Kiew, Verlusten

Kiew spricht von hohen Verlusten der Nordkoreaner

18.12.2024 - 13:37:58 | dpa.de

Moskau setzt im Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht nur eigene Soldaten, sondern auch Nordkoreaner ein. Es gibt erste Gefechte, und die gehen bitter aus fĂŒr die MĂ€nner aus dem Fernen Osten.

Russland schickt neben eigenen Soldaten auch Nordkoreaner in den Angriffskrieg gegen die Ukraine. - Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Die nordkoreanischen Soldaten im Einsatz fĂŒr Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erleiden nach EinschĂ€tzung in Kiew und Washington hohe Verluste. Bisherigen Angaben zufolge schickt die Moskauer MilitĂ€rfĂŒhrung die Nordkoreaner vor allem in die KĂ€mpfe zur RĂŒckeroberung des ukrainisch besetzten Gebietes Kursk.

Dort fĂŒge die ukrainische Armee den Truppen aus Nordkorea schwere Verluste zu, teilte der Geheimdienst SBU in Kiew mit. Dies ergebe sich unter anderem aus abgehörten Telefonaten. Demnach seien allein in ein Krankenhaus bei Moskau binnen weniger Tage mehr als 200 verletzte Nordkoreaner eingeliefert worden. Dort gebe es Beschwerden, dass die AuslĂ€nder bevorzugt behandelt wĂŒrden. Die Angaben des Geheimdienstes und die angefĂŒhrten Zitate lassen sich indes nicht unabhĂ€ngig bestĂ€tigen.

PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj ging in den vergangenen Tagen mehrfach auf die Nordkoreaner ein und sprach von vielen Toten und Verletzten. Er warf Russland vor, tote Soldaten zu verbrennen, um die Verluste zu verschleiern. Im Rahmen der bilateralen MilitĂ€rkooperation mit Russland hat das abgeschottete kommunistische Nordkorea nicht nur Munition, Raketen und GeschĂŒtze geschickt, sondern auch geschĂ€tzt 10.000 Soldaten entsandt. Die Ukraine ist verĂ€rgert, dass ihre VerbĂŒndeten auf diese Eskalation bislang nicht reagieren.

Washington: «Wir haben die Verluste gesehen»

Auch einem ranghohen US-MilitĂ€r zufolge, der von dortigen Medien zitiert wurde, sollen die Verluste an getöteten und verletzten Nordkoreanern in die Hunderte gehen. Etwas vorsichtiger sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums: «Wir haben gesehen, dass nordkoreanische Soldaten an die Front in Kursk geschickt werden, und wir haben gesehen, dass sie Verluste erleiden, sowohl Tote im Gefecht wie Verwundete.»

Dabei sieht die US-Regierung die Ukraine im Recht, die Nordkoreaner zu bekĂ€mpfen. «Sie sind in einen Krieg eingetreten und sind damit Kombattanten und legitime Ziele fĂŒr das ukrainische MilitĂ€r», sagte Sprecher Matthew Miller vom US-Außenministerium. Bislang lasse sich ein Einsatz der Nordkoreaner nur auf russischem Gebiet beobachten. Sollten sie auch in die russisch besetzten Gebiete der Ukraine vordringen, bedeute diese eine weitere Eskalation des Krieges durch Moskau und Pjöngjang.

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