Kiew, Raketenangriff

Kiew: Raketenangriff tötet zwei Menschen und verletzt mehr als 20

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 04:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei dem Angriff auf die ukrainische Hauptstadt sterben mindestens zwei Menschen, mehr als 20 werden verletzt. Parallel verschärft sich der Streit über den Schutz der Stadt und die Vorbereitung auf den Winter.

  • Der Raketenangriff traf ein mehrstöckiges Wohngebäude. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Der Raketenangriff traf ein mehrstöckiges Wohngebäude. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • Rettungskräfte holten einen verletzten Hausbewohner aus seiner Wohnung. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Rettungskräfte holten einen verletzten Hausbewohner aus seiner Wohnung. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • Vor allem abends und nachts werden Kiews Bewohner immer wieder von Luftangriffen aufgeschreckt. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
    Vor allem abends und nachts werden Kiews Bewohner immer wieder von Luftangriffen aufgeschreckt. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
  • Die ukrainische Luftabwehr ist auf Hilfe der Verbündeten angewiesen. (Archivbild) - Bild: Friedemann Kohler/dpa
    Die ukrainische Luftabwehr ist auf Hilfe der Verbündeten angewiesen. (Archivbild) - Bild: Friedemann Kohler/dpa
  • Der ukrainische Präsident Selenskyj fühlt sich von den USA im Stich gelassen. (Archivbild) - Bild: Danylo Antoniuk/AP/dpa
    Der ukrainische Präsident Selenskyj fühlt sich von den USA im Stich gelassen. (Archivbild) - Bild: Danylo Antoniuk/AP/dpa
  • Kiews Bürgermeister Klitschko liegt seit langem im Clinch mit Präsident Selenskyj. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
    Kiews Bürgermeister Klitschko liegt seit langem im Clinch mit Präsident Selenskyj. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Der Raketenangriff traf ein mehrstöckiges Wohngebäude. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa Rettungskräfte holten einen verletzten Hausbewohner aus seiner Wohnung. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa Vor allem abends und nachts werden Kiews Bewohner immer wieder von Luftangriffen aufgeschreckt. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa Die ukrainische Luftabwehr ist auf Hilfe der Verbündeten angewiesen. (Archivbild) - Bild: Friedemann Kohler/dpa Der ukrainische Präsident Selenskyj fühlt sich von den USA im Stich gelassen. (Archivbild) - Bild: Danylo Antoniuk/AP/dpa Kiews Bürgermeister Klitschko liegt seit langem im Clinch mit Präsident Selenskyj. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Schäden an Wohnhaus und Heizkraftwerk

  • Ein neunstöckiges Wohngebäude in Kiew geriet nach einem Raketentreffer in Brand.
  • Bürgermeister Vitali Klitschko meldete mindestens zwei Tote und mehr als 20 Verletzte.
  • Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde auch ein Heizkraftwerk getroffen.

Russische ballistische Raketen haben erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew getroffen und dabei ein Wohngebäude sowie ein Heizkraftwerk beschädigt.

Selenskyj beklagt fehlende Warnung

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hätten die internationalen Partner auch vor diesem Angriff keine Warnung vor den anfliegenden Raketen gegeben.

Die Geschosse seien erst kurz vor dem Einschlag von den Radaren entdeckt worden. Selenskyj kritisierte, dadurch werde es den russischen Angreifern zu leicht gemacht.

USA weisen Vorwürfe zurück

Die Ukraine stützt sich bei der Abwehr russischer Angriffe vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs und anderer Nato-Staaten. Die US-Regierung wies Vorwürfe zurück, sie teile militärische Informationen nicht mehr mit Kiew.

Die ukrainischen Streitkräfte leiden zugleich unter Munitionsmangel bei der Raketenabwehr. Besonders gegen ballistische Raketen gelten Patriot-Systeme als wirksam, ihre Munition ist jedoch knapp.

Streit über Schutz der Hauptstadt

Selenskyj warf der Kiewer Stadtverwaltung vor, die Vorbereitung auf den Winter und mögliche Energieausfälle zu vernachlässigen. Er kritisierte unter anderem Schutzräume, Schulen, Schutzanlagen und den öffentlichen Nahverkehr.

