl seit den Angriffen vom 7. Oktober 2023 ein und stelle Netanjahus langjährige Regierungszeit dem Herausforderer Gadi Eisenkot gegenüber. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt stärker auf die möglichen Folgen für Israels Beziehungen zur Europäischen Union und auf eine mögliche Untersuchung der Angriffe.
Stern: „Israelis wählen neues Parlament“ (27.10.2026)
Der Artikel bestätige das enge Rennen zwischen Netanjahu und Eisenkot und hebe zusätzlich Netanjahus lange Amtszeit sowie den politischen Druck im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und dem Angriff vom 7. Oktober 2023 hervor. Offen bleibe auch dort, ob eines der Lager eine Mehrheit für die Regierungsbildung erreiche.
Gemeinsam sei den Beiträgen die Einschätzung, dass Eisenkot Netanjahus wichtigster Herausforderer sei und ein knappes Ergebnis erwartet werde. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung: Während die dpa-Meldung Eisenkots angekündigten Politikstil betone, rückten die anderen Beiträge Vorgeschichte und internationale Folgen stärker in den Mittelpunkt.
