Huthi-Miliz greift Israel an - Hoffnung auf Iran-GesprÀche
28.03.2026 - 13:53:08 | dpa.deWenige Stunden nach AnkĂŒndigungen aus der US-Regierung ĂŒber baldige Verhandlungen ist die militant-islamistische Huthi-Miliz in den Iran-Krieg eingetreten. Die Rebellen reklamierten einen Raketenangriff auf Israel in den frĂŒhen Morgenstunden fĂŒr sich. Die Rakete wurde Medienberichten zufolge abgefangen, Verletzte oder SchĂ€den hat es demnach nicht gegeben.
Zuvor hatte der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, GesprĂ€che mit dem Iran noch in dieser Woche in Aussicht gestellt. Dabei geht es insbesondere um eine Antwort auf einen dem Iran vorliegenden 15-Punkte-Plan der USA fĂŒr ein Kriegsende. In der BemĂŒhung um eine Deeskalation lud zudem die pakistanische Regierung die AuĂenminister Saudi-Arabiens, Ăgyptens und der TĂŒrkei zu Beratungen am Sonntag und Montag ein.
Details ĂŒber die Agenda des Treffens in Islamabad wurden zunĂ€chst nicht genannt. Das Ă€gyptische AuĂenministerium teilte mit, im Mittelpunkt der GesprĂ€che stĂŒnde unter anderem die jĂŒngste Eskalation in der Region. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler fĂŒr eine mögliche Beendigung des Konflikts angeboten.
Der iranische PrĂ€sident Massud Peseschkian drohte am Samstag den Nachbarn mit VergeltungsschlĂ€gen fĂŒr den Fall, dass die Infrastruktur und Wirtschaftszentren des Landes angegriffen werden. In einer «Botschaft an die LĂ€nder der Region» schrieb Peseschkian auf der Plattform X: «Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus fĂŒhren.» Die iranischen Angriffe auf die Nachbarn in der Region sowie auf Israel dauerten auch zu Beginn der fĂŒnften Kriegswoche an.
Verletzte bei iranischen Raketenangriffen
Das MedienbĂŒro der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi meldete BrĂ€nde in Folge von herabfallenden Raketenteilen. Es seien insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Auch im Oman wurde ein Verletzter gemeldet. Zwei Drohnen hĂ€tten den Hafen von Salalah im Westen des Landes attackiert, meldete die omanische Nachrichtenagentur ONA.Â
Die kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna berichtete unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, dass der Flughafen in der Hauptstadt Kuwait-Stadt von mehreren Drohnen angegriffen worden sei. Es habe keine Verletzten gegeben. Es sei jedoch ein erheblicher Schaden am Radarsystem des Flughafens entstanden. Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums wurde in der Nacht eine auf die Region der Hauptstadt Riad gerichtete ballistische Rakete abgefangen und zerstört. AuĂerdem seien drei Drohnen abgefangen worden.
Einem Bericht des «Wall Street Journals» zufolge waren zuletzt zwölf US-EinsatzkrĂ€fte bei einem iranischen Angriff auf einen LuftwaffenstĂŒtzpunkt in Saudi-Arabien verletzt worden. Sie befanden sich in einem GebĂ€ude auf der Prince Sultan Airbase, das bei der Bombardierung getroffen wurde, wie die US-Zeitung unter Berufung auf US- und arabische Vertreter berichtete. BeschĂ€digt wurden demnach auch amerikanische Tankflugzeuge.
Israel meldete im Gegenzug, erneut Ziele der iranischen FĂŒhrung in der Hauptstadt Teheran angegriffen zu haben. Eine weitere Angriffswelle sei abgeschlossen worden, teilte das MilitĂ€r mit. Details zu den genauen Zielen und möglichen Auswirkungen gab es zunĂ€chst nicht. Nach israelischen Angaben wurden zudem erneut Ziele der proiranischen Hisbollah im Libanon angegriffen. Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut mehrere Raketenangriffe auf Israel fĂŒr sich.
Rubio: Einsatz von Bodentruppen nicht zwingend nötig
Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar begonnen. US-AuĂenminister Marco Rubio sagte nach GesprĂ€chen der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien (G7) bei Paris, das MilitĂ€r liege vor dem Zeitplan zur Erreichung der Kriegsziele. «Und wir können sie ohne Bodentruppen erreichen», sagte Rubio. Der Einsatz im Iran könnte «in wenigen Wochen, nicht in Monaten» abgeschlossen werden. Kategorisch ausschlieĂen wollte Rubio den Einsatz von Bodentruppen aber nicht.
Die USA wĂŒrden sich diese FlexibilitĂ€t vorbehalten, um PrĂ€sident Donald Trump «maximale Handlungsfreiheit und maximale Möglichkeiten zu geben, sich auf EventualitĂ€ten einzustellen». Der US-PrĂ€sident hat sich derweil bei einem Kongress in Miami erneut an den Nato-VerbĂŒndeten abgearbeitet und dabei auch Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert.
Trump wiederholt Kritik an Deutschland und Nato
Der deutsche Bundeskanzler habe gesagt: «"Das ist nicht unser Krieg"», sagte Trump. Er schob nach, dass dann der Ukraine-Krieg auch nicht der Krieg der USA sei. Der Satz «Das ist nicht unser Krieg» stammt ursprĂŒnglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Merz hatte sich unlĂ€ngst bei einem Besuch in Norwegen so geĂ€uĂert: «Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.»
Trump hatte Nato-VerbĂŒndete um Hilfe bei der militĂ€rischen Absicherung der durch den Iran-Krieg weitgehend blockierten Schifffahrt in der StraĂe von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig fĂŒr den weltweiten Ălhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, kritisierte er sie wiederholt mit scharfen Worten. Am Freitag sagte er: «Wir wĂ€ren immer fĂŒr sie da gewesen, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, mĂŒssen wir das wohl nicht mehr, oder?»
Merz dagegen attackierte Trump fĂŒr dessen Agieren im Iran-Krieg. «Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang», sagte Merz auf dem «F.A.Z.-Kongress 2026». «Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur fĂŒr die Betroffenen, sondern fĂŒr uns alle.»
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