Friedrich Merz, Singapur

Merz baut Partnerschaft mit Singapur in vier Bereichen aus

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 06:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz und Singapurs MinisterprĂ€sident Lawrence Wong wollen die Zusammenarbeit in Sicherheit, Handel, Energie und KĂŒnstlicher Intelligenz vertiefen. Eine Grundsatzrede und die Weiterreise nach Japan und SĂŒdkorea folgen.

Handelsvolumen und FirmenprÀsenz in Singapur

  • Fast 2.400 deutsche Unternehmen sind mit insgesamt 45.000 ArbeitsplĂ€tzen in Singapur tĂ€tig.
  • Das jĂ€hrliche Handelsvolumen zwischen Deutschland und Singapur betrĂ€gt 11,8 Milliarden Euro.
  • Nach Singapur reist Bundeskanzler Friedrich Merz weiter nach Japan und SĂŒdkorea.
  • Bundeskanzler Merz wĂ€hrend des Fluges nach Asien. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Deutschland und Singapur rĂŒcken enger zusammen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Es gibt nun eine weitere Kanzer-Orchidee. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzler Merz wĂ€hrend des Fluges nach Asien. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Deutschland und Singapur rĂŒcken enger zusammen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Es gibt nun eine weitere Kanzer-Orchidee. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Merz vereinbart Arbeitsplan mit Singapur

Bundeskanzler Friedrich Merz hat zum Auftakt seiner viertĂ€gigen Asienreise mit Singapur eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft vereinbart. Mit MinisterprĂ€sident Lawrence Wong verstĂ€ndigte er sich auf einen Arbeitsplan fĂŒr mehr Zusammenarbeit in Sicherheit und Verteidigung, Handel und Investitionen, grĂŒner Energie sowie KĂŒnstlicher Intelligenz.

Kontrapunkt zu HandelsbeschrÀnkungen

Merz warb zudem dafĂŒr, Freihandelsabkommen mit der Region weiter voranzubringen. Dies sei ein bewusster Kontrapunkt zu den derzeitigen EinschrĂ€nkungen des globalen Handels, sagte der Kanzler mit Blick auf China.

Deutschland und die EuropÀische Union werfen China unfaire Handelspraktiken vor. Die Reise soll dazu beitragen, Deutschlands Partnerschaften im Asien-Pazifik-Raum breiter aufzustellen und AbhÀngigkeiten von China zu verringern.

Grundsatzrede in Singapur

Am Nachmittag Ortszeit will Merz im Rahmen der traditionsreichen Singapore Lecture eine Grundsatzrede halten. Dabei soll es um die internationale Zusammenarbeit und Deutschlands Beziehungen in der Region gehen.

Zu den frĂŒheren Rednern der Vortragsreihe zĂ€hlen Nelson Mandela, Xi Jinping und Angela Merkel. Nach Singapur reist Merz weiter nach Japan und SĂŒdkorea.

Orchidee nach dem Kanzler benannt

Bei einer Zeremonie im ParlamentsgebĂ€ude wurde eine Orchidee nach dem Kanzler benannt. Die Sorte trĂ€gt den Namen Vanda Friedrich Merz und hat lila-braune BlĂŒten sowie sattgrĂŒne BlĂ€tter.

Singapurs Nationalpflanze wird traditionell nach hochrangigen GĂ€sten benannt. Zuvor waren bereits die Sorten Dendrobium Angela Merkel und Renanthera Olaf Scholz nach deutschen Regierungschefs benannt worden. Diese Form der Ehrung wird als Orchideen-Diplomatie bezeichnet.

Enge Wirtschaftsbeziehungen

Zwischen Deutschland und Singapur bestehen seit vielen Jahren enge Beziehungen in Wirtschaft, Verteidigung und Forschung. Nach Angaben der Bundesregierung sind fast 2.400 deutsche Unternehmen mit insgesamt 45.000 ArbeitsplÀtzen in Singapur tÀtig.

