Nordkorea, Raketenstarts

Nordkorea feuert erneut mehrere Raketen Richtung Japanisches Meer

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 05:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nordkorea setzt seine Serie von Raketentests fort. Parallel knüpft Kim Yo Jong mögliche Gespräche mit Washington an politische Bedingungen, während ein Treffen mit Donald Trump in China als unwahrscheinlich gilt.

Raketenserie und mögliche Gespräche

  • Nordkorea feuerte am frühen Morgen mehrere Raketen in Richtung Japanisches Meer ab.
  • Die Flugkörper legten nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs weniger als 300 Kilometer zurück.
  • Kim Yo Jong lehnte Gespräche mit den USA vorerst ab, schloss Dialog als Möglichkeit aber nicht grundsätzlich aus.
Nordkorea hat laut südkoreanischen Angaben mutmaßlich erneut mehrere Raketen abgefeuert. (Archivfoto) - Bild: Uncredited/KCNA via KNS via AP/dpa

Nordkorea setzt Raketentests im Japanischen Meer fort

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs am frühen Morgen erneut mehrere Raketen in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Südkorea und die USA überwachten die Starts nach Angaben des Generalstabs bereits während der Vorbereitung und verfolgten die Geschosse unmittelbar nach dem Abschuss.

Flugkörper bleiben unter 300 Kilometern

Die Raketen sollen weniger als 300 Kilometer zurückgelegt haben. Seit der vergangenen Woche testete Nordkorea bereits einen Marschflugkörper und eine ballistische Rakete mit Streusprengkopf; am vergangenen Donnerstag feuerte es zudem rund zehn ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres ab.

Der UN-Sicherheitsrat untersagt Nordkorea den Start ballistischer Raketen jeglicher Reichweite. Die wiederholten Tests verschärfen damit die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

Kim Yo Jong lehnt US-Gespräche vorerst ab

Am selben Morgen äußerte sich Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, zu möglichen Gesprächen mit den USA. Solange Washington an seiner aus Sicht Pjöngjangs „feindseligen Politik“ festhalte, sehe Nordkorea keinen Anlass für persönliche Treffen, erklärte sie laut Staatsmedien.

Gleichzeitig betonte Kim Yo Jong, Dialog gehöre grundsätzlich zu den Möglichkeiten, Frieden zu sichern. Gespräche müssten jedoch auch den nationalen Interessen Nordkoreas dienen.

Trump strebt Treffen mit Kim an

US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach öffentlich den Wunsch geäußert, sich noch in diesem Jahr mit Kim Jong Un zu treffen. Spekulationen über ein mögliches Treffen während Trumps China-Besuchs in gut zwei Wochen am Rande des Apec-Gipfels in Shenzhen halten die meisten Experten jedoch für unwahrscheinlich.

Die erneuten Raketenstarts fallen in eine Phase, in der Pjöngjang seine militärischen Fähigkeiten demonstriert und zugleich politische Bedingungen für einen möglichen Dialog formuliert. Die jüngsten Tests verschiedener Flugkörpertypen zeigen, dass Nordkorea sowohl Marschflugkörper als auch ballistische Systeme weiterentwickelt. Besonders ballistische Raketen bleiben wegen der Verbote des UN-Sicherheitsrats politisch und rechtlich bedeutsam.

Für Südkorea und die USA steht neben der Bewertung der einzelnen Starts die Reaktionsfähigkeit ihrer gemeinsamen Überwachung im Mittelpunkt. Die kurze Flugdistanz der nun gemeldeten Geschosse deutet auf einen regionalen Demonstrationseffekt: Nordkorea kann Spannungen erhöhen, ohne unmittelbar einen weitreichenden Test durchführen zu müssen.

Dialogangebot mit Bedingungen

Kim Yo Jongs Äußerungen verbinden Ablehnung und Offenheit. Gespräche mit Washington werden nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sollen aus nordkoreanischer Sicht aber nicht unter Bedingungen stattfinden, die Pjöngjang als feindselig bewertet. Damit bleibt der politische Spielraum eng, während die Raketenprogramme als Druckmittel und Sicherheitsgarantie präsentiert werden.

Ein Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un beim Apec-Gipfel in Shenzhen wäre angesichts der aktuellen Signale politisch aufmerksamkeitsstark, aber keineswegs gesichert. Für die Bevölkerung in Südkorea und die internationalen Märkte bedeutet die Entwicklung vor allem anhaltende Unsicherheit: Kurzstreckentests erhöhen den militärischen Druck in der Region, ohne automatisch auf einen unmittelbar bevorstehenden Großkonflikt hinzudeuten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Korea-Konflikt: Südkorea: Nordkorea testet mutmaßlich erneut Rakete“ (04.11.2026)

Der Bericht bestätigt den erneuten Start und hebt zusätzlich die Spekulationen über ein mögliches Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un in Shenzhen hervor. Im Mittelpunkt steht damit stärker der diplomatische Kontext als die technische Einordnung der Raketen.

Deutschlandfunk: „Erneuter Raketentest - Nordkorea feuert offenbar erneut Rakete Richtung Meer“ (04.11.2026)

Der Beitrag bestätigt den erneuten Beschuss in Richtung Japanisches Meer und ordnet ihn in die vorangegangenen Starts von rund zehn ballistischen Kurzstreckenraketen ein. Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf der Serie militärischer Tests; offen bleibt die genaue Bewertung der aktuellen Flugkörper.

Beide Beiträge stellen den erneuten Start und die vorausgegangenen Tests in den Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung: Während der Stern den möglichen Trump-Kim-Kontakt betont, fokussiert der Deutschlandfunk die Abfolge der Raketenstarts.

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