Kiew erneut von Russland mit ballistischen Raketen beschossen
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 03:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen; BĂŒrgermeister Vitali Klitschko meldet zwei Tote und sechs Verletzte.
Explosionen nach Mitternacht
Nach der Auslösung des Luftalarms waren in mehreren Stadtteilen schwere Explosionen zu hören. MilitÀrnahe TelegramkanÀle zÀhlten in den ersten drei Angriffswellen mindestens 14 Raketen.
RettungskrĂ€fte wurden nach Klitschkos Angaben in mehrere Bezirke gerufen. In einem Stadtteil beschĂ€digten RaketentrĂŒmmer Fenster und die Fassade einer Entbindungsklinik; im GebĂ€ude selbst wurde niemand verletzt. Auf dem Parkplatz kam jedoch ein Mensch ums Leben.
Menschen möglicherweise unter TrĂŒmmern
In einem anderen Bezirk wurde ein Wohnhaus beschĂ€digt. Klitschko zufolge könnten dort Menschen unter den TrĂŒmmern eingeschlossen sein. Ărtliche Medien berichteten auĂerdem von mehreren BrĂ€nden im Stadtgebiet.
Viele Luftalarme am Vortag
Der Angriff begann nach 1.00 Uhr Ortszeit, also um Mitternacht MESZ. Zuvor hatte es in Kiew bereits elfmal Luftalarm gegeben.
Am Vortag waren nach Klitschkos Angaben bei russischen Angriffen zwei Menschen getötet und 45 verletzt worden. Dabei kamen wiederholt schnelle, dĂŒsengetriebene Kampfdrohnen zum Einsatz. Gegen diese Drohnen fehlen der ukrainischen Flugabwehr nach Darstellung der Meldung bislang ausreichende Mittel; zudem mangelt es Kiew an Munition zur Abwehr ballistischer Raketen.
Selenskyj fordert mehr Abfangraketen
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj schrieb, wĂ€hrend die Menschen schliefen, hĂ€tten Explosionen den Himmel ĂŒber Kiew erhellt. Hauptziele seien erneut die Hauptstadt sowie zivile Infrastruktur, WohnhĂ€user, eine Entbindungsklinik und Energie- und Logistikeinrichtungen gewesen.
Selenskyj erneuerte seine Forderung nach harten Sanktionen gegen Russland und dessen UnterstĂŒtzer. Zugleich verlangte er weitere Abfangraketen, um ballistische Raketenangriffe besser abwehren zu können.
Eine neue QualitÀt des Luftkriegs
Der Angriff trifft Kiew in einer Phase hoher militĂ€rischer und politischer Belastung. Bereits am Vortag waren nach Angaben des BĂŒrgermeisters zwei Menschen getötet und 45 verletzt worden. Die wiederholten Angriffe zeigen, dass die Hauptstadt nicht nur punktuell, sondern ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume unter Druck gesetzt wird.
Ballistische Raketen stellen fĂŒr die ukrainische Luftverteidigung eine besondere Herausforderung dar, weil sie groĂe Geschwindigkeiten erreichen und nur kurze Reaktionszeiten lassen. Zugleich setzt Russland nach den vorliegenden Berichten verstĂ€rkt schnellere, dĂŒsengetriebene Drohnen ein. FĂŒr die Bevölkerung bedeutet die Kombination aus Raketen und Drohnen hĂ€ufige Alarme, unterbrochenen Alltag und eine hohe Belastung fĂŒr Rettungsdienste und Infrastruktur.
Abfangsysteme bleiben der Engpass
Die Forderung nach zusĂ€tzlichen Patriot-Abfangraketen erhĂ€lt vor diesem Hintergrund konkrete Bedeutung. Die Ukraine benötigt solche Systeme vor allem zum Schutz groĂer StĂ€dte, kritischer Infrastruktur und Energieanlagen. Nach einem Bericht von n-tv wurden bei GesprĂ€chen ĂŒber weitere Patriot-Lieferungen zuletzt keine konkreten Zusagen bekannt.
Die Angriffe fallen zudem in eine diplomatisch angespannte Phase. WĂ€hrend Selenskyj bei internationalen GesprĂ€chen fĂŒr mehr Sanktionen und Luftverteidigung wirbt, gehen die russischen Angriffe weiter. FĂŒr die Bewohner Kiews bleibt damit entscheidend, ob zusĂ€tzliche Abwehrmittel tatsĂ€chlich bereitgestellt werden und wie lange die vorhandenen Systeme den wiederholten Angriffswellen standhalten.
