Wilders zieht Anti-Islam-Gesetzesvorhaben zurĂŒck
08.01.2024 - 18:00:26 | dpa.de
Der niederlĂ€ndische Rechtspopulist Geert Wilders hat drei umstrittene GesetzesvorschlĂ€ge gegen den Islam und Muslime zurĂŒckgezogen. Das teilte er dem Parlamentsvorstand schriftlich ohne nĂ€here BegrĂŒndung mit. Bei den VorschlĂ€gen ging es etwa um ein Verbot von Moscheen und des Korans sowie eine drastische EinschrĂ€nkung von Grundrechten von Muslimen.
Der Schritt wird als Geste an seine möglichen Koalitionspartner bewertet. Am Dienstag werden die GesprĂ€che von Wilders Partei fĂŒr die Freiheit (PVV) mit drei weiteren rechten Parteien zur möglichen Regierungsbildung wieder aufgenommen. Dabei soll es unter anderem darum gehen, ob Rechtsstaat und Verfassung bei der Wilders-Partei unangetastet bleiben. Der RechtsauĂen hatte die Parlamentswahl im Oktober ĂŒberraschend klar gewonnen. Er hatte bereits angekĂŒndigt, umstrittene Vorhaben auf Eis zu legen.
Die PVV hatte die drei Gesetze schon weit vor der Wahl eingereicht. Nach einem Vorschlag sollte etwa der Besitz eines Korans mit bis zu fĂŒnf Jahren Haft bestraft werden. Bei einem zweiten Gesetzesentwurf sollten Grundrechte von Menschen mit mehreren Staatsangehörigkeiten eingeschrĂ€nkt werden. So sollte ihnen zum Beispiel das Wahlrecht entzogen werden. Im dritten Vorhaben wollte Wilders ermöglichen, dass Menschen schon beim Verdacht des Terrorismus ohne richterlichen Beschluss inhaftiert werden könnten.
FĂŒr keinen dieser VorschlĂ€ge gab es eine Mehrheit im Parlament. Das höchste Gericht der Niederlande hatte sie als VerstöĂe gegen den Rechtsstaat eingestuft.
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