Papst Leo XIV., Lungenkrebs

Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs – Tumor in Rom entfernt

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Papst Leo XIV. ist nach einer Operation wegen eines bösartigen Lungentumors zunächst im Gemelli-Krankenhaus in Rom. Ob eine weitere Behandlung nötig wird, hängt von den Befunden nach dem Eingriff ab.

Leos Aufenthalt im Gemelli-Krankenhaus

  • Dem Papst wurde in einer 90-minĂĽtigen Operation der rechte untere Lungenlappen entfernt.
  • Der Tumor erwies sich als bösartiges Lungenadenokarzinom.
  • Alle offiziellen Termine bis Mitte nächster Woche wurden abgesagt.
  • Im Vatikan wurde fĂĽr den Papst gebetet. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
    Im Vatikan wurde fĂĽr den Papst gebetet. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
  • Aus seinem Auto heraus winkte Leo den Wartenden zu. (Archivbild) - Bild: Andrew Medichini/AP/dpa
    Aus seinem Auto heraus winkte Leo den Wartenden zu. (Archivbild) - Bild: Andrew Medichini/AP/dpa
  • Der Pontifex bei seinem Eintreffen in der Klinik. (Archivbild) - Bild: Alessandra Tarantino/AP/dpa
    Der Pontifex bei seinem Eintreffen in der Klinik. (Archivbild) - Bild: Alessandra Tarantino/AP/dpa
  • Vor der Gemelli-Klinik wurde Leo vom medizinischen Direktor Andrea Cambieri (rechts) empfangen. (Archivbild) - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
    Vor der Gemelli-Klinik wurde Leo vom medizinischen Direktor Andrea Cambieri (rechts) empfangen. (Archivbild) - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
Im Vatikan wurde fĂĽr den Papst gebetet. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa Aus seinem Auto heraus winkte Leo den Wartenden zu. (Archivbild) - Bild: Andrew Medichini/AP/dpa Der Pontifex bei seinem Eintreffen in der Klinik. (Archivbild) - Bild: Alessandra Tarantino/AP/dpa Vor der Gemelli-Klinik wurde Leo vom medizinischen Direktor Andrea Cambieri (rechts) empfangen. (Archivbild) - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa

Papst Leo XIV. nach Krebsoperation in Rom

Papst Leo XIV. ist an Lungenkrebs erkrankt und im Gemelli-Krankenhaus in Rom operiert worden. Bei dem 71-Jährigen entfernten die Ärzte den unteren Lappen der rechten Lunge mit einem bösartigen Tumor.

Operation ohne Komplikationen

Der Eingriff dauerte 90 Minuten, insgesamt verbrachte der Papst rund drei Stunden im Operationssaal. Das Ärzteteam um Luigi Carbone und Stefano Margaritora erklärte, die Operation sei ohne Komplikationen verlaufen.

Bei der Gewebeuntersuchung stellte sich der Knoten als Lungenadenokarzinom heraus. Leo erwachte normal aus der Narkose und verbrachte nach Angaben des Vatikans eine ruhige Nacht in seinem Zimmer im zehnten Stock der Klinik.

Weitere Behandlung bleibt offen

Ob der Tumor vollständig entfernt wurde und ob eine zusätzliche Therapie notwendig ist, war zunächst offen. Angaben zur Größe des Tumors, zu weiteren Knoten oder zu einem möglichen Befall der Lymphknoten lagen nicht vor.

Der Pneumologe Jürgen Behr erklärte der Deutschen Presse-Agentur, im besten Fall könne der Papst nach der Operation bereits geheilt sein. Die Entfernung eines Lungenlappens könne zwar mit einem Leistungsverlust der Lunge von etwa 10 bis 20 Prozent einhergehen, im Alltag falle dieser aber häufig kaum auf.

Termine bis Mitte nächster Woche abgesagt

Leo hatte den Lungenknoten erst am Sonntag nach einer Routinekontrolle öffentlich gemacht und von einem sehr frühen Stadium gesprochen. Wegen des Krankenhausaufenthalts wurden alle offiziellen Termine bis Mitte nächster Woche abgesagt.

Der Vatikan muss außerdem über die weiteren Pläne des Papstes entscheiden. Für November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen, darunter ein Aufenthalt im 3.400 Meter hoch gelegenen Cusco.

Erinnerungen an Franziskus

Der Aufenthalt des Papstes im Gemelli-Krankenhaus erinnert an die schwere Erkrankung seines Vorgängers Franziskus, der dort im Frühjahr 2025 wochenlang wegen einer Lungenentzündung behandelt wurde. Auch Franziskus fehlte seit früher Jugend ein Teil der Lunge.

Vor der Klinik versammelten sich Menschen zum Gebet. Leo XIV. ist mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost der erste US-Amerikaner auf dem Papstthron und gilt als sportlich; bis zu seiner öffentlichen Mitteilung waren keine gesundheitlichen Probleme bekannt.

Die Erkrankung trifft das katholische Kirchenoberhaupt nur wenige Monate nach dem Tod von Franziskus, dessen langer Klinikaufenthalt im Gemelli-Krankenhaus die Aufmerksamkeit auf die gesundheitliche Belastbarkeit eines Papstes gelenkt hatte. Leo XIV. ist mit 71 Jahren deutlich jünger als sein Vorgänger bei dessen letzter schwerer Erkrankung und galt bislang als körperlich belastbar.

Medizinisch entscheidend sind nun nicht allein der erfolgreiche Eingriff, sondern vor allem die Untersuchung des entfernten Gewebes und mögliche Befunde an Lymphknoten oder anderen Stellen. Bei einem früh entdeckten und vollständig entfernten Tumor kann eine Operation ausreichen; weitere Behandlungsschritte hängen vom Stadium und den individuellen Befunden ab.

Folgen für Termine und Reisepläne

Kurzfristig übernimmt die Genesung die politische und kirchliche Agenda des Vatikans: Audienzen und öffentliche Termine entfallen zunächst. Für die geplante Südamerikareise im November könnten der Krankenhausaufenthalt, die Erholung nach der Lungenoperation und die vorgesehene Reise in große Höhen in Peru zu wichtigen Entscheidungsfaktoren werden.

Für die Gläubigen bedeutet die offene Behandlungsperspektive, dass zentrale Termine des Kirchenjahres vorerst unter dem Vorbehalt von Leos Gesundheitszustand stehen. Zugleich setzt der Papst mit der öffentlichen Mitteilung über den Befund einen transparenteren Akzent beim Umgang mit der Gesundheit des Kirchenoberhaupts.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs“ (14.10.2026)

Der Beitrag bestätige die Diagnose, die erfolgreiche Operation und den geplanten Klinikaufenthalt. Einen Schwerpunkt lege er auf die abgesagten Audienzen und die weiterhin geplante Südamerikareise.

ZDFheute: „Nach OP: Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. festgestellt“ (14.10.2026)

Der Artikel bestätige den entfernten rechten Lungenunterlappen und die Diagnose eines Adenokarzinoms. Anders als die dpa-Meldung erläutere er zusätzlich die medizinische Bedeutung dieses Tumortyps; offen bleibe auch dort, ob sich der Krebs ausgebreitet habe.

Beide Beiträge stimmten bei Diagnose, Eingriff und komplikationslosem Verlauf überein. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung medizinischer Hintergründe und der Folgen für Leos Termine; entscheidende Befunde zur weiteren Behandlung stünden noch aus.

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