Amtsinhaber Mnangagwa gewinnt PrÀsidentenwahl in Simbabwe
27.08.2023 - 02:21:31 | dpa.de
In Simbabwe ist Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa in der von Beobachtern als unzureichend frei und fair eingestuften PrÀsidentenwahl zum Wahlsieger erklÀrt worden. Der 80 Jahre alte Amtsinhaber konnte sich knapp 53 Prozent der abgegebenen Stimmen sichern, der aussichtsreichste Oppositionskandidat Nelson Chamisa kam auf 44 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am spÀten Samstagabend in der Hauptstadt Harare erklÀrte.
Damit sichert sich Mnangagwa, der 2017 zunĂ€chst nach einem MilitĂ€rputsch an die Macht gekommen war, eine zweite fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeit als PrĂ€sident. Auch im Parlament konnte sich die Regierungspartei Zanu-PF vorlĂ€ufigen Ergebnissen zufolge eine solide Mehrheit sichern. Chamisas Oppositionspartei CCC stellte unterdessen das Resultat der Wahl infrage. «Wir werden nicht umkippen und erfundene LĂŒgen akzeptieren», hieĂ es in einer ErklĂ€rung der Partei, die zudem eine «BĂŒrger-ĂberprĂŒfung» der Ergebnisse ankĂŒndigte.
Schon in einer ersten Stellungnahme nach Bekanntgabe der Ergebnisse am Samstagabend hatte die Partei von «Diskrepanzen» in den Angaben der zentralen Wahlkommission gesprochen. Der Wahlverantwortliche von CCC-Kandidat Chamisa habe seine Unterschrift verweigert. Die CCC hatte der Regierung bereits nach der teils chaotischen Abstimmung vom Mittwoch vorgeworfen, die Wahl gezielt zu manipulieren.
Kritik von Wahlbeobachtern
Regionalen Wahlbeobachtern zufolge entsprach die PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahl teils nicht den gesetzlichen Anforderungen des Landes im sĂŒdlichen Afrika. Insbesondere in lĂ€ndlichen Gebieten sei es zu weitreichenden EinschĂŒchterungen durch Gruppen gekommen, die der Regierungspartei Zanu-PF nahe stĂŒnden, hieĂ es am Freitag in einem Bericht der Wahlbeobachter der Entwicklungsgemeinschaft des sĂŒdlichen Afrikas (SADC). Zudem kritisierte die Organisation die Verzögerungen an Wahllokalen, nachdem Wahlunterlagen nicht rechtzeitig angeliefert wurden. Auch von den Wahlbeobachtern der EuropĂ€ischen Union gab es deutliche Kritik.
Menschenrechtsorganisationen hatten bereits vor der Abstimmung die EinschĂŒchterung von WĂ€hlern, FĂ€lschungen der WĂ€hlerverzeichnisse und die Besetzung der Wahlkommission mit Gefolgsleuten der Regierungspartei Zanu-PF kritisiert.
Simbabwes Wirtschaft befindet sich in einer schweren Krise mit hoher Arbeitslosigkeit und galoppierender Inflation. International ist Simbabwe relativ isoliert - viele westliche GeberlÀnder etwa vermeiden wegen Demokratiedefiziten eine Zusammenarbeit mit Mnanagagwas Regierung.
In dem Land mit rund 16 Millionen Einwohnern ist es im Zusammenhang mit Wahlen immer wieder zu Gewalt und ManipulationsvorwĂŒrfen gekommen. Seit der UnabhĂ€ngigkeit Simbabwes von der Kolonialmacht GroĂbritannien 1980 fĂŒhrte Langzeitmachthaber Robert Mugabe das Land in unterschiedlichen Positionen bis 2017, zuletzt mit zunehmend harter Hand. Nach dem Sturz von PrĂ€sident Mugabe durch das MilitĂ€r kam der ehemalige VizeprĂ€sident Mnangagwa an die Macht. Die Wahl ein Jahr spĂ€ter, bei der Mnangagwa nur knapp vor Chamisa lag, war ebenfalls von Gewalt und UnterdrĂŒckung ĂŒberschattet.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
