Pakistan-Anschlag: Autobombe trifft Polizeizentrale und Moschee in Kohat
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 11:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf dem GelÀnde einer Polizeizentrale in der nordwestpakistanischen Stadt Kohat sind nach Polizeiangaben mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden.
Autobombe rammt Tor zur Polizeizentrale
Der Angriff ereignete sich in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa. Ein mit Sprengstoff beladener Wagen rammte nach Angaben eines lokalen Polizeivertreters das Tor zur Polizeizentrale und explodierte anschlieĂend auf dem GelĂ€nde. Die Detonation war so stark, dass GebĂ€ude schwer beschĂ€digt und Menschen in der Umgebung verletzt wurden.
Moschee wÀhrend Freitagsgebet beschÀdigt
Von der Wucht der Explosion wurde auch eine Moschee auf dem PolizeigelĂ€nde beschĂ€digt. Der Anschlag geschah wĂ€hrend des Freitagsgebets, als sich zahlreiche GlĂ€ubige in dem GebĂ€ude aufhielten. Die Sorge vor noch höheren Opferzahlen war groĂ, da mehr als 50 Verletzte in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht wurden, wie ein Arzt der Deutschen Presse-Agentur berichtete.
Keine unmittelbare Bekennerschrift
ZunÀchst bekannte sich niemand zu dem Anschlag in Kohat. In der Grenzregion zu Afghanistan sind jedoch sowohl ein regionaler Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat als auch die pakistanischen Taliban (TTP) aktiv. Die Sicherheitslage in Khyber Pakhtunkhwa hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert, AnschlÀge gegen SicherheitskrÀfte hÀufen sich.
Serie von Angriffen auf Polizisten
Erst Anfang August wurden bei einem Selbstmordanschlag im Swat-Tal, ebenfalls in Khyber Pakhtunkhwa, 14 Menschen getötet. Der Angriff ereignete sich vor einer Polizeiwache, in deren Umgebung Hunderte Menschen gegen die zunehmende Gewalt in der Region demonstriert hatten. Bereits in den Monaten davor kam es wiederholt zu gezielten Attacken auf Polizisten in der Provinz.
Konflikt mit Afghanistan eskaliert
Pakistan wirft der islamistischen Taliban-Regierung im Nachbarland Afghanistan vor, Terrorgruppen im Grenzgebiet Unterschlupf zu gewĂ€hren und nicht entschieden gegen sie vorzugehen. Die FĂŒhrung in Kabul weist diese VorwĂŒrfe zurĂŒck. Im FrĂŒhling 2026 eskalierte der Konflikt zwischen den beiden Staaten, seither kommt es entlang der gemeinsamen Grenze regelmĂ€Ăig zu gegenseitigem Beschuss.
Gewaltwelle im Nordwesten Pakistans
Der Anschlag in Kohat reiht sich in eine Serie schwerer Angriffe in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa ein, die sich seit mehreren Jahren zu einem Brennpunkt der Gewalt entwickelt hat. Die Region an der Grenze zu Afghanistan gilt als strategisch wichtig, weil dort sowohl Ableger des sogenannten Islamischen Staates als auch die pakistanischen Taliban aktiv sind. Wiederholte Attacken auf Polizeiwachen und SicherheitskrÀfte zeigen, dass staatliche Einrichtungen gezielt geschwÀcht werden sollen.
Polizei und Zivilbevölkerung im Fokus der Angreifer
Besonders brisant ist, dass der Anschlag eine Polizeizentrale wĂ€hrend des Freitagsgebets traf und damit sowohl SicherheitskrĂ€fte als auch Zivilisten gefĂ€hrdete. Bereits Anfang August wurden im Swat-Tal der Provinz 14 Menschen bei einem Selbstmordanschlag vor einer Polizeiwache getötet, nachdem zuvor Anwohner gegen die zunehmende Gewalt demonstriert hatten. Diese Ereignisse deuten darauf hin, dass Polizei und religiöse Versammlungsorte verstĂ€rkt ins Visier geraten und die Bevölkerung sich zunehmend schutzlos fĂŒhlt.
Belastetes VerhÀltnis zu Afghanistan und regionale Folgen
Der Konflikt zwischen Pakistan und der Taliban-Regierung im benachbarten Afghanistan verschĂ€rft die Lage zusĂ€tzlich. Pakistan wirft Kabul vor, militante Gruppen im Grenzgebiet zu dulden, wĂ€hrend die afghanische FĂŒhrung diese VorwĂŒrfe zurĂŒckweist. Im FrĂŒhling 2026 eskalierte der Streit und fĂŒhrte zu regelmĂ€Ăigem gegenseitigem Beschuss. FĂŒr Menschen in Khyber Pakhtunkhwa bedeutet dies eine doppelte Belastung: Sie leben in einem Gebiet, das sowohl Schauplatz grenzĂŒberschreitender Spannungen als auch Ziel innerstaatlicher Terrorangriffe ist. FĂŒr Leser in Deutschland zeigt der Anschlag, wie fragil die Sicherheitslage in Teilen SĂŒdasiens bleibt und wie sehr regionale Konflikte den Kampf gegen Terrorismus erschweren.
