Kuba, USA

Nach US-Druck beendet Jamaika Ärzte-Programm mit Kuba

06.03.2026 - 20:40:29 | dpa.de

Kuba verdient seit Jahren Milliarden mit ÄrzteeinsĂ€tzen im Ausland. Washington bezeichnet das als «Zwangsarbeit» und fordert Konsequenzen.

Kubanische SanitÀtsbrigaden sind in vielen LÀndern der Karibik im Einsatz. - Foto: Yamil Lage/AFP/AP/dpa

Nach Druck aus Washington hat Jamaika sein medizinisches Kooperationsprogramm mit Kuba nach fast 50 Jahren beendet. Jamaikas Gesundheitsminister Christopher Tufton erklĂ€rte, dass GesprĂ€che mit Havanna ĂŒber Änderungen im Programm nicht vorangekommen seien. FĂŒr Kubas kommunistische Regierung sind die medizinischen EinsĂ€tze im Ausland, die Washington als Zwangsarbeit wertet, eine lukrative Einnahmequelle.

Zuvor hatte schon Honduras auf die Dienste von rund 170 entsandten kubanischen Ärzten verzichtet. Auf Jamaika befinden sich derzeit mehr als 280 kubanische Ärzte, wie Tufton vor dem Finanzausschuss des Parlaments angab. Die jamaikanische Regierung sei bereit, nun direkt mit ihnen EinzelvertrĂ€ge zu schließen. Laut dem jamaikanischen Außenministerium hatten sich beide LĂ€nder nach dem Ablauf des vorherigen Abkommens 2023 nicht auf neue Bedingungen einigen können, wie die Zeitung «The Gleaner» aus einer Mitteilung zitierte.

Derzeit werden solche KooperationsvertrĂ€ge mit der kubanischen Regierung geschlossen, die den Großteil der Zahlungen einbehĂ€lt - die Ärzte erhalten nur einen kleinen Teil davon als Gehalt. Washington nennt dies eine Form des Menschenhandels. Im Februar kĂŒndigte das US-Außenministerium VisabeschrĂ€nkungen fĂŒr kubanische und auslĂ€ndische Beamte an, die «kubanische ArbeitskrĂ€fte ausbeuten». 

Havanna bedauerte die Entscheidung Jamaikas, die langjĂ€hrige Zusammenarbeit zu beenden. «Mit dieser Maßnahme gibt die jamaikanische Regierung dem Druck der US-Regierung nach, die sich nicht um die GesundheitsbedĂŒrfnisse ihrer karibischen BrĂŒder kĂŒmmert», hieß es in einer Mitteilung des kubanischen Außenministeriums. Die entsandten Mediziner wĂŒrden nach Kuba zurĂŒckkehren.

Kubas Regierung soll Milliarden US-Dollar fĂŒr die Dienste der Ärzte kassieren

Laut dem US-Außenministerium nimmt Kuba jĂ€hrlich rund sechs bis acht Milliarden US-Dollar (rund 5 bis 6,8 Milliarden Euro) mit dem Export von Dienstleistungen ein, hauptsĂ€chlich durch die Vermietung medizinischen Personals. Kubanische Ärzte und Pfleger sind in rund 60 LĂ€ndern im Einsatz, oft in abgelegenen Regionen. Viele LĂ€nder Lateinamerikas und auch Afrikas sind darauf angewiesen.

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt. Nun ĂŒbt Washington erhöhten Druck auf die sozialistische Karibikinsel aus. Die US-Regierung will den Zufluss von Devisen und Öl, von dem die kommunistische Regierung profitieren soll, grundsĂ€tzlich stoppen. US-PrĂ€sident Donald Trump prophezeite Kuba einen baldigen Zusammenbruch: «Kuba wird sehr bald fallen», sagte er. Aktuell steckt die Insel in einer ihrer schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von Fidel Castro 1959.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 68642427 |