Israels, Armee

Israels Armee: Dschihad-Mitglied gesteht Vergewaltigung

28.03.2024 - 16:43:32 | dpa.de

Ein Mitglied der Terrororganisation Islamischer Dschihad hat laut israelischer Armee gestanden, wÀhrend des Massakers am 7. Oktober eine Frau vergewaltigt und auf Zivilisten geschossen zu haben.

Eine Frau besichtigt den Ort, an dem am 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Musikfestival Hunderte getötet und viele weitere entfĂŒhrt wurden. - Foto: Leo Correa/AP/dpa
Eine Frau besichtigt den Ort, an dem am 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Musikfestival Hunderte getötet und viele weitere entfĂŒhrt wurden. - Foto: Leo Correa/AP/dpa

Ein Mitglied der palÀstinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad hat nach Angaben der israelischen Armee im Verhör Vergewaltigung und Gewalt gegen Zivilisten wÀhrend des Massakers am 7. Oktober gestanden.

Das MilitĂ€r veröffentlichte ein Video, das das Verhör zeigen soll. Der 28-jĂ€hrige PalĂ€stinenser stellte sich darin als Mitglied der Marine-Einheit des Dschihad vor. Er war Anfang des Monats bei einem Einsatz der Armee in Chan Junis im SĂŒden des Gazastreifens festgenommen worden. 

Der Gefangene erzĂ€hlte, er habe am 7. Oktober den Sicherheitszaun an der Grenze zu Israel ĂŒberquert. Er sei mit einer Pistole und zwei Handgranaten bewaffnet gewesen. Er sei dann in einen Kibbuz in GrenznĂ€he eingedrungen und dort in ein Haus gegangen. Dort habe er eine verĂ€ngstigte junge Frau angetroffen. Nachdem er ihr Erscheinungsbild und ihre Kleidung sehr genau beschrieben hatte, sagte er, er habe sie vergewaltigt. Die Frau und ihre Mutter wurden den Angaben nach von anderen Terroristen in den Gazastreifen verschleppt. 

Anschließend habe er auf dem Weg zurĂŒck in den Gazastreifen drei Zivilisten getroffen, erzĂ€hlte der Gefangene. Er habe auf einen von ihnen geschossen und eine Handgranate in die Richtung eines zweiten geworfen. 

«Beweis fĂŒr den Ansturm von Mord und sexueller Gewalt»

Die Armee wertete die Aussagen als «weiteren Beweis fĂŒr den Ansturm von Mord und sexueller Gewalt durch die Terrororganisationen am 7. Oktober». Es sei wichtig «den Stimmen derer, die nicht mehr erzĂ€hlen können, Gehör zu verschaffen». 

Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen aus dem Gazastreifen hatten bei ihrem Massaker im vergangenen Oktober 1200 Menschen getötet und weitere 250 als Geiseln verschleppt. Israel griff daraufhin den palĂ€stinensischen KĂŒstenstreifen mit massiver militĂ€rischer Macht an, um die islamistische Hamas zu zerschlagen.

Ein Bericht der Vereinten Nationen sieht sexualisierte Gewalt bei dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober in Israel als wahrscheinlich an. Es gebe «berechtigten Grund zur Annahme», dass es zu Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen an mindestens drei Orten gekommen sei, hieß es zu Beginn des Monats in dem Papier, das von der zustĂ€ndigen UN-Vertreterin Pramila Patten nach einem Besuch in Israel angefertigt wurde. Außerdem gebe es «klare und ĂŒberzeugende Informationen darĂŒber, dass sexuelle Gewalt, einschließlich Vergewaltigung, sexualisierte Folter, grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung, gegen Geiseln verĂŒbt wurde».

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