Oleschky, Melania Trump

Oleschky-Flüchtlinge erreichen nach Evakuierung die Ukraine

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Gruppe gelangte nach der Evakuierung aus der besetzten Frontstadt über Belarus zurück in ukrainisch kontrolliertes Gebiet. Kiew verbindet die Aktion mit der Hoffnung auf weitere humanitäre Korridore, während die Waffenruhe in der Region Cherson ausläuft.

Rückkehr über Tschernihiw und Belarus

  • Wolodymyr Selenskyj teilte die Rückkehr der Menschen aus Oleschky über die ukrainische Grenze im Gebiet Tschernihiw mit.
  • Die Evakuierten waren zuvor gemeinsam mit Dmytro Lubinez in russischen Militärmaschinen nach Gomel in Belarus gebracht worden.
  • Die älteste gerettete Person ist 94 Jahre alt, die jüngste etwas über ein Jahr.
  • Nach ukrainischen Angaben haben aus der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky evakuierte Menschen die Grenze von Belarus in die Ukraine überquert. - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
  • US-First-Lady Melania Trump hatte eine mehrtägige Waffenruhe vermittelt. - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Nach ukrainischen Angaben haben aus der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky evakuierte Menschen die Grenze von Belarus in die Ukraine überquert.  - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa US-First-Lady Melania Trump hatte eine mehrtägige Waffenruhe vermittelt.  - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Evakuierte aus Oleschky erreichen Ukraine

Aus der von Russland besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky gerettete Zivilisten sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zurück in der Ukraine. Die Menschen überquerten die Grenze im Gebiet Tschernihiw, nachdem sie zuvor über Belarus geleitet worden waren.

Weg führt über Gomel

Die US-Präsidentengattin Melania Trump, die die Aktion vermittelt hatte, begrüßte die Rückkehr. Sie schrieb auf X, Oleschky zeige, dass Menschlichkeit über den Krieg gestellt werden könne.

Die Region Tschernihiw grenzt an Belarus. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums waren die Geretteten gemeinsam mit dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez in russischen Militärmaschinen nach Gomel ausgeflogen worden.

Menschenrechtsbeauftragte begleiten Evakuierung

Bei der Evakuierung am Vortag konnten die Menschen nach russischen und ukrainischen Angaben zwischen der Ausreise und dem Verbleib in Oleschky wählen. Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa begleiteten die Aktion persönlich.

Lubinez erklärte, die Rückkehr in die Ukraine sei sicher verlaufen, auch wenn der Weg schwierig gewesen sei. Lantratowa bat zugleich um Aufmerksamkeit für Menschen, die aus familiären oder medizinischen Gründen in Oleschky geblieben seien.

Genaue Zahl der Geretteten bleibt offen

Wie viele Menschen evakuiert wurden, teilten weder Russland noch die Ukraine mit. Lubinez nannte lediglich das Alter der jüngsten und ältesten Person sowie den bevorstehenden 49. Geburtstag einer Frau, die diesen Tag nun in Sicherheit verbringen solle.

Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte sprach sich für weitere Aktionen dieser Art aus. Oleschky solle kein Einzelfall bleiben und als Grundlage für einen Mechanismus dienen, der in humanitären Krisen die Sicherheit und das Recht auf Leben in den Mittelpunkt stelle.

Waffenruhe in Cherson läuft aus

Die Waffenruhe für das teils von Russland und teils von der Ukraine kontrollierte Gebiet Cherson endet am Sonntagabend. Danach könnten die Angriffe wieder zunehmen; beide Seiten nutzten die Unterbrechung nach der Meldung zugleich zur Neupositionierung ihrer Truppen.

Selenskyj dankte der US-Seite, Melania Trump und Lubinez. Die Ukraine hoffe, dass der humanitäre Zugang zu Oleschky bestehen bleibe und weitere Schritte zur Deeskalation möglich würden.

Die Rückkehr der evakuierten Menschen markiert den Abschluss einer ungewöhnlichen humanitären Operation über mehrere Kontrolllinien hinweg. Oleschky liegt im von Russland besetzten Teil des Gebiets Cherson und ist durch die Front, Zerstörungen und eingeschränkte Versorgung besonders gefährdet.

Politisch bedeutsam ist die Zusammenarbeit ukrainischer und russischer Menschenrechtsbeauftragter. Sie zeigt, dass selbst unter Kriegsbedingungen begrenzte Absprachen zum Schutz von Zivilisten möglich sind. Zugleich bleibt der Zugang zur Stadt abhängig von einer zeitlich befristeten Waffenruhe und damit von Entscheidungen der Konfliktparteien.

Humanitärer Korridor bleibt fragil

Die Evakuierung löst die Lage der zurückgebliebenen Bewohner nicht. Nach Angaben aus der dpa-Meldung ist weder die genaue Zahl der Geretteten noch die Zahl der Menschen bekannt, die weiterhin in Oleschky leben. Die Angaben zum Alter der Evakuierten verdeutlichen jedoch, dass besonders schutzbedürftige Menschen betroffen waren.

Für die Ukraine steht deshalb neben der Rückkehr der Gruppe die Frage im Mittelpunkt, ob humanitäre Zugänge dauerhaft offenbleiben können. Der angekündigte Ablauf der Waffenruhe macht den Zeitdruck deutlich: Mit ihrem Ende drohen erneut Angriffe und eine Verschärfung der Versorgungslage. Weitere Aktionen könnten nur funktionieren, wenn beide Seiten sichere Korridore tatsächlich gewährleisten und die Vereinbarungen an der Front eingehalten werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „„Wir lassen alles zurück“: Über 200 Zivilisten verlassen Oleschky – mit Angst vor russischen Tricks“ (31.10.2026)

Der Beitrag bestätige die Evakuierung über Gomel und ordne sie als Rettung von mehr als 200 Zivilisten ein. Anders als die dpa-Meldung lege er den Schwerpunkt auf die fragile Waffenruhe, die humanitäre Lage vor Ort und die Sorge der Bewohner vor einer erneuten Eskalation.

Euronews: „„Eine Hölle auf Erden“: besetztes Oleshky rückt ins globale Rampenlicht, auch für Melania Trump“ (30.10.2026)

Der Artikel habe die humanitäre Mission vor der Rückkehr der Menschen nach Ukraine beschrieben und die Rolle Melania Trumps hervorgehoben. Er habe den Zustand der Stadt und die Unsicherheit über die weitere Waffenruhe stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Beide Beiträge bestätigten die internationale Vermittlung und den Weg über Belarus. Unterschiede bestünden vor allem beim Zeitpunkt und Schwerpunkt: Die dpa-Meldung berichte über die inzwischen erfolgte Rückkehr, während die anderen Artikel die Evakuierung und ihre Risiken einordneten.

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