Ohio-Gouverneurswahl, Vivek Ramaswamy

Ohio-Wahlkampf: Ramaswamy stellt sich gegen Acton

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 23:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Wahlkampfspot mit Amy Actons Mutter löst scharfe Kritik aus. Donald Trump stellt sich hinter den republikanischen Kandidaten, während der amtierende Gouverneur Mike DeWine die Entfernung des Videos verlangt.

Ohio stimmt über Gouverneursamt ab

  • Vivek Ramaswamy tritt bei der Gouverneurswahl in Ohio gegen Amy Acton an.
  • Am 3. November werden in den USA der Senat, das Repräsentantenhaus und Gouverneursämter gewählt.
  • Mike DeWine forderte Ramaswamys Team auf, das umstrittene Video zu entfernen.
  • Ramaswamys Wahlkampfvideo sorgt für Kritik. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
  • Acton wird zur Zielscheibe im Wahlkampf. (Archivbild) - Bild: Jay LaPrete/AP/dpa
Ramaswamys Wahlkampfvideo sorgt für Kritik. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa Acton wird zur Zielscheibe im Wahlkampf. (Archivbild) - Bild: Jay LaPrete/AP/dpa

Wahlkampfvideo bringt Ohio-Republikaner gegen Trump auf

Im Rennen um das Gouverneursamt in Ohio hat ein Wahlkampfvideo des Republikaners Vivek Ramaswamy eine parteiübergreifende Kontroverse ausgelöst. Darin bezeichnet Amy Actons Mutter ihre Tochter als Lügnerin und greift deren Darstellung eines sexuellen Missbrauchs in der Kindheit an.

Actons Familie widerspricht

Acton hatte im Wahlkampf von einer Vergewaltigung durch den damaligen Partner ihrer Mutter berichtet. Ihr Bruder Philip Stearns bestätigte, dass Acton im Alter von zwölf Jahren sexuell missbraucht worden sei, und bezeichnete das Video als verabscheuungswürdig.

Actons Wahlkampfteam nannte den Auftritt ihrer Mutter eine widerliche Kampagne. Donna Arthur erklärte in dem Spot, Acton habe ein ernsthaftes Problem und lüge über ihre Vergangenheit.

DeWine fordert Entfernung des Spots

Der republikanische Gouverneur Mike DeWine bezeichnete die Kampagne am Donnerstag als äußerst bedenklich. Er forderte Ramaswamys Wahlkampfteam auf, das Video zu entfernen.

Auch weitere Republikaner kritisierten den Spot. Wenig später stellte sich Präsident Donald Trump jedoch hinter Ramaswamy und verlangte, dass dieser an dem Video festhält, damit die Aussagen von Actons Mutter bekannt würden.

Zwischenwahlen am 3. November

Trump griff DeWine zugleich als unfähig und illoyal an. Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November werden neben rund einem Drittel der Senatssitze und dem gesamten Repräsentantenhaus auch zahlreiche Gouverneursämter vergeben.

Der Streit um das Wahlkampfvideo fällt in die entscheidende Phase der US-Zwischenwahlen. Am 3. November werden der gesamte Kongress und zahlreiche Gouverneursämter neu bestimmt; Ohio gehört dabei zu den Staaten, in denen mehrere wichtige politische Ämter zur Wahl stehen.

Der Fall zeigt, wie stark sich der Wahlkampf auf persönliche Angriffe verlagert. Das Video nutzt eine familiäre Konfliktgeschichte, um Actons Glaubwürdigkeit anzugreifen, und löst dadurch nicht nur parteiübergreifende Kritik, sondern auch Widerstand innerhalb der Republikanischen Partei aus.

Wahlkampf mit persönlichen Angriffen

Solche Kampagnen zielen weniger auf politische Sachfragen als auf die emotionale Bewertung eines Kandidaten. Für Ramaswamy kann die Auseinandersetzung kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen; zugleich droht der Partei eine Belastung, wenn republikanische Kandidaten in Ohio mit der Methode und dem Inhalt des Spots identifiziert werden.

Die öffentliche Unterstützung durch Trump verschärft den Konflikt innerhalb der Republikaner. Während der Präsident Ramaswamy zum Festhalten an dem Video auffordert, verlangt der amtierende republikanische Gouverneur DeWine dessen Entfernung. Damit wird der Streit zugleich zu einem Test dafür, wie weit die Partei im Wahlkampf auf persönliche Attacken setzt und welchen Einfluss Trumps Linie auf lokale Kandidaten hat.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Angriffe unter der Gürtellinie: Zwischenwahlkampf mutiert zur wilden Schlammschlacht“ (22.10.2026)

Der Beitrag ordne das Video in eine breitere Eskalation persönlicher Wahlkampfangriffe vor den Zwischenwahlen ein. Anders als die dpa-Meldung betone er zusätzlich die Rolle weiterer republikanischer Stimmen und den wachsenden Einsatz künstlich erzeugter Wahlwerbung.

Stern: „Midterms 2026: In Ohio wird selbst eine Mutter zur Wahlkampfwaffe“ (22.10.2026)

Der Artikel stelle die familiäre Vorgeschichte und die politische Nutzung des Traumas in den Mittelpunkt. Er berichte außerdem über weitere Angriffe im Rennen und über Unterstützung für Ramaswamy aus dem Trump-Lager, während die dpa-Meldung den Konflikt zwischen Trump und republikanischen Amtsträgern fokussiere.

Übereinstimmung bestehe beim Kern des Vorgangs und bei der innerparteilichen Kritik. Unterschiede gebe es vor allem bei der Einordnung in den allgemeinen Stil des US-Wahlkampfs und bei zusätzlichen Akteuren.

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