Nahost, Israel

Israel: 250.000 PalÀstinenser haben Stadt Gaza verlassen

13.09.2025 - 14:56:29 | dpa.de

Israel will die Stadt Gaza einnehmen und hat die rund eine Million Bewohner zur Flucht in den SĂŒden aufgefordert. Aber viele harren dort aus - trotz neuer israelischer Angriffe und weiterer Toter.

  • Vor Israels Einnahme der Stadt Gaza sollen Hunderttausende PalĂ€stinenser den grĂ¶ĂŸten Ort des Gazastreifens verlassen.  - Bild: Abed Rahim Khatib/dpa
    Vor Israels Einnahme der Stadt Gaza sollen Hunderttausende PalĂ€stinenser den grĂ¶ĂŸten Ort des Gazastreifens verlassen. - Bild: Abed Rahim Khatib/dpa
  • Israel hat die schĂ€tzungsweise rund eine Million Menschen in der Stadt Gaza mehrmals aufgerufen, in sogenannte humanitĂ€re Zonen weiter sĂŒdlich zu fliehen.  - Bild: Yousef Al Zanoun/AP/dpa
    Israel hat die schĂ€tzungsweise rund eine Million Menschen in der Stadt Gaza mehrmals aufgerufen, in sogenannte humanitĂ€re Zonen weiter sĂŒdlich zu fliehen. - Bild: Yousef Al Zanoun/AP/dpa
Vor Israels Einnahme der Stadt Gaza sollen Hunderttausende PalĂ€stinenser den grĂ¶ĂŸten Ort des Gazastreifens verlassen.  - Bild: Abed Rahim Khatib/dpa Israel hat die schĂ€tzungsweise rund eine Million Menschen in der Stadt Gaza mehrmals aufgerufen, in sogenannte humanitĂ€re Zonen weiter sĂŒdlich zu fliehen.  - Bild: Yousef Al Zanoun/AP/dpa

Bei Angriffen der israelischen Armee in der Stadt Gaza und anderen Teilen des KĂŒstenstreifens sind nach Angaben aus medizinischen Kreisen seit Samstagmorgen mindestens 39 Menschen getötet worden. Israel habe seine Angriffe vor allem auf die Stadt Gaza verschĂ€rft, sagte der Sprecher des von der terroristischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes, Mahmud Basal.

Israel hatte Anfang August angekĂŒndigt, die Armee solle die gesamte Stadt einnehmen, um die dort vermuteten Einheiten der Hamas zu zerschlagen. 

Erneuter dringender Fluchtaufruf

Der israelische MilitĂ€rsprecher Avichai Adraee rief alle Bewohner der Stadt Gaza erneut auf, sofort in sogenannte humanitĂ€re Zonen weiter sĂŒdlich zu flĂŒchten. Bisher seien aus der Stadt mit schĂ€tzungsweise rund einer Million Einwohnern mehr als 250.000 Menschen abgezogen, schrieb er auf X. 

Das von der Hamas kontrollierte MedienbĂŒro im Gazastreifen schĂ€tzte die Zahl der Geflohenen sogar auf 350.000. Zuvor hatte das BĂŒro noch von etwa 65.000 GeflĂŒchteten gesprochen. Diese und alle anderen Angaben aus dem Kriegsgebiet konnten zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒft werden.

In einem spĂ€teren X-Post rief Adraee die Bewohner eines Hochhauses und umliegender Zelte auf, sofort zu fliehen, da Israel das GebĂ€ude in KĂŒrze angreifen werde. Kurz darauf teilte das MilitĂ€r mit, das Hochhaus, in dem sich «militĂ€rische Infrastruktur» der Hamas befunden habe, sei getroffen worden. Über mögliche Opfer wurde zunĂ€chst nichts bekannt.

Obwohl das Internet in der Stadt kaum noch funktioniert, nachdem Israel viele der HochhÀuser mit Sendemasten zerstört hat, verbreiten sich die Aufrufe von Adraee schnell. Sie können auch von Handys mit israelischen Sim-Karten empfangen werden. 

Viele der Menschen in der Stadt Gaza, von denen ein Teil bereits wĂ€hrend des Krieges aus anderen Teilen des KĂŒstenstreifens geflohen war, wollten trotz der Lebensgefahr nicht in die von Israel als sicher bezeichneten Zonen im Zentrum und Al-Mawasi im SĂŒdwesten abziehen, da Israel in der Vergangenheit auch solche Zonen angegriffen hat. Andere machten sich in ĂŒberladenen Fahrzeugen oder zu Fuß auf den Weg ĂŒber die KĂŒstenstraße Richtung SĂŒden. 

Massaker in Israel löste Krieg aus

Auslöser des Gaza-Krieges war der TerrorĂŒberfall der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 in den Gazastreifen verschleppt worden waren, darunter auch Kinder. Seither bekĂ€mpft Israel die Hamas, die ihrerseits die Zerstörung Israels anstrebt. In Gaza befinden sich noch 48 Geiseln, davon sind 20 nach israelischen Informationen noch am Leben.

Nach palĂ€stinensischen Angaben wurden seit Kriegsbeginn im Gazastreifen mehr als 64.600 PalĂ€stinenser getötet, wobei nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten unterschieden wird. Weite Teile des dicht besiedelten KĂŒstenstreifens wurden von Israel zerstört. 

International wĂ€chst die Kritik am militĂ€rischen Vorgehen Israels. Kritiker werfen der Armee Kriegsverbrechen vor, manche auch Völkermord wie etwa Spaniens Regierung. Israel reklamiert fĂŒr sich das Recht auf Selbstverteidigung.

de | ausland | 68183055 |