Papst Leo XIV. startet trotz Lungen-OP Südamerika-Reise
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 07:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLeos Reiseplan nach der Operation
- Leo XIV. startet am 6. November zu seiner bislang längsten Auslandsreise.
- Die erste Etappe führt ihn von Rom nach Uruguay und dauert 13,5 Stunden.
- In Saqsaywaman besucht der Papst eine Inka-Stätte auf 3.700 Metern Höhe.
Leo XIV. reist trotz Lungenoperation nach Südamerika
Papst Leo XIV. beginnt am Freitag seine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru. Der 71-Jährige kehrt damit in die Region zurück, in der er mehr als 20 Jahre lebte und arbeitete.
Vatikan hält am Reiseprogramm fest
Die Reise findet wenige Wochen nach einer Operation wegen eines bösartigen Lungentumors statt. Dabei wurde der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt; die behandelnden Ärzte erklärten, der Krebs habe nicht gestreut und es gebe keine weitere notwendige Behandlung.
Der Vatikan will dennoch alle Termine wie geplant durchführen. Die Reise umfasst mehr als ein Dutzend Flüge, eine 13,5 Stunden lange erste Strecke von Rom nach Uruguay sowie Gottesdienste mit möglicherweise Hunderttausenden Teilnehmern.
Höhenaufenthalt in den Anden
In Peru besucht Leo XIV. unter anderem Saqsaywaman oberhalb von Cusco. Die Inka-Stätte liegt auf rund 3.700 Metern Höhe und stellt wegen der dünnen Luft eine besondere Belastung dar.
Peru als persönliche Rückkehr
Der gebürtige Chicagoer Robert Francis Prevost war in Peru zunächst Missionar und später Bischof von Chiclayo. Er besitzt neben der US-amerikanischen auch die peruanische Staatsbürgerschaft.
Mit Spannung wird erwartet, welche Akzente der Papst bei Menschenrechten, Versöhnung und der Aufarbeitung der Gewalt während des Konflikts mit dem Leuchtenden Pfad setzt. In Lima sind bereits Souvenirs mit seinem Abbild erhältlich; die Regierung hat für seinen Besuch mehrere arbeitsfreie Tage angeordnet.
Politische Stationen in Argentinien und Uruguay
In Argentinien besucht Leo XIV. Buenos Aires, die frühere Wirkungsstätte seines Vorgängers Franziskus. Das Verhältnis zum marktradikalen Präsidenten Javier Milei gilt als politisch herausfordernd.
Uruguay bildet den Auftakt der Reise. In Montevideo wird der Papst von Präsident Yamandú Orsi empfangen; anschließend ist ein Abendgebet mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten geplant.
Leos Reise verbindet persönliche Rückkehr, kirchliche Symbolik und politische Herausforderungen. Peru ist dabei mehr als eine Station: Der Papst arbeitete dort mehr als 20 Jahre, besaß einen peruanischen Pass und war Bischof von Chiclayo. Seine Rückkehr dürfte deshalb besonders stark von Erwartungen an Nähe zur Bevölkerung und an Aussagen zu sozialen sowie historischen Konflikten geprägt sein.
Die Reise fällt zugleich in eine gesundheitlich außergewöhnliche Situation. Nach der Entfernung eines Teils des rechten Lungenflügels muss Leo ein dichtes Programm mit langen Flügen, Höhenaufenthalten und großen Menschenmengen bewältigen. Der Vatikan hält die Reