Israel, USA

Schwere Angriffe auf den Iran - Trump droht

07.03.2026 - 14:28:39 | dpa.de

Nach einer Nacht mit schweren Angriffen entschuldigt sich der iranische PrÀsident Massud Peseschkian scheinbar bei den Nachbarn. US-PrÀsident Donald Trump reagiert mit einer scharfen Drohung.

  • US-PrĂ€sident Donald Trump droht mit weiteren schweren Angriffen auf den Iran. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    US-PrÀsident Donald Trump droht mit weiteren schweren Angriffen auf den Iran. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Die USA und Israel setzen ihre Angriffe auf den Iran fort. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
    Die USA und Israel setzen ihre Angriffe auf den Iran fort. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Trump spricht von  «unerbittlichen Angriffen» der USA und Israels. - Bild: Uncredited/U.S. Central Command/dpa
    Trump spricht von «unerbittlichen Angriffen» der USA und Israels. - Bild: Uncredited/U.S. Central Command/dpa
US-PrÀsident Donald Trump droht mit weiteren schweren Angriffen auf den Iran. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa Die USA und Israel setzen ihre Angriffe auf den Iran fort. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa Trump spricht von  «unerbittlichen Angriffen» der USA und Israels. - Bild: Uncredited/U.S. Central Command/dpa

Nach erneut schweren Angriffen der USA und Israels hat US-PrĂ€sident Donald Trump dem Iran mit der «vollstĂ€ndigen Zerstörung» und dem «sicheren Tod» fĂŒr bislang angeblich verschonte Ziele und Menschengruppen gedroht. Der Iran werde «in die Hölle geprĂŒgelt», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, also massiv und schwer geschlagen. Am heutigen Samstag werde der Iran «sehr hart getroffen» werden, kĂŒndigte Trump an.

«Aufgrund des schlechten Verhaltens des Irans stehen Gegenden und Gruppen von Menschen, die bislang noch nicht Ziel waren, unter ernsthafter PrĂŒfung fĂŒr vollstĂ€ndige Zerstörung und sicheren Tod», schrieb Trump. Der Beitrag auf seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen PrĂ€sidenten Massud Peseschkian, der am Morgen Bedingungen fĂŒr ein Ende der eigenen Luftangriffe auf NachbarlĂ€nder gestellt hat.

Trump: Iran der «Verlierer» der Region 

In einer Videobotschaft sagte Peseschkian, der Iran werde keine Raketen abfeuern und NachbarlÀnder angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Die bisherigen Angriffe auf NachbarlÀnder seien «das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure» gewesen.

Seine Bedingungen bedeuten aber auch, dass von US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkten in der Region keine Angriffe mehr auf den Iran erfolgen dĂŒrfen. Nur wenige Stunden nach der Aussage meldeten mehrere Golfstaaten, sie hĂ€tten erneut Raketen und Drohnen abgewehrt. Trump schrieb, die Entschuldigung sei nur wegen der «unerbittlichen Angriffe» der USA und Israels erfolgt.

Eigentlich habe der Iran die ganze Region ĂŒbernehmen wollen, schrieb der US-PrĂ€sident, ohne dafĂŒr konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt aber sei das Land der «Verlierer» der Region und werde es fĂŒr viele Jahrzehnte sein, «bis sie sich ergeben oder, noch wahrscheinlicher, komplett zusammenbrechen». Die umliegenden LĂ€nder hĂ€tten sich bei ihm bedankt, schrieb Trump.

Die Islamischen Revolutionsgarden erklĂ€rten im Anschluss an Peseschkians Rede laut Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des PrĂ€sidenten die Interessen und die nationale SouverĂ€nitĂ€t der NachbarlĂ€nder respektierten. Alle MilitĂ€rstĂŒtzpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region wĂŒrden aber weiter als Hauptziele angesehen. Hardliner im Land warfen Peseschkian vor, SchwĂ€che zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden. 

Iranische Angriffe auf US-StĂŒtzpunkte in der Region

Irans Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, sie hĂ€tten mit Drohnen US-StĂŒtzpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Irans Revolutionsgarden erklĂ€rten, sie hĂ€tten an der US-Basis in den Emiraten unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen. 

Am Vormittag berichteten iranische Staatsmedien von schweren SchĂ€den im ganzen Land. Betroffen gewesen seien unter anderem zwei KrankenhĂ€user in der Provinz Chuzestan im SĂŒdwesten des Landes. Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib war auch der Inlandsflughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. Medienberichte zeigen BrĂ€nde und große SchĂ€den. Auch MilitĂ€ranlagen in Teheran sowie in Zentral-, West- und Nordwestiran seien attackiert worden. UnabhĂ€ngige BestĂ€tigungen dafĂŒr gibt es bislang nicht.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe in Mehrabad 16 Flugzeuge der Al-Kuds-Brigaden zerstört. Die Auslandseinheit der Revolutionsgarden habe mit den Flugzeugen Waffen zur libanesischen Hisbollah-Miliz transportiert. Auch eine ungenannte Zahl an Kampfjets sei am Boden zerstört worden. Zudem sei unter anderem ein unterirdisches Lager fĂŒr ballistische Raketen sowie eine MilitĂ€r-UniversitĂ€t der Revolutionsgarden in Teheran angegriffen worden. 

Im Gegenzug hatte der Iran seine Angriffe auf Israel in der Nacht zu Samstag und den Tag ĂŒber fortgesetzt. Über EinschlĂ€ge oder grĂ¶ĂŸere SchĂ€den durch TrĂŒmmerteile sowie ĂŒber mögliche Opfer wurde zunĂ€chst nichts bekannt.

Israelischer Einsatz im Libanon

Im Libanon fĂŒhrte die israelische Armee neben den Luftangriffen derweil ĂŒberraschend auch einen nĂ€chtlichen Einsatz mit MilitĂ€rhubschraubern durch. Spezialtruppen hĂ€tten in der Nacht versucht, Details zum israelischen Luftwaffen-Navigator Ron Arad zu finden, der 1986 ĂŒber dem SĂŒdlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen wurde, teilte die Armee mit. Nach schweren KĂ€mpfen habe es mindestens 26 Tote gegeben, darunter drei libanesische Armeesoldaten, teilten libanesische Medien mit. 

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz warnte den Libanon, das Land werde den «vollen Preis» zahlen, wenn die Hisbollah-Miliz Israel weiterhin bedrohe. Die Regierung in Beirut habe ihre Verpflichtung aus dem Abkommen zum Waffenstillstand vom November 2024, die vom Iran unterstĂŒtzten Gruppe zu entwaffnen, nicht erfĂŒllt, hieß es in einer ErklĂ€rung des israelischen Außenministeriums.

Israel: Bisher rund 420.000 Libanesen geflohen 

Am Nachmittag gab es im Norden Israels erneut Luftalarm wegen Raketenangriffen aus dem Libanon, wie israelische Medien berichteten. Ein israelischer Armeesprecher rief unterdessen auf Arabisch mit einem Post auf der Plattform X alle Bewohner des Libanons sĂŒdlich des Litani-Flusses auf, sich unverzĂŒglich Richtung Norden abzusetzen. 

Bisher sind nach einer SchĂ€tzung des israelischen MilitĂ€rs rund 420.000 Menschen innerhalb des Libanons wegen der Angriffe in andere Gegenden geflohen. SĂŒdlich des Litani halten sich nach EinschĂ€tzung libanesischer Sicherheitskreise noch etwa 100.000 Menschen auf.

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