Russland, Ukraine

Moskau: Behörden halten sich nach «Terrorakt» bedeckt

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 13:39 Uhr | dpa.de

Bei einer Explosion in einem Moskauer Restaurant kommen Menschen ums Leben. Der BĂŒrgermeister spricht von Terror. Doch zum Hintergrund gibt es bislang nur Spekulationen. War ein General in dem Lokal?

  • Mehrere Menschen kamen bei einer Explosion in Moskau ums Leben.  - Bild: Feng Kaihua/XinHua/dpa
    Mehrere Menschen kamen bei einer Explosion in Moskau ums Leben. - Bild: Feng Kaihua/XinHua/dpa
  • Behörden halten sich mit Informationen zu möglichen HintergrĂŒnden des Vorfalls bedeckt.  - Bild: Sergei Vedyashkin/Moscow News Agency/AP/dpa
    Behörden halten sich mit Informationen zu möglichen HintergrĂŒnden des Vorfalls bedeckt. - Bild: Sergei Vedyashkin/Moscow News Agency/AP/dpa
Mehrere Menschen kamen bei einer Explosion in Moskau ums Leben.  - Bild: Feng Kaihua/XinHua/dpa Behörden halten sich mit Informationen zu möglichen HintergrĂŒnden des Vorfalls bedeckt.  - Bild: Sergei Vedyashkin/Moscow News Agency/AP/dpa

Der Moskauer BĂŒrgermeister Sergej Sobjanin bewertet den tödlichen Sprengstoffanschlag in einem Ausgehviertel mitten in der Hauptstadt als «brutalen Terrorakt». Zu den HintergrĂŒnden der Tat, die sich in einem Gourmetrestaurant ereignete, halten sich die Behörden jedoch bedeckt. Es liefen die nötigen Ermittlungen zu der Explosion, teilte das Nationale Antiterror-Komitee am Morgen mit. 

Die Schuldigen wĂŒrden gefunden und bestraft, schrieb BĂŒrgermeister Sobjanin auf Telegram. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus. Mehrere NachrichtenkanĂ€le bei Telegram berichteten, dass die Zahl der Todesopfer nach dem Anschlag vom Samstagabend auf fĂŒnf gestiegen sei. 

Eine offizielle BestĂ€tigung fĂŒr die Zahl der Toten es zunĂ€chst nicht. Nach der Explosion hatten die Behörden von 3 Toten und 21 Verletzten gesprochen. Bei den Toten handelte es sich nach Angaben des nationalen Anti-Terror-Komitees um eine Frau, die verdĂ€chtigt wird, den Sprengsatz mitgebracht zu haben, den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der sie nicht ins Lokal durchgelassen habe, und um einen Gast. 

Sprengsatz per Fernsteuerung gezĂŒndet

Der selbstgebaute Sprengsatz war demnach gegen 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) am Samstag in dem Restaurant in einem beliebten Moskauer Ausgehviertel in der NÀhe des Zoos explodiert. 

Die Tageszeitung «Kommersant» berichtete unter Berufung auf eigene Quellen, dass das Ziel der Attacke die GĂ€ste einer privaten Veranstaltung in dem Restaurant waren. Die Bombe mit Metallkugeln soll demnach ĂŒber eine Fernsteuerung gezĂŒndet worden sein, als die Frau von dem Wachdienst ĂŒberprĂŒft wurde. Womöglich habe die Frau aber nichts gewusst vom Inhalt des Pakets, das sie bei sich trug - und das fĂŒr eine gewöhnliche Zustellung eines Geschenks gehalten.

Feierte ein General in dem Restaurant Geburtstag?

Russische MilitĂ€rblogger schrieben bei Telegram, dass in dem Restaurant ein General der StreitkrĂ€fte seinen 55. Geburtstag gefeiert habe. Demnach kursierte der Name Alexander Tschajko - seit Mai dieses Jahres Chef der russischen Luft- und RaumfahrtstreitkrĂ€fte. Er soll dort auch seine Beförderung gefeiert haben. Unter den GĂ€sten seien ranghohe Geheimdienstler, Beamte, Abgeordnete und GenerĂ€le gewesen, hieß es. Eine offizielle BestĂ€tigung gab es auch dafĂŒr nicht.

Zuvor war Tschajko stellvertretender Generalstabschef gewesen. Im MÀrz dieses Jahres wurde Tschajko einer Mitteilung des EuropÀischen Rats zufolge wegen seiner Rolle beim Massaker in Butscha kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 mit Sanktionen belegt. 

Die Behörden machten dazu zunĂ€chst keine Angaben. Das Restaurant war am Samstagabend wegen einer geschlossenen Gesellschaft nicht einfach zugĂ€nglich. Medien berichteten, dass wegen der Bedeutung der GĂ€ste ein Großaufgebot an KrĂ€ften des auch fĂŒr den Schutz des russischen PrĂ€sidenten zustĂ€ndigen Föderalen Sicherheitsdienstes FSO im Einsatz war.

Schon mehrfach Attentate auf ranghohe russische MilitĂ€rs verĂŒbt

Immer wieder werden seit Beginn des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 ranghohe MilitÀrs und Propagandisten zur Zielscheibe von Attentaten auch in Russland. Der stellvertretende Chef des russischen Armeegeheimdienstes, Wladimir Alexejew, wurde im Februar dieses Jahres schwer verletzt. 

Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im Dezember 2024 war Igor Kirillow, der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen, ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat. Er sieht solche Attentate als Teil des Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg.

Der Moskauer Inlandsgeheimdienst FSB berichtet immer wieder, dass die ukrainischen Geheimdienste TĂ€ter fĂŒr Terror- und Sabotageakte anwerben wĂŒrden. Dutzende VerdĂ€chtige sitzen deshalb in Haft. Der FSB mahnt immer wieder BĂŒrger zur Achtsamkeit, sich nicht auf solche Taten einzulassen.

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