Gemeinsames Wassermanagement kann Frieden stiften
22.03.2024 - 05:03:04 | dpa.deKonflikte um Trinkwasserressourcen nehmen weltweit zu, deshalb richten die Vereinten Nationen mit dem Motto des diesjĂ€hrigen Weltwassertags auch einen Appell an Gesellschaften und NachbarlĂ€nder: «Wasser fĂŒr den Frieden». «Unter anderem aufgrund des Klimawandels gibt es immer mehr Wasserknappheit, mehr Konflikte und es besteht die Gefahr, dass es in Zukunft auch Kriege um Wasser geben könnte», sagt Sonja Köppel, Leiterin des Sekretariats der UN-Wasserkonvention, der Deutschen Presse-Agentur.
Die Konvention von 1992 hilft NachbarlĂ€ndern, die sich Wasserressourcen teilen, gemeinsame Managementstrukturen zu schaffen, um Konflikte zu verhindern. Sie erlebt nach Angaben von Köppel gerade einen Boom: Die Konvention war ursprĂŒnglich fĂŒr die Region Europa und Zentralasien konzipiert, ist seit 2016 aber fĂŒr LĂ€nder in aller Welt offen. Seitdem stieg die Zahl der Mitglieder von 41 auf 52. Weitere rund 30 LĂ€nder seien im Prozess des Beitritts.
Beispiel aus dem ehemaligen Jugoslawien
«Wir konnten in den vergangenen Jahren und sogar Jahrhunderten sehen, dass gemeinsames Wassermanagement eine Rolle als Friedensstifter gespielt hat», sagt sie. Zum Beispiel im ehemaligen Jugoslawien: Die Anrainer des Flusses Sava - Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien - hĂ€tten kurz nach dem Ende des Krieges 2002 ein internationales Abkommen geschlossen, in dem es unter anderem um den Austausch von Daten etwa ĂŒber WasserqualitĂ€t und -quantitĂ€t ging. Dies habe zu weiterer Kooperation gefĂŒhrt, etwa im Bereich Umweltschutz. «Das hat zur Befriedung der Region beigetragen.»Â
Engere Kooperation habe es ĂŒber das Management gemeinsamer FlĂŒsse auch zwischen der Ukraine und Moldau und zwischen Kasachstan und Kirgistan gegeben. Auch zwischen WeiĂrussland und Litauen sei es ĂŒber eine anfĂ€ngliche technische Kooperation gelungen, ein Protokoll ĂŒber das Management eines gemeinsamen Flusses zu erarbeiten. Diese Vereinbarung liege aber wegen der politischen Lage zurzeit auf Eis.
153 LĂ€nder teilen sich Wasserressourcen
153 LĂ€nder weltweit teilen sich mit NachbarlĂ€ndern Wasserressourcen. Nur 24 hĂ€tten bislang bei sĂ€mtlichen FlĂŒssen und Seen auf ihrem Gebiet Vereinbarungen mit NachbarlĂ€ndern getroffen. Dazu gehöre Deutschland.Â
Die Konvention heiĂt «Ăbereinkommen zum Schutz und zur Nutzung grenzĂŒberschreitender WasserlĂ€ufe und internationaler Seen». Sie ist in der UN-Wirtschaftskommission fĂŒr Europa der Vereinten Nationen (Unece) in Genf angesiedelt und hilft MitgliedslĂ€ndern mit Expertise fĂŒr gemeinsame Abkommen oder Anpassung an den Klimawandel. Sie bietet auch Vermittler an, die LĂ€ndern in StreitfĂ€llen helfen, Konflikte aus dem Weg zu rĂ€umen. Â
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