Nordkorea, Streumunition

Nordkorea testet Streusprengkopf für Marschflugkörper

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 01:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Pjöngjang meldet innerhalb weniger Tage den zweiten Test eines Streusprengkopfs für ein anderes Raketensystem. Die mögliche Wirkfläche wird mit fünf bis sechs Hektar angegeben, während Reichweite und Einsatzbereitschaft offenbleiben.

Nordkoreas zwei Raketentests binnen Tagen

  • Nordkorea testete am Montag einen Streusprengkopf für einen strategischen Marschflugkörper.
  • Am 31. Oktober meldete Pjöngjang zuvor einen Test für eine taktische ballistische Rakete.
  • Der neue Gefechtskopf soll laut Nordkorea eine Fläche von fünf bis sechs Hektar verwüsten können.
  • Reichweite und Einsatzbereitschaft des Systems sind nicht bekannt.
Nordkorea testet derzeit wieder regelmäßig neue Waffensysteme. - Bild: KCNA/YNA/dpa

Nordkorea meldet zweiten Streusprengkopf-Test

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen Streusprengkopf für einen strategischen Marschflugkörper getestet. Der Test fand demnach am Montag statt und wurde von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA gemeldet.

Zwei Raketentypen binnen weniger Tage

Bereits am 31. Oktober hatte Pjöngjang nach eigenen Angaben einen Streusprengkopf für eine taktische ballistische Rakete getestet. Damit meldet Nordkorea innerhalb weniger Tage Tests mit Streumunition für zwei unterschiedliche Raketentypen.

Marschflugkörper fliegen im Gegensatz zu ballistischen Raketen in geringer Höhe und können während des Fluges gesteuert werden. Streumunition verteilt zahlreiche kleinere Sprengkörper über eine größere Fläche und ist wegen ihrer schwer kontrollierbaren Wirkung international geächtet.

Wirkfläche von bis zu sechs Hektar

Nach nordkoreanischer Darstellung soll der nun getestete Sprengkopf ein Gebiet von fünf bis sechs Hektar verwüsten können. Nicht explodierte Sprengkörper können noch lange nach einem Angriff eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen.

Ob das getestete System bereits einsatzbereit ist und welche Reichweite es hat, ist nicht bekannt.

Der gemeldete Test fällt in eine Phase, in der Nordkorea seine Raketenprogramme sichtbar ausweitet und unterschiedliche Trägersysteme parallel erprobt. Ballistische Raketen folgen im Flug grundsätzlich einer überwiegend vorhersehbaren Flugbahn, während Marschflugkörper in niedriger Höhe fliegen und ihren Kurs während des Fluges verändern können.

Streumunition unterscheidet sich von herkömmlichen Gefechtsköpfen durch die Verteilung vieler kleiner Sprengkörper über ein größeres Gebiet. Nicht detonierte Submunition kann auch nach dem Ende eines Konflikts Menschen gefährden. Das internationale Übereinkommen über Streumunition verbietet Entwicklung, Herstellung, Besitz und Einsatz; Nordkorea gehört nicht zu den Vertragsstaaten. Unabhängig davon gelten für den Einsatz in bewohnten Gebieten die allgemeinen Regeln des humanitären Völkerrechts.

Signal an Nachbarn und internationale Gemeinschaft

Mit der zeitlichen Nähe zu dem zuvor gemeldeten Test eines Gefechtskopfs für eine taktische ballistische Rakete stellt Pjöngjang seine Fähigkeit zur Anpassung verschiedener Waffen an unterschiedliche Trägersysteme heraus. Die Angabe einer möglichen Wirkfläche von fünf bis sechs Hektar beschreibt dabei nur die nordkoreanische Darstellung und sagt allein nichts über Einsatzreife, Reichweite oder Treffergenauigkeit aus.

Für die regionale Sicherheitslage bleibt entscheidend, ob aus Tests tatsächlich stationierte und verlässlich einsetzbare Systeme werden. Neue Fähigkeiten könnten den militärischen Druck auf Südkorea und Japan erhöhen und die Bemühungen um Rüstungskontrolle erschweren. Für die Zivilbevölkerung wäre insbesondere eine breite Verbreitung nicht detonierter Submunition mit langfristigen Räumungs- und Sicherheitsrisiken verbunden.

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