Papst Leo XIV. erfolgreich an der Lunge operiert
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 19:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVatikan plant eine Woche Erholung
- Der Eingriff erfolgte in der Gemelli-Klinik in Rom unter Leitung von Professor Stefano Margaritora.
- Leo XIV. konnte nach der Operation in sein Zimmer zurĂŒckkehren.
- Der Papst soll sich voraussichtlich etwa eine Woche im Krankenhaus erholen.
- Alle Audienzen bis Mitte nÀchster Woche wurden abgesagt.
Papst Leo XIV. hat die Operation zur Entfernung eines Knotens an der Lunge in der Gemelli-Klinik in Rom nach Angaben des Vatikans erfolgreich ĂŒberstanden.
Operation verlief wie vorgesehen
Ein Sprecher des Vatikans teilte am Abend mit, der Eingriff sei erfolgreich, termingerecht und wie vorgesehen verlaufen. Der 71-JĂ€hrige habe bereits in sein Zimmer zurĂŒckkehren können.
Weitere Einzelheiten wurden zunÀchst nicht bekannt. Auch die Art des Knotens blieb offen. Das Ergebnis der Untersuchung des entfernten Gewebes steht damit noch aus.
Ărzteteam unter Leitung von Stefano Margaritora
Operiert wurde Leo von einem Ărzteteam unter Leitung des italienischen Professors Stefano Margaritora. Bei der Entfernung eines einzelnen Lungenknotens sind ernste Komplikationen eher selten; das Risiko hĂ€ngt unter anderem vom Umfang des Eingriffs sowie von der Funktion von Lunge und Herz ab.
Der Knoten war am Sonntag bei einer Kontrolluntersuchung entdeckt worden. Leo hatte erklĂ€rt, der Befund befinde sich in einem sehr frĂŒhen Stadium. Auf Anraten der Ărzte entschied er sich fĂŒr die Operation, die zwei Tage spĂ€ter erfolgte.
Gemelli-Klinik mit eigenem Papst-Trakt
Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird in der römischen Gemelli-Klinik behandelt, in der bereits mehrere seiner VorgĂ€nger versorgt wurden. FĂŒr PĂ€pste gibt es dort im zehnten Stock einen eigenen Trakt mit Betreuung rund um die Uhr.
Vor dem Eingriff traf Leo in einem schwarzen Auto mit Polizeieskorte ein. Medizinischer Direktor Andrea Cambieri und weitere Ărzte empfingen ihn; vor und im Krankenhaus warteten zudem Schaulustige und GlĂ€ubige.
Audienzen und Gottesdienst abgesagt
Wegen des Krankenhausaufenthalts wurden alle Audienzen bis Mitte nÀchster Woche gestrichen. Auch am Abschlussgottesdienst eines internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz nimmt der Papst nicht teil.
FĂŒr November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen. In Peru war Leo als Missionar und Bischof tĂ€tig. Zum Programm gehört auch ein Besuch in Cusco auf 3.400 Metern Höhe.
Gesundheitszustand öffentlich gemacht
Bis zur Entdeckung des Knotens waren keine gesundheitlichen Probleme des Papstes bekannt. Leo hĂ€lt sich nach Angaben aus seinem Umfeld mit Tennis, Schwimmen und regelmĂ€Ăigen Ăbungen fit.
Die Mitteilung ĂŒber den Befund vor Zehntausenden GlĂ€ubigen auf dem Petersplatz steht zugleich fĂŒr einen offeneren Umgang mit der Gesundheit des Kirchenoberhaupts. Der Vatikan hatte entsprechende Informationen frĂŒher hĂ€ufig zurĂŒckgehalten.
Medizinische Einordnung des Befunds
Ein Lungenknoten ist zunĂ€chst eine bildgebende Beschreibung und keine Diagnose. Dahinter können abgeheilte EntzĂŒndungen, gutartige VerĂ€nderungen oder bösartige Erkrankungen stehen. Entscheidend ist deshalb die Untersuchung des entfernten Gewebes. Erst sie kann klĂ€ren, um welche Art von Knoten es sich handelt.
Dass der Befund bei einer Kontrolluntersuchung in einem frĂŒhen Stadium entdeckt wurde, begrenzt den medizinischen Informationsstand auf den Zeitpunkt der Operation. Der erfolgreiche Eingriff beschreibt zunĂ€chst den Verlauf der Entfernung, nicht das Ergebnis der Gewebeuntersuchung. FĂŒr die weitere Behandlung sind daher der pathologische Befund und die EinschĂ€tzung des Ărzteteams maĂgeblich.
Folgen fĂŒr Vatikan und Termine
Der Krankenhausaufenthalt unterbricht den öffentlichen Kalender des Papstes. Audienzen und der Abschlussgottesdienst des Bischofstreffens entfallen bis Mitte der kommenden Woche. Damit ĂŒbernimmt vorĂŒbergehend die kirchliche Organisation die Termine, wĂ€hrend der Papst sich erholt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den geplanten Reisen im November nach Uruguay, Argentinien und Peru. Die dpa-Meldung nennt keine Absage. Ob der Zeitplan unverĂ€ndert bleibt, hĂ€ngt vom Genesungsverlauf, dem Gewebebefund und der Belastbarkeit nach dem Eingriff ab. FĂŒr die katholische Kirche ist der Vorgang auch kommunikativ bedeutsam: Leo informiert die GlĂ€ubigen frĂŒh ĂŒber den Befund und schafft damit Transparenz ĂŒber eine gesundheitliche Frage, die bei PĂ€psten lange besonders zurĂŒckhaltend behandelt wurde.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau.de: âGemelli-Klinik Papst fĂŒr Lungenoperation im Krankenhausâ (12.10.2026)
Der Bericht bestĂ€tige den Aufenthalt in der Gemelli-Klinik und den geplanten Eingriff. Er setze einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt auf die vorerst beibehaltenen Termine in Assisi und die SĂŒdamerikareise; offen bleibe auch dort der genaue medizinische Befund.
Euronews: âKnoten entdeckt: Papst Leo XIV. wird kommende Woche an der Lunge operiertâ (11.10.2026)
Der Artikel habe die frĂŒhe Entdeckung und die klare Begrenzung des Knotens hervorgehoben. Anders als die aktuelle Meldung habe er noch ĂŒber die bevorstehende Operation berichtet; zur Art des Knotens habe auch dieser Beitrag keine abschlieĂende Aussage getroffen.
MedienĂŒbergreifend bestehe Einigkeit ĂŒber den Lungenknoten, den Eingriff in Rom und die erwartete Erholungszeit. Unterschiede lĂ€gen vor allem im Zeitpunkt der Berichte und im Schwerpunkt auf ReiseplĂ€nen oder medizinischem Hintergrund; offen bleibe das Ergebnis der Gewebeuntersuchung.