Klitschko wies die Vorwürfe zurück. Für die Flugabwehr sei nicht das Stadtoberhaupt verantwortlich; zugleich sprach er von einer Kampagne, die ihn durch einen loyaleren Bürgermeister ersetzen solle.

EU eröffnet weitere Verhandlungsblöcke

Unterdessen begann die Europäische Union in Luxemburg Gespräche mit der Ukraine und Moldau über weitere Themenbereiche der Beitrittsverhandlungen. Im Mittelpunkt stehen der Binnenmarkt sowie Wettbewerbsfähigkeit und inklusives Wachstum.

Für die Ukraine gelten insbesondere Reformen bei der Korruptionsbekämpfung als zentrale Voraussetzung. Ein Abschluss der Beitrittsgespräche wird nicht vor dem kommenden Jahrzehnt erwartet.

Angriffe erhöhen den Druck vor dem Winter

Der erneute Raketenangriff trifft Kiew in einer Phase, in der russische Attacken auf die ukrainische Energieversorgung die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit erschweren. Schäden an Heizkraftwerken können nicht nur unmittelbar die Stromversorgung beeinträchtigen, sondern auch die Wärmeversorgung in Wohngebieten gefährden.

Ballistische Raketen verkürzen wegen ihrer hohen Geschwindigkeit die Reaktionszeit der ukrainischen Luftverteidigung. Für die Bevölkerung ist deshalb nicht allein die Zahl der verfügbaren Abwehrsysteme entscheidend, sondern auch der rechtzeitige Zugang zu Aufklärungsdaten über bevorstehende Starts. Der Streit über ausbleibende Warnungen berührt damit eine zentrale Frage der Schutzfähigkeit.

Politischer Konflikt über Verantwortung

Der öffentliche Streit zwischen Selenskyj und Klitschko verknüpft militärische Gefahren mit der Zuständigkeit für die Hauptstadt. Selenskyj stellt die Vorbereitung der Stadt auf Ausfälle infrage, Klitschko verweist auf die Verantwortung der nationalen Luftverteidigung. Für die Bewohner zählen dabei vor allem funktionierende Schutzräume, verlässliche Wärme, Wasser und Verkehr.

Die Auseinandersetzung kann die politische Spannung in Kiew weiter verschärfen. Zugleich laufen die EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine weiter. Der parallele Druck aus Krieg, Energiekrise und Reformanforderungen macht deutlich, dass militärische Abwehr und staatliche Handlungsfähigkeit eng miteinander verbunden sind.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

MDR: „Trump sieht bei Energie-Waffenruhe Selenskyj in der Pflicht“ (14.10.2026)

Der MDR bestätige den Angriff mit mindestens zwei Toten und mehr als 20 Verletzten sowie den Treffer auf ein neunstöckiges Wohnhaus. Der Beitrag hebe zusätzlich hervor, dass die US-Regierung bestreite, die Weitergabe militärischer Aufklärungsdaten eingestellt zu haben, und ordne den offenen Streit zwischen Selenskyj und Klitschko ein.

DER SPIEGEL: „Ukraine: Wolodymyr Selenskyj und Vitali Klitschko - Streit über Wintervorbereitung in Kyjiw“ (13.10.2026)

Der Bericht bestätige den politischen Konflikt über die Wintervorbereitung und setze einen anderen Schwerpunkt auf die Folgen früherer Angriffe für Strom, Wasser, U-Bahn und Notversorgung. Er beschreibe zudem die langjährige Rivalität der beiden Politiker und lasse offen, wie die Zuständigkeiten zwischen Stadt und Zentralregierung künftig abgegrenzt würden.

Beide Beiträge bestätigten den Angriff und den Streit über die Vorbereitung auf den Winter. Der MDR stelle zusätzlich die widersprüchlichen Aussagen zur Weitergabe von Aufklärungsdaten heraus, während der Spiegel die strukturellen Belastungen der Hauptstadt und die politische Vorgeschichte betone.

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