Nidal Hasan, Todesstrafe USA

Nidal Hasan: Trump stoppt Livestream der Hinrichtung

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 16:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die geplante Exekution des wegen des Fort-Hood-Anschlags verurteilten Täters soll ohne weltweite Internetübertragung stattfinden. Angehörige der Opfer können nach Trumps Angaben persönlich teilnehmen.

Hasans Hinrichtung bleibt für Dezember angesetzt

  • Donald Trump nahm die angekündigte Internetübertragung der Exekution von Nidal Hasan zurück.
  • Hasan soll am 3. Dezember in Fort Hood durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden.
  • Der ehemalige Militärpsychiater tötete 2009 bei einem Angriff 13 Menschen und verletzte 32 weitere.
US-Präsident Donald Trump hat die geplante Live-Übertragung der Hinrichtung des verurteilten Attentäters Nidal Malik Hasan abgesagt. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Trump stoppt Livestream von Hasans Hinrichtung

US-Präsident Donald Trump hat die geplante Liveübertragung der Hinrichtung des verurteilten Attentäters Nidal Hasan abgesagt. Die Erschießung soll am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas dennoch stattfinden.

Trump begründete den Rückzieher auf seiner Plattform Truth Social mit dem Wunsch vieler wohlmeinender Menschen, nicht beim Tod des Mannes zuzusehen.

Exekution soll in Fort Hood stattfinden

Hasan hatte dort 2009 bei einem Angriff 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt. Der ehemalige Militärpsychiater wurde 2013 zum Tode verurteilt.

Die engsten Angehörigen der Opfer sollen nach Trumps Angaben auf Wunsch persönlich an der Hinrichtung teilnehmen können. Eine Übertragung ins Internet werde es dagegen nicht geben.

Pläne lösten parteiübergreifende Kritik aus

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zunächst eine öffentliche Hinrichtung angekündigt und später erklärt, Menschen könnten sie per Livestream verfolgen. Er begründete dies mit einer möglichen abschreckenden Wirkung.

Das Vorhaben stieß auf Kritik über Parteigrenzen hinweg. Vizepräsident JD Vance äußerte Zweifel an der Übertragung und erklärte, er werde sich mögliche Bilder nicht ansehen.

Warnung vor Propagandamaterial

Kritiker warnten, Terroristen könnten Aufnahmen als Propagandamaterial nutzen. Zudem stellte sich die Frage, wie verhindert werden sollte, dass Kinder die Exekution verfolgen.

Sollte die Hinrichtung stattfinden, wäre sie nach Angaben des Death Penalty Information Center die erste Militärhinrichtung in den USA seit 65 Jahren. Zugleich wäre es die erste Exekution durch ein Erschießungskommando des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg.

Debatte nach gescheitertem Hinrichtungsversuch

Trump hatte Hasans Hinrichtung erst vor Kurzem genehmigt. Wenige Tage zuvor war im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch an Christa Pike gescheitert.

Nach Angaben der Behörden wurden Pike zwei Dosen Pentobarbital verabreicht, sie lebte jedoch weiter. Der Fall hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht.

Die Entscheidung betrifft nicht die geplante Vollstreckung des Todesurteils selbst, sondern deren öffentliche Verbreitung. Damit bleibt der Fall Hasan Teil einer breiteren Auseinandersetzung über die Funktion und Grenzen staatlicher Gewalt in den USA.

Eine Hinrichtung auf einem Militärstützpunkt wäre bereits wegen des besonderen institutionellen Rahmens außergewöhnlich. Die angekündigte Übertragung hätte zusätzlich die Frage aufgeworfen, ob eine staatliche Exekution als öffentliches Abschreckungssignal oder als mediales Ereignis gestaltet werden darf.

Abschreckung und Risiken

Die Befürworter des Livestreams verbanden die Veröffentlichung mit der Hoffnung, die Folgen eines Anschlags sichtbar zu machen. Kritiker verwiesen dagegen auf mögliche propagandistische Verwertung, den Schutz von Angehörigen und den Jugendschutz.

Für die Opferfamilien schafft die nun angekündigte Möglichkeit einer persönlichen Teilnahme einen anderen Rahmen als eine weltweite Übertragung. Zugleich bleibt der Termin am 3. Dezember der nächste zentrale Bezugspunkt: Dann soll sich entscheiden, ob die geplante militärische Hinrichtung tatsächlich vollzogen wird.

Neue Debatte über Todesstrafe

Der gescheiterte Hinrichtungsversuch an Christa Pike in Tennessee hat die Diskussion über die Zuverlässigkeit staatlicher Vollstreckungsprotokolle zusätzlich verschärft. Im Fall Hasan treffen deshalb Fragen nach der Todesstrafe, militärischer Gerichtsbarkeit und öffentlicher Inszenierung unmittelbar aufeinander.

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