Feuerpause, Luftalarm

Nach Feuerpause erneut Luftalarm in Ukraine - Explosionen

Veröffentlicht: 21.04.2025 um 04:55 Uhr, dpa.de

Die von Russland angeordnete Oster-Waffenruhe war nur von kurzer Dauer. Bereits in der Nacht warnt die ukrainische Luftwaffe wieder vor feindlichem Beschuss mit Drohnen und Raketen.

  • Putins Waffenruhe zu Ostern war schnell vorbei.  - Bild: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Putins Waffenruhe zu Ostern war schnell vorbei. - Bild: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump wird zunehmend ungeduldig. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump wird zunehmend ungeduldig. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj stellt an der Armeespitze noch einmal um. (Archivbild) - Bild: Stephanie Lecocq/Pool Reuters/dpa
    Der ukrainische PrÀsident Selenskyj stellt an der Armeespitze noch einmal um. (Archivbild) - Bild: Stephanie Lecocq/Pool Reuters/dpa
Putins Waffenruhe zu Ostern war schnell vorbei.  - Bild: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa US-PrÀsident Trump wird zunehmend ungeduldig. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa Der ukrainische PrÀsident Selenskyj stellt an der Armeespitze noch einmal um. (Archivbild) - Bild: Stephanie Lecocq/Pool Reuters/dpa

Kurz nach dem Ende der von Moskau angeordneten Oster-Feuerpause im Ukraine-Krieg hat es in der Nacht in weiten Teilen der Ukraine erneut Luftalarm gegeben. Die ukrainische Luftwaffe warnte unter anderem im grenznahen Gebiet Sumy sowie in Charkiw, Saporischschja, Donezk und Dnipro vor einer Gefahr durch feindliche Luftangriffe. An mehreren Orten gab es Berichte ĂŒber Explosionen. Zu SchĂ€den oder Opfern war zunĂ€chst nichts bekannt.

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hatte am Samstag eine 30-stĂŒndige Waffenruhe verkĂŒndet, die um Mitternacht Moskauer Zeit (23.00 Uhr MESZ am Sonntag) endete. 

Einer Forderung des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj, die Feuerpause nach Ostern um 30 Tage zu verlĂ€ngern, kam Moskau nicht nach. Auch auf einen weiteren Vorschlag Selenskyjs, fĂŒr 30 Tage zumindest von Angriffen mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen auf zivile Objekte abzusehen, reagierte der Kreml nicht.

Selenskyj: Russland verletzt Oster-Waffenruhe fast 3.000 Mal

Nach Ablauf der von Moskau angeordneten Oster-Waffenruhe hatte der ukrainische PrÀsident Selenskyj den russischen StreitkrÀften im Tagesverlauf 2.935 Verletzungen der Feuerpause vorgeworfen. Die meisten Angriffe der russischen StreitkrÀfte hÀtten sich gegen Pokrowsk im Gebiet Donezk gerichtet, berichtete Selenskyj auf der Plattform X. 

Die Waffenruhe habe demnach auch nicht fĂŒr das grenznahe russische Gebiet Kursk gegolten. Insgesamt habe es an der gesamten Frontlinie 96 russische Angriffe gegeben. In 1.882 FĂ€llen sei Beschuss auf ukrainische Stellungen gemeldet worden. Zudem habe es ĂŒber 950 EinsĂ€tze mit Drohnen gegeben, teilte Selenskyj unter Berufung auf Informationen des ukrainischen Oberbefehlshabers Olexander Syrskyj mit.

«Taten sprechen immer lauter als Worte»

Der ukrainische PrĂ€sident beklagte, dass Moskau weder seiner Forderung nach einer VerlĂ€ngerung der Feuerpause noch seinem Vorschlag fĂŒr eine begrenzte Feuerpause in der Luft nachgekommen war.

Selenskyj kĂŒndigte an, dass die Maßnahmen seines Landes weiterhin symmetrisch bleiben wĂŒrden: «Waffenruhe wird mit Waffenruhe beantwortet, und russische Angriffe werden mit unseren eigenen zur Verteidigung beantwortet», schrieb er weiter. «Taten sprechen immer lauter als Worte.»

Die Ukraine beklagt in dem seit mehr als drei Jahren andauernden Krieg vor allem fast tÀglich schwere Luftangriffe von russischer Seite mit massiven SchÀden an Energieanlagen und ziviler Infrastruktur. Immer wieder sterben dabei Zivilisten, oder sie werden verletzt. Russland betont zwar stets, nur militÀrische Ziele anzugreifen, dennoch zeugen Bilder beinahe tÀglich von Treffern in WohnhÀusern oder anderen zivilen Objekten.

USA zunehmend ungeduldig

In den BemĂŒhungen, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln und ein Ende des Krieges zu erreichen, zeigt sich die US-Regierung zunehmend ungeduldig. US-PrĂ€sident Donald Trump schrieb am Sonntagabend in dem sozialen Netzwerk Truth Social: «Hoffentlich machen Russland und die Ukraine diese Woche einen Deal». Er fĂŒgte hinzu: «Beide werden dann anfangen, große GeschĂ€fte zu machen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, die sich hervorragend entwickeln, und ein Vermögen verdienen.» 

Trump verlangt von beiden Seiten Kompromissbereitschaft - was besonders bei den westlichen VerbĂŒndeten der Ukraine zu der Sorge fĂŒhrt, dass diese schmerzhafte ZugestĂ€ndnisse machen muss. Putin ist bislang nicht von seinen Maximalforderungen abgerĂŒckt. US-Außenminister Marco Rubio hatte vor wenigen Tagen deutlich gemacht, dass die USA schnelle Fortschritte erwarten - und ihre BemĂŒhungen um einen Frieden einstellen könnten, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass ein Ende des Krieges nicht machbar erscheint. 

Zuletzt schon Probleme mit Feuerpause fĂŒr Energieanlagen

Bei seinem Telefonat mit US-PrĂ€sident Trump hatte Putin am 18. MĂ€rz eine Feuerpause fĂŒr Energieanlagen angeordnet. Allerdings beklagte Selenskyj da ebenfalls eine Vielzahl von VerstĂ¶ĂŸen von russischer Seite. Auch Moskau listete Dutzende FĂ€lle auf, in denen russische Energie-Infrastruktur von ukrainischer Seite angegriffen worden sei. Diese Vereinbarung lief vorige Woche aus, ohne dass Putin offiziell eine VerlĂ€ngerung verfĂŒgte.

Solche thematisch eingegrenzten Feuerpausen gelten als leichter umsetzbar als die umfassenden zu Wasser, zu Land und in der Luft. Kiew und Moskau warnen immer wieder, dass eine allgemeine Waffenruhe vor allem dazu genutzt werden könnte, dass sich die Gegner neu positionieren und aufrĂŒsten, um dann gestĂ€rkt die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen. Die beiden Kriegsparteien werfen sich gegenseitig vor, kein echtes Interesse an einem Frieden zu haben.

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