Israel, Iran

Israel droht Iran mit «tödlicher und prÀziser» Vergeltung

10.10.2024 - 04:14:53 | dpa.de

LuftschlĂ€ge oder verdeckte EinsĂ€tze: Israels Sicherheitskreise beraten ĂŒber die Reaktion auf den iranischen Angriff. Wie sie ausfĂ€llt, ist noch unklar. Das frustriert auch die VerbĂŒndeten in den USA.

  • Denkbar ist eine Kombination aus LuftschlĂ€gen und verdeckten Operationen. - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
  • Nach dem iranischen Raketenangriff wird in Israel ĂŒber einen Vergeltungsschlag beraten. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Erstmals seit fast zwei Monaten sprachen Biden und Netanjahu wieder miteinander - auch ĂŒber den Iran. - Foto: Susan Walsh/AP/dpa
  • Die USA rufen Israel dazu auf, das Leid fĂŒr die Zivilisten im Gazastreifen zu lindern. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
Denkbar ist eine Kombination aus LuftschlĂ€gen und verdeckten Operationen. - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa Nach dem iranischen Raketenangriff wird in Israel ĂŒber einen Vergeltungsschlag beraten. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa Erstmals seit fast zwei Monaten sprachen Biden und Netanjahu wieder miteinander - auch ĂŒber den Iran. - Foto: Susan Walsh/AP/dpa Die USA rufen Israel dazu auf, das Leid fĂŒr die Zivilisten im Gazastreifen zu lindern. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa

Nach dem massiven Raketenangriff aus dem Iran bereitet Israel einen Vergeltungsschlag gegen den Erzfeind vor. Heute will das israelische Sicherheitskabinett ĂŒber mögliche Szenarien beraten, wie das US-Nachrichtenportal Axios berichtet. Verteidigungsminister Joav Galant drohte dem Iran mit einem harten Vergeltungsschlag. «Wer versucht, dem Staat Israel zu schaden, wird einen Preis zahlen», schrieb er auf der Plattform X. «Unser Angriff im Iran wird tödlich, prĂ€zise und ĂŒberraschend sein.» 

Der Iran hatte in der vergangenen Woche rund 200 Raketen auf Israel abgefeuert. Außerdem unterstĂŒtzt die Regierung in Teheran die Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon und die Huthi-Miliz im Jemen, die ihrerseits immer wieder Israel angreifen. Wie die israelische Reaktion ausfallen könnte, war zunĂ€chst noch unklar. Medienberichten zufolge diskutierte MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu mit den Spitzen von MilitĂ€r und Geheimdiensten zuletzt eine Kombination aus Luftangriffen auf militĂ€rische Ziele im Iran und verdeckten EinsĂ€tzen. «Der Iran wird nicht verstehen, was ihm geschieht», kĂŒndigte Verteidigungsminister Galant beim Besuch einer MilitĂ€reinheit an. 

Nach fast zwei Monaten Funkstille: Netanjahu telefoniert mit Biden

Am Mittwoch telefonierte Regierungschef Netanjahu nach fast zwei Monaten erstmals wieder mit US-PrĂ€sident Joe Biden. Den Angaben zufolge bekrĂ€ftigte Biden in dem Telefonat seine «eiserne» UnterstĂŒtzung fĂŒr die Sicherheit Israels und verurteilte den iranischen Raketenangriff vom 1. Oktober auf Israel scharf. Er betonte dabei das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegen die Hisbollah-Miliz, mahnte jedoch zugleich zur RĂŒcksicht auf die Zivilbevölkerung, insbesondere in den dicht besiedelten Gebieten der libanesischen Hauptstadt Beirut. Medienberichten zufolge steigt in Washington der Frust darĂŒber, dass die israelische Regierung den engen VerbĂŒndeten hĂ€ufig erst im Nachhinein ĂŒber militĂ€rische EinsĂ€tze informiert. Biden hatte in der vergangenen Woche erklĂ€rt, dass er einen israelischen Vergeltungsschlag auf nukleare Ziele nicht unterstĂŒtzen werde. Auch ein Angriff auf die iranische Ölindustrie wird in Washington abgelehnt.

USA fordern Israel zu besserem Schutz von Zivilisten im Gazastreifen auf

Angesichts des großen Leids im Gazastreifen fordern die USA ihren VerbĂŒndeten Israel eindringlich auf, Zivilisten in dem Gebiet besser zu schĂŒtzen. «Diese katastrophalen ZustĂ€nde wurden schon vor Monaten vorausgesagt, und dennoch wurde noch immer nichts unternommen. Das muss sich Ă€ndern, und zwar jetzt», sagte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. «Wir fordern Israel auf, dringend entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.» Die EinschrĂ€nkung von Warenlieferungen in den abgeriegelten KĂŒstenstreifen wĂŒrden «das Leiden im Gazastreifen nur noch verstĂ€rken». Thomas-Greenfield mahnte: «Wir brauchen weniger Hindernisse fĂŒr die Lieferung von HilfsgĂŒtern, nicht mehr.» 

PalÀstinenser: Dutzende Tote nach Angriffen in Dschabalia

Bei israelischen Angriffen auf den Ort Dschabalia im Norden des Gazastreifens kamen palĂ€stinensischen Angaben zufolge Dutzende Menschen ums Leben. Mindestens 47 PalĂ€stinenser wurden getötet, hieß es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen. Darunter soll demnach auch ein palĂ€stinensischer Journalist sein. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Einer der Angriffe soll einem Bericht der palĂ€stinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge dem Hof eines Krankenhauses gegolten haben. Dabei seien auch Zelte von Vertriebenen getroffen worden. Das israelische MilitĂ€r teilte auf Anfrage mit, es habe Hamas-Mitglieder in einem Kommando- und Kontrollzentrum angegriffen. 

Libanon: FĂŒnf Zivilschutz-Mitarbeiter bei israelischem Angriff getötet

Bei einem israelischen Angriff im SĂŒdlibanon wurden nach Behördenangaben fĂŒnf Mitglieder des Zivilschutzes getötet. Sie hĂ€tten sich zum Zeitpunkt des Angriffs in einem Zentrum des Zivilschutzes in dem Ort Derdghaija aufgehalten, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Das Ministerium verurteilte den Angriff auf Helfer und Retter im Libanon. Israel missachte erneut internationale Gesetze und humanitĂ€re Konventionen.

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