Das jĂ€hrliche Handelsvolumen belĂ€uft sich auf 11,8 Milliarden Euro. FĂŒr Merz ist es die dritte Reise als Kanzler nach Asien.

Diversifizierung jenseits von China

Bereits im Januar hatte Merz zunĂ€chst Indien und erst wenige Wochen spĂ€ter China besucht. Die Reihenfolge galt als Zeichen fĂŒr das Ziel, die wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit Deutschlands von China bei Exporten und beim Import wichtiger Rohstoffe zu verringern.

Auch die aktuelle Reise nach Singapur, Japan und SĂŒdkorea dient dieser Diversifizierung.

Die Vereinbarung mit Singapur steht fĂŒr den Versuch, Deutschlands Beziehungen im Indopazifik breiter aufzustellen. Berlin verbindet dabei wirtschaftliche Interessen mit sicherheitspolitischen Zielen: Weniger einseitige AbhĂ€ngigkeiten von China sollen durch engere Kooperationen mit verlĂ€sslichen Partnern und durch stabilere Lieferketten erreicht werden.

Singapur nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Der Stadtstaat ist ein zentraler Finanz-, Technologie- und Logistikknotenpunkt SĂŒdostasiens und dient vielen Unternehmen als Zugang zum ASEAN-Raum. FĂŒr Deutschland sind deshalb nicht nur bilaterale Handelszahlen relevant, sondern auch die politische StabilitĂ€t, die Rechtssicherheit und die Bedeutung freier Seewege fĂŒr globale Lieferketten.

Wirtschaft und Sicherheit verknĂŒpft

Der vereinbarte Arbeitsplan verbindet klassische Außenwirtschaft mit neuen Feldern wie KĂŒnstlicher Intelligenz, grĂŒner Energie und Verteidigung. Das entspricht dem breiteren Ansatz deutscher Asienpolitik, bei dem wirtschaftliche Resilienz, technologische Kooperation und der Schutz kritischer Infrastruktur zusammen gedacht werden.

FĂŒr Unternehmen können engere Partnerschaften langfristig zusĂ€tzliche Absatz- und Investitionsmöglichkeiten schaffen. Zugleich bleibt der Erfolg davon abhĂ€ngig, ob angekĂŒndigte Vorhaben in konkrete Projekte, verlĂ€ssliche Handelsregeln und belastbare Vereinbarungen zur Sicherheit umgesetzt werden. Nach Singapur stehen mit Japan und SĂŒdkorea zwei weitere wichtige Partner auf Merz' Reiseplan.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

stern: „Kanzler auf Asienreise: Wirtschaft, Sicherheit und eine Orchidee: Merz in Singapur“ (27.10.2026)

Der Artikel hebt neben dem vereinbarten Ausbau der strategischen Partnerschaft die wirtschaftliche Bedeutung Singapurs und die geplante Grundsatzrede des Kanzlers hervor. Einen zusÀtzlichen Schwerpunkt legt er auf die symbolische Orchideentaufe und die Rolle des Stadtstaats als Handelspartner.

ZDFheute: „Asien-Reise: Kanzler Merz auf Partnersuche in schwierigen Zeiten“ (26.10.2026)

Der Beitrag ordnet die Reise stÀrker in die deutsche De-Risking-Strategie und die sicherheitspolitische Lage im Indopazifik ein. Er betont zusÀtzlich die Bedeutung von Lieferketten, kritischer Unterwasserinfrastruktur und Investitionen, wÀhrend der dpa-Bericht den konkreten Arbeitsplan mit Singapur in den Mittelpunkt stellt.

Beide BeitrÀge bestÀtigen die Verbindung von Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Der stern-Artikel beleuchtet stÀrker den bilateralen Besuch, ZDFheute den regionalen und strategischen Rahmen.

Disclaimer...
de | ausland | 70417567 |