US-Börsen nach Fed-Zinserhöhung: Dow fÀllt um 1,2 Prozent
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:22 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSNach der Zinserhöhung der US-Notenbank haben sich die US-Börsen am Mittwoch uneinheitlich entwickelt. Vor allem der Dow Jones schloss klar im Minus, wÀhrend sich S&P 500 und Nasdaq 100 schwÀcher beziehungsweise leicht fester zeigten.
Dow fÀllt deutlich, S&P 500 und Nasdaq 100 behaupten sich
Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 51.462 Punkten berechnet, ein Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Wenige Minuten zuvor lag der breiter gefasste S&P 500 mit rund 7.552 Punkten 0,5 Prozent im Minus, der Nasdaq 100 notierte zu diesem Zeitpunkt an der Technologiebörse Nasdaq bei rund 28.945 Punkten und damit wenige Punkte im Plus.
Fed hebt Leitzins an und signalisiert weitere Schritte
Wie erwartet hat die US-Zentralbank Federal Reserve am Mittwoch ihren Leitzins erhöht. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses betonten, dass die Inflation weiterhin erhöht sei und man deshalb fĂŒr PreisstabilitĂ€t sorgen mĂŒsse, wĂ€hrend die Arbeitslosenquote sich zuletzt kaum verĂ€ndert hat. Ein ebenfalls am Mittwoch veröffentlichtes Punktdiagramm zeigt, dass die meisten Mitglieder des Ausschusses in diesem Jahr eine weitere Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte erwarten.
FĂŒr das Punktdiagramm gaben zwölf der 18 Mitglieder ihre Prognosen ab. Vier von ihnen rechnen in diesem Jahr noch mit Leitzinserhöhungen um 50 Basispunkte, wĂ€hrend zwei Mitglieder keine weiteren Erhöhungen prognostizieren.
Euro, Gold und Ăl unter Druck
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung zeigte sich am Mittwochabend schwĂ€cher: Ein Euro kostete 1,1472 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8717 Euro zu haben. Auch der Goldpreis gab nach, am Abend wurden fĂŒr eine Feinunze 4.271 US-Dollar gezahlt, ein Minus von 0,5 Prozent. Das entspricht einem Preis von 119,69 Euro pro Gramm.
Der Ălpreis sank unterdessen deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 105,80 US-Dollar und damit 296 Cent oder 2,7 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die jĂŒngste Zinsentscheidung der US-Notenbank trifft auf ohnehin nervöse FinanzmĂ€rkte. Dass die Federal Reserve ihren Leitzins weiter anhebt und zugleich fĂŒr dieses Jahr mindestens eine weitere Erhöhung in Aussicht stellt, verschĂ€rft den Spagat zwischen InflationsbekĂ€mpfung und Konjunkturrisiko. Die deutlich negative Reaktion des Dow Jones spiegelt vor allem die Sorge zyklischer und zinssensitiver Branchen wider, wĂ€hrend Technologiewerte im Nasdaq 100 dank langfristiger Wachstumserwartungen und hoher Gewinnerwartungen etwas robuster bleiben.
Konsequenzen fĂŒr Konjunktur und Geldpolitik
Die Fed stellt mit ihrem Punktdiagramm klar, dass sie die PreisstabilitĂ€t weiterhin höher gewichtet als die Gefahr einer konjunkturellen AbkĂŒhlung. Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder rechnet mit mindestens weiteren 25 Basispunkten, einige sehen sogar 50 Basispunkte zusĂ€tzlich. Das signalisiert Anlegern, dass ein baldiger Zinsgipfel noch nicht gesichert ist und das Zinsniveau lĂ€nger erhöht bleiben könnte. Höhere Zinsen verteuern Investitionen und Kredite, drĂŒcken Bewertungsniveaus an den AktienmĂ€rkten und erhöhen den Druck auf hoch verschuldete Unternehmen.
Auswirkungen auf Euro, Gold und Ăl
Der schwĂ€chere Euro zum Dollar verweist auf die Zinsdifferenz zwischen den WĂ€hrungsrĂ€umen, die den US-Dollar als AnlagewĂ€hrung attraktiver macht. Der fallende Goldpreis zeigt, dass ein Teil der Anleger angesichts höherer Renditen auf Anleihen und Bargeld Risikoabsicherungen im Edelmetall reduziert. Der deutliche RĂŒckgang des Ălpreises spiegelt zum einen die Erwartung einer gedĂ€mpften Nachfrage bei strafferer Geldpolitik wider, zum anderen können höhere Zinsen Konjunktur- und Wachstumsprognosen einbremsen, was vor allem die Preise konjunktursensitiver Rohstoffe belastet.
