Ukraine bereit zu 30-tÀgiger Feuerpause ab Montag
10.05.2025 - 13:39:25 | dpa.de
Die Ukraine hat eine 30-tĂ€gige Waffenruhe im Krieg mit Russland bereits ab Montag angeboten. «Die Ukraine und alle VerbĂŒndeten sind bereit fĂŒr eine vollstĂ€ndige, bedingungslose Waffenruhe zu Land, in der Luft und auf See fĂŒr mindestens 30 Tage schon ab Montag», schrieb der ukrainische AuĂenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. «Wenn Russland zustimmt und eine wirksame Ăberwachung gewĂ€hrleistet ist, können ein dauerhafter Waffenstillstand und vertrauensbildende MaĂnahmen den Weg zu Friedensverhandlungen ebnen.»
Zuvor hatten der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj und die nach Kiew gereisten Vertreter der sogenannten «Koalition der Willigen» - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und der polnische MinisterprĂ€sident Donald Tusk - demnach mit US-PrĂ€sident Donald Trump telefoniert. Selenskyjs Kanzleichef Andrij Jermak verbreitete ein Foto der Gruppe und schrieb von «historischen Momenten».Â
Sowohl Trump als auch europĂ€ische Ukraine-VerbĂŒndete hatten zuletzt ihre Forderungen nach einer 30-tĂ€gigen Waffenruhe bekrĂ€ftigt und Russland mit Sanktionen gedroht, falls es nicht zustimmt.
Russland nennt Bedingungen fĂŒr Waffenruhe
Russland hat von den USA und der EU als Voraussetzung fĂŒr eine 30-tĂ€gige Feuerpause ein Ende der Waffenlieferungen an Kiew gefordert. «Andernfalls wird es einen Vorteil fĂŒr die Ukraine geben», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow im Interview des US-Senders ABC. Die Ukraine wĂŒrde eine Waffenruhe dazu nutzen, um ihre «totale Mobilmachung» fortzusetzen und neue Truppen an die Front zu bringen, um neues Personal auszubilden und den derzeitigen KĂ€mpfern eine Atempause zu verschaffen, sagte Peskow.
«Warum sollten wir der Ukraine solch einen Vorteil verschaffen?», fragte Peskow die US-Journalistin. Russland selbst komme gerade bei seiner Offensive in der Ukraine voran und habe die Initiative, betonte er. Der Kremlsprecher Ă€uĂerte zugleich die Hoffnung, dass US-PrĂ€sident Trump seinen Einfluss auf die Ukraine weiter nutze und Moskau dabei helfe, Kiew zu Verhandlungen zu drĂ€ngen. Er warf der Ukraine vor, sie wolle Verhandlungen aus dem Weg gehen.
Beide Kriegsparteien bezichtigen sich immer wieder gegenseitig, kein echtes Interesse an einem Ende der Kampfhandlungen zu haben. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj pocht inzwischen tĂ€glich auf die von Trump vorgeschlagene 30-tĂ€gige Waffenruhe. Sie soll die Voraussetzung bieten fĂŒr Verhandlungen zur Lösung des Konflikts.Â
Kreml reagiert gelassen auf Sanktionsdrohung des Westens
Russland regierte gelassen auf die Sanktionsdrohungen des Westens, sollte es der Feuerpause nicht zustimmen. Russland werde sich davon nicht einschĂŒchtern lassen und habe sich ohnehin an die StrafmaĂnahmen gewöhnt, sagte Peskow dem Staatsfernsehen in Moskau. «Wir stellen uns sogar schon vor, was wir nach der VerhĂ€ngung dieser Sanktionen tun, wie wir ihre Folgen minimieren werden», sagte Peskow. «Uns mit Sanktionen Angst zu machen, lĂ€uft ins Leere.»
Die EU und die USA haben Russland bereits mit zahlreichen Sanktionen belegt, um dem Land wirtschaftlich die Grundlage fĂŒr die Fortsetzung des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu nehmen. Auch westliche Experten bescheinigen der russischen Wirtschaft aber eine so nicht erwartete Robustheit. Zwar sind die vielen wirtschaftlichen Probleme unĂŒbersehbar, weil es etwa am einfachen Zugang zu westlicher Technik fehlt. Die RohstoffgroĂmacht nimmt aber weiter Milliarden etwa aus dem Ăl- und Gasverkauf ein. Das Geld hĂ€lt wiederum die Kriegswirtschaft am Laufen.
Noch bis Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) gilt eine einseitig von Russland verhĂ€ngte dreitĂ€gige Waffenruhe anlĂ€sslich der Feiern zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Die Kriegsparteien warfen sich in den vergangenen beiden Tagen immer wieder VerstöĂe gegen die Feuerpause vor.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren mit westlicher UnterstĂŒtzung gegen eine russische Invasion.
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