Deutschland, Russland

Leipziger Sprengstoffdrohne: Rom prĂŒft Infos zu VerdĂ€chtigem

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 19:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Italien will prĂŒfen, ob ein möglicher VerdĂ€chtiger im Fall der Leipziger Sprengstoffdrohne mit einem Touristenvisum in die EU eingereist ist. Auf EU-Ebene kocht eine brisante Diskussion wieder hoch.

  • Sagt AufklĂ€rung zu: Italiens Außenminister Antonio Tajani. - Bild: Michael Brandt/dpa
    Sagt AufklĂ€rung zu: Italiens Außenminister Antonio Tajani. - Bild: Michael Brandt/dpa
  • Wirbt fĂŒr schĂ€rfere Visa-Regeln: EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas. - Bild: Michael Brandt/dpa
    Wirbt fĂŒr schĂ€rfere Visa-Regeln: EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas. - Bild: Michael Brandt/dpa
Sagt AufklĂ€rung zu: Italiens Außenminister Antonio Tajani. - Bild: Michael Brandt/dpa Wirbt fĂŒr schĂ€rfere Visa-Regeln: EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas. - Bild: Michael Brandt/dpa

Italien will Informationen prĂŒfen, nach denen ein möglicher Beteiligter an dem mutmaßlich russischen Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig/Halle mit einem von Italien ausgestellten Touristenvisum in die EU eingereist sein soll. Der italienische Außenminister Antonio Tajani sagte am Rande eines EU-Treffens in Irland, es werde nun alle notwendigen Untersuchungen geben. GrundsĂ€tzlich gelte, dass es ein Verfahren fĂŒr die Erteilung von Visa gebe und dafĂŒr bestimmte Voraussetzungen erfĂŒllt sein mĂŒssten. Wenn die betreffenden Personen diese Voraussetzungen erfĂŒllten und zu ihnen keine Warnmeldung vorliege, werde das Visum erteilt.

Zuvor hatten NDR, WDR und «SĂŒddeutsche Zeitung» berichtet, dass es Ermittlern des Bundeskriminalamtes (BKA) inzwischen gelungen sei, TatverdĂ€chtige zu identifizieren. Die «Zeit» berichtete, es werde gegen zwei Beschuldigte ermittelt. Nach Recherchen von NDR, WDR und «SZ» soll einer von ihnen mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum eingereist sein. Das Dokument sei nach Erkenntnissen der Behörden Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk in Belarus ausgestellt worden.

Diskussion ĂŒber Visa-Regeln

Bei dem EU-Außenministertreffen in Irland sorgten die Berichte fĂŒr neue Diskussionen ĂŒber eine mögliche VerschĂ€rfung von Visa-Regeln. Wenn es stimmen sollte, dass einer der VerdĂ€chtigen mit einem italienischen Touristenvisum in die EU gereist sei, dann zeige dies sehr deutlich, dass der EU mit Hilfe von Visa Schaden zugefĂŒgt werden könne, sagte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas.

Viele Mitgliedstaaten hĂ€tten bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass solche Touristenvisa fĂŒr Sabotageakte genutzt wĂŒrden, weil die TĂ€ter in die EuropĂ€ische Union gelangen mĂŒssten. Sie hoffe, dass es im Fall einer BestĂ€tigung der Informationen eine VerschĂ€rfung der derzeitigen VisabeschrĂ€nkungen geben könne. «Denn hier geht es tatsĂ€chlich auch um unsere eigene Sicherheit», sagte sie.

In der EU wird seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine immer wieder ĂŒber die Visaregeln fĂŒr Menschen aus Russland und Partnerstaaten wie Belarus diskutiert. Sie wurden bereits mehrfach verschĂ€rft, ermöglichen es EU-Staaten aber weiterhin, zahlreiche Visa an Touristen aus den LĂ€ndern auszustellen. So vergaben etwa italienische, französische und spanische Konsulate in Russland zuletzt immer noch eine sechsstellige Zahl an Schengen-Visa. Den LĂ€ndern wird von Kritikern vorgeworfen, nicht auf wohlhabende Touristen verzichten zu wollen.

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