Nidal Hasan, Fort Hood

Nidal Hasan: USA wollen Militärhinrichtung per Livestream zeigen

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 20:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA wollen Anfang Dezember erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Militärangehörigen durch ein Erschießungskommando hinrichten. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, die Exekution von Nidal Hasan in Fort Hood öffentlich per Livestream übertragen zu lassen.

  • Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
    Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
  • Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
    Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
  • Trump ließ in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge hinrichten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
    Trump ließ in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge hinrichten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa Trump ließ in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge hinrichten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will die für den 3. Dezember geplante Erschießung des zum Tode verurteilten früheren Militärpsychiaters Nidal Hasan auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas per Livestream übertragen lassen.

Hinrichtung mit Erschießungskommando

Hegseth bestätigte auf der Plattform X, dass Menschen die Exekution öffentlich verfolgen können sollen. Zuvor hatte er dem rechtskonservativen Sender Real America's Voice gesagt, die Öffentlichkeit müsse verstehen, dass schwere Taten schwerwiegende Konsequenzen hätten.

Hasan hatte im November 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet. Dabei tötete der damalige Psychiater des US-Heeres zwölf Soldaten und einen Zivilisten und verletzte 32 weitere Menschen.

Erste Militärhinrichtung seit 1961

Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre es nach Angaben des Death Penalty Information Center die erste Militärhinrichtung in den USA seit 65 Jahren. Zugleich wäre es die erste Exekution durch ein Erschießungskommando des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg.

Hegseth sagte, Soldaten sollten die Hinrichtung mit Gewehren durchführen. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA fand 1936 statt, als in Kentucky ein Mann vor Tausenden Zuschauern gehängt wurde.

Debatte über öffentliche Exekutionen

US-Präsident Donald Trump hatte Hasans Hinrichtung kurz zuvor genehmigt. Wenige Tage davor war im Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch an Christa Pike gescheitert; trotz zweier Dosen Pentobarbital lebte die wegen Mordes verurteilte Frau weiter.

Der demokratische Senator Chris Murphy kritisierte die angekündigte öffentliche Hinrichtung als mittelalterlich und verglich die geplante Zurschaustellung mit Vorgehensweisen terroristischer Gruppen. Der Präsident der US-Bischofskonferenz, Paul Coakley, bezeichnete die Entscheidung als barbarische Förderung einer Kultur des Todes.

Rechtsmittel bleiben möglich

Vizepräsident JD Vance äußerte Zweifel daran, dass die Livestream-Übertragung tatsächlich stattfinden werde. Er sagte, man müsse abwarten, was im Dezember geschehe, und würde sich eine Übertragung nicht ansehen.

Hasan wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Nach Angaben des Death Penalty Information Center kann er das Urteil noch vor Bundesgerichten anfechten; ein solcher Schritt könnte die Vollstreckung auf unbestimmte Zeit verzögern.

Historischer Bruch mit langer US-Praxis

Die geplante Exekution verbindet drei in den USA selten gewordene Elemente: eine Militärhinrichtung, ein Erschießungskommando und die öffentliche Übertragung. Die letzte Hinrichtung eines Angehörigen der US-Armee fand 1961 durch Erhängen statt; eine allgemein öffentliche Hinrichtung gab es zuletzt 1936 in Kentucky. Eine Vollstreckung in Fort Hood wäre daher nicht nur ein weiterer Todesstrafenfall, sondern ein demonstrativer Einschnitt in der amerikanischen Hinrichtungspraxis.

Todesstrafe erneut im politischen Fokus

Der Vorgang fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für die Todesstrafe. Wenige Tage vor Hegseths Ankündigung war im Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert, nachdem die verurteilte Christa Pike trotz zweier Dosen Pentobarbital weiterlebte. Der Fall verstärkte die Debatte über die Zuverlässigkeit und die Grenzen staatlicher Exekutionen.

Rechtliche und gesellschaftliche Folgen

Für Hasan ist der Rechtsweg noch nicht vollständig beendet: Ein Verfahren vor Bundesgerichten könnte die Vollstreckung auf unbestimmte Zeit verzögern. Offen sind zudem praktische Fragen einer Übertragung, etwa wer Zugang erhält und welche Schutzvorkehrungen für Minderjährige gelten. Politisch dürfte die angekündigte Inszenierung die Auseinandersetzung darüber verschärfen, ob eine Hinrichtung der Abschreckung dient oder staatliche Gewalt öffentlich zur Schau stellt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Fort-Hood-Attentäter: Hegseth will Hinrichtung live übertragen lassen“ (09.10.2026)

Der Bericht bestätige die geplante Erschießung Hasans am 3. Dezember in Fort Hood und hebe neben der Livestream-Ankündigung die historische Seltenheit öffentlicher Hinrichtungen hervor. Zusätzlich verweise er auf Hasans teilweise Lähmung und die Einschätzung seiner Pflichtverteidiger, er habe die Vollstreckung möglicherweise angestrebt.

DER SPIEGEL: „Pete Hegseth plant öffentliche Hinrichtung: »Werden sicherstellen, dass Menschen zusehen können«“ (09.10.2026)

Der Bericht bestätige die angekündigte Übertragung, setze den Schwerpunkt aber auf die rechtliche und menschenrechtliche Bewertung öffentlicher Hinrichtungen. Ein Rechtsexperte vertrete dort die Auffassung, dass ein Vorgehen vor US-Bundesgerichten auf Grundlage des UN-Zivilpakts voraussichtlich keinen Erfolg habe.

Medienübergreifend bestehe Einigkeit über den geplanten Termin, den Einsatz eines Erschießungskommandos und die außergewöhnliche öffentliche Dimension. Unterschiede lägen vor allem bei der Bewertung der rechtlichen Folgen und beim Umfang der offenen Fragen zur konkreten Umsetzung.

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