Merz und Trump sprechen ĂŒber Ukraine-Krieg und Nato-Konsens
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:21 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSTrumps RĂŒckruf prĂ€gt die Abstimmung
- Bundeskanzler Friedrich Merz telefonierte in der Nacht mit US-PrÀsident Donald Trump.
- Regierungssprecher Stefan Kornelius erklĂ€rte die Bundesregierung als in Trumps Ăberlegungen eingebunden.
- Die GesprÀche mit Russland beziehen sich auf mögliche Formate in Abu Dhabi oder an spÀteren Orten.
- Der RĂŒckruf folgte auf einen gescheiterten Anrufversuch des Bundeskanzlers.
Merz und Trump stimmen Ukraine-Kurs ab
Bundeskanzler Friedrich Merz hat in der Nacht mit US-PrÀsident Donald Trump telefoniert. Nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius ging es dabei insbesondere um den Ukraine-Krieg.
Berlin in Ăberlegungen eingebunden
Merz sei in die Ăberlegungen des US-PrĂ€sidenten "eingebunden", sagte Kornelius am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. Die jĂŒngsten GesprĂ€che der US-Regierung mit Vertretern Russlands liefen vor dem Hintergrund lĂ€nger andauernder Vorbereitungen fĂŒr Verhandlungsformate in Abu Dhabi oder zu einem spĂ€teren Zeitpunkt an anderen Orten.
In diese Abstimmungen sei die Bundesregierung gemeinsam mit der E3-Gruppe und den anderen europÀischen Partnern eingebunden, erklÀrte der Regierungssprecher.
Deutschland verlangt europÀische Beteiligung
Washington und Berlin seien sich einig, dass zunĂ€chst der Krieg in der Ukraine beendet und anschlieĂend ĂŒber eine "europĂ€ische Sicherheitsordnung" gesprochen werden mĂŒsse. DafĂŒr sei auĂerdem ein "Konsens der Nato-Partner" erforderlich.
GesprĂ€che ĂŒber das Kriegsende und die Zukunft Europas mĂŒssten mit europĂ€ischer Beteiligung gefĂŒhrt werden, sagte Kornelius. Andernfalls seien sie "nicht zielfĂŒhrend".
Trump reagiert auf Anrufversuch
Das Telefonat kam durch einen RĂŒckruf Trumps zustande. Der US-PrĂ€sident reagierte damit auf einen gescheiterten Anrufversuch des Bundeskanzlers.
Deutschland und die US-Regierung stĂŒnden in "stĂ€ndigem Austausch" mit dem PrĂ€sidenten, fĂŒgte der Regierungssprecher hinzu.
Das Telefonat fĂ€llt in eine Phase, in der Washington seine Kontakte zu Russland und mögliche Verhandlungsformate fĂŒr ein Ende des Ukraine-Kriegs vorantreibt. Nach Angaben des Regierungssprechers werden dabei Abu Dhabi und weitere mögliche GesprĂ€chsorte erörtert. Die Bundesregierung ist nach dieser Darstellung gemeinsam mit den europĂ€ischen Partnern in die Abstimmungen einbezogen.
Politisch entscheidend ist der von Berlin betonte Ablauf: ZunĂ€chst soll der Krieg beendet werden, anschlieĂend soll ĂŒber eine europĂ€ische Sicherheitsordnung gesprochen werden. Damit verbindet die Bundesregierung die Ukraine-Frage mit der langfristigen Sicherheitsarchitektur des Kontinents. Zugleich pocht sie auf eine Beteiligung Europas und einen Konsens der Nato-Partner.
EuropÀische Beteiligung als Kernpunkt
FĂŒr Deutschland geht es damit nicht nur um die Frage möglicher GesprĂ€che zwischen den USA und Russland. Vereinbarungen ĂŒber die Ukraine könnten unmittelbar europĂ€ische Sicherheitsinteressen, mögliche Garantien und die kĂŒnftige Rolle der Nato berĂŒhren. Die Einbindung des Bundeskanzlers signalisiert, dass Berlin Einfluss auf den Prozess nehmen will, ohne den Ausgang möglicher Verhandlungen vorwegzunehmen.
Das GesprĂ€ch kam durch einen RĂŒckruf Trumps zustande, nachdem ein Anrufversuch des Kanzlers zunĂ€chst nicht erfolgreich gewesen war. Der Hinweis auf einen "stĂ€ndigen Austausch" unterstreicht die Bedeutung des direkten Kanals zwischen Berlin und Washington in den laufenden diplomatischen Abstimmungen.
