Israel Ziv, Iran-Angriff

Israel Ziv warnt vor neuem Iran-Angriff und fordert Netanjahu-RĂŒcktritt

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der frĂŒhere israelische Generalmajor hĂ€lt eine weitere Bombardierung Irans fĂŒr ungeeignet, um Teheran zu ZugestĂ€ndnissen zu bewegen. Zugleich wirft er Benjamin Netanjahu vor, den Gazakrieg aus innenpolitischen GrĂŒnden verlĂ€ngert zu haben.

Wahltermin und Kritik am Regierungschef

  • Israel Ziv bezeichnete die Tötung Ali Chameneis als schweren Fehler.
  • Die israelische Parlamentswahl findet am 27. Oktober statt.
  • Ziv verlangte ausdrĂŒcklich den RĂŒcktritt Benjamin Netanjahus.
Israelische Fahne an der Knesset (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Israel Ziv warnt vor neuer Iran-Offensive

Der frĂŒhere israelische Generalmajor Israel Ziv warnt vor einem erneuten Angriff auf den Iran und fordert die Ablösung von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu. Zu Berichten ĂŒber neue AngriffsplĂ€ne sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in Tel Aviv, eine weitere Offensive wĂŒrde seiner EinschĂ€tzung nach nichts Ă€ndern.

Zweifel an dreitÀgiger Bombardierung

Nach einem Bericht der New York Times haben die USA und Israel PlĂ€ne fĂŒr neue Angriffe ausgearbeitet. Diskutiert werde eine dreitĂ€gige massive Bombardierung, die Teheran zu ZugestĂ€ndnissen bewegen soll.

Ziv bezweifelt, dass dieses Ziel erreichbar ist. Den ursprĂŒnglichen Angriff auf den Iran hielt er wegen des Atomprogramms fĂŒr notwendig, die Tötung des RevolutionsfĂŒhrers Ali Khamenei bezeichnete er dagegen als „schrecklichen Fehler“, der die Revolutionsgarden radikalisiert habe.

Kritik an Netanjahus KriegsfĂŒhrung

Mit Blick auf die Parlamentswahl am 27. Oktober verlangte Ziv Netanjahus Ablösung. Der Regierungschef habe den Gazakrieg aus innenpolitischen GrĂŒnden verlĂ€ngert, um sein Image als starker Mann in Sicherheitsfragen wiederherzustellen.

Netanjahu wirbt im Wahlkampf damit, nur er und seine Likud-Partei könnten Israels Sicherheit garantieren. Ziv entgegnete, Netanjahu sei der Einzige, der garantieren könne, dass sich Israels Sicherheitslage weiter verschlechtere.

Warnung vor internationaler Isolation

Ziv beklagte zudem eine beispiellose internationale Isolation Israels. Das Land habe in der Nachbarschaft das Image des „Bösewichts“ oder „VerrĂŒckten“.

Nach Zivs EinschĂ€tzung opfert Netanjahu die internationalen Beziehungen Israels seinen innenpolitischen Interessen. Die Äußerungen verbinden damit die Debatte ĂŒber einen möglichen neuen Iran-Angriff unmittelbar mit dem israelischen Wahlkampf.

Die Warnung von Israel Ziv fĂ€llt in eine Phase, in der mögliche neue MilitĂ€rschlĂ€ge gegen Iran mit mehreren politischen Zeitpunkten zusammenfallen. Berichte ĂŒber konkrete Planungen nennen eine kurze, intensive Operation gegen iranische Energieinfrastruktur, Nuklearanlagen sowie Raketen- und DrohnenbestĂ€nde. Als möglicher Zeitraum wird die Zeit nach den US-Zwischenwahlen beschrieben.

MilitĂ€risch zielt die diskutierte Strategie darauf, durch schweren wirtschaftlichen und infrastrukturellen Druck ZugestĂ€ndnisse Teherans zu erzwingen. Zugleich verweisen frĂŒhere Erfahrungen auf erhebliche Folgerisiken: Eine neue Eskalation könnte Energiepreise, regionale Sicherheit und die verfĂŒgbaren Abwehrressourcen der USA belasten. Iranische Vertreter haben fĂŒr den Fall eines Angriffs Vergeltung angekĂŒndigt, wodurch eine zunĂ€chst begrenzte Operation auf weitere Ziele und Staaten ĂŒbergreifen könnte.

Wahl und Regierungskrise

FĂŒr Israel ist die Parlamentswahl am 27. Oktober ein zusĂ€tzlicher Machtfaktor. Ein Regierungswechsel könnte Netanjahus Handlungsspielraum bei einer offensiven Entscheidung einschrĂ€nken; zugleich kann die Aussicht auf eine Ă€ußere Bedrohung innenpolitischen Druck zugunsten einer Einheits- oder Notstandsregierung verstĂ€rken. Zivs RĂŒcktrittsforderung verbindet daher die militĂ€rische Debatte mit der Frage, ob Netanjahu Sicherheitsentscheidungen aus staatlichen oder parteipolitischen Interessen trifft.

FĂŒr die Bevölkerung in Israel und den Nachbarstaaten wĂ€ren die Folgen unmittelbar: neue Raketen- und Drohnenangriffe, Belastungen fĂŒr Infrastruktur und Wirtschaft sowie mögliche EinschrĂ€nkungen im Reise- und Handelsverkehr. International dĂŒrfte entscheidend sein, ob militĂ€rischer Druck tatsĂ€chlich Verhandlungen ĂŒber das iranische Nuklearprogramm erzwingt oder eine lĂ€ngere regionale Konfrontation auslöst.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Kurz und intensiv: USA planen Angriff auf Iran nach Midterms“ (22.10.2026)

Der Beitrag beschreibt konkrete US-israelische Planungen fĂŒr eine kurze und intensive Angriffskampagne nach den US-Zwischenwahlen. Er setzt einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt auf die Risiken fĂŒr Energiepreise, regionale StabilitĂ€t und die politische Position Netanjahus.

ntv: „USA und Israel planen massive Iran-Angriffe nach Wahlen“ (22.10.2026)

ntv bestĂ€tigt die berichteten Planungen sowie mögliche Ziele an iranischer Infrastruktur und MilitĂ€ranlagen. Anders als die dts-Meldung konzentriert sich der Beitrag auf die mögliche ZurĂŒckhaltung Donald Trumps und die Frage, ob die Operation ĂŒberhaupt genehmigt wird.

Beide BeitrĂ€ge stimmen beim Kern geplanter neuer Angriffe und beim kurzen, intensiven Charakter ĂŒberein. Offen bleiben der genaue Zeitpunkt, eine endgĂŒltige politische Entscheidung und die Frage, ob militĂ€rischer Druck iranische ZugestĂ€ndnisse bewirken wĂŒrde.

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