Linken-Kandidatin, Macron

Linken-Kandidatin: Macron soll mich zur Premier ernennen

24.07.2024 - 09:34:55 | dpa.de

Frankreich ringt nach der Parlamentswahl weiter um eine Regierung. PrÀsident Macron richtet den Blick zunÀchst aber auf Olympia. Eine Linke stellt nun eine klare Forderung.

Linken-Kandidatin Castets will keine Koalition mit Macrons Lager. - Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

WĂ€hrend Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron frĂŒhestens nach Olympia einen neuen Regierungschef bestimmen will, fordert die Kandidatin des linken Lagers ihre sofortige Ernennung. «Ich bin bereit, wir sind bereit. Ich fordere den PrĂ€sidenten auf, mich zur Premierministerin zu ernennen», sagte Lucie Castets im Sender France Inter.

Die Beamtin des gehobenen Dienstes, die bisher im politischen Frankreich nicht aufgefallen ist, sprach sich klar fĂŒr eine linke Regierung aus. «Eine Sache ist eindeutig: Eine Koalition mit dem PrĂ€sidentenlager ist aufgrund unserer tiefen Meinungsverschiedenheiten unmöglich.» Sie glaube auch nicht, dass dies dem Willen der WĂ€hlerinnen und WĂ€hler entsprĂ€che, die das LinksbĂŒndnis Nouveau Front Populaire zur stĂ€rksten Kraft gemacht hĂ€tten.

Das BĂŒndis aus Sozialisten, GrĂŒnen, Kommunisten und der Linkspartei La France Insoumise hatte die vorgezogene Parlamentswahl in Frankreich ĂŒberraschend gewonnen. Macrons Lager der Mitte landeten auf Platz zwei, das rechtsnationale Rassemblement National um Marine Le Pen kam lediglich auf Platz drei. Kein Lager verfĂŒgt ĂŒber eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.

Kurz nachdem das linke Lager Castets als mögliche Premierministerin vorgeschlagen hatte, sagte Macron am Dienstagabend, er wolle erst frĂŒhestens Mitte August, nach den Olympischen Spielen, einen neuen Premier ernennen.

Der Staatschef mahnte, es gehe nicht um einen bestimmten Namen. «Die Frage ist, welche Mehrheit kann sich in der Nationalversammlung entwickeln, damit eine französische Regierung Reformen durchbringen, einen Haushalt verabschieden und das Land voranbringen kann?» Macron forderte erneut, die politischen Formationen sollten ĂŒber die Grenzen der politischen Lager hinweg Wege der Zusammenarbeit und Kompromisse finden.

Premierminister Gabriel Attal hatte nach der Wahlschlappe des Mitte-Lagers seinen RĂŒcktritt eingereicht, den Macron vergangene Woche annahm. Attal und die Regierung sind nun geschĂ€ftsfĂŒhrend im Amt.

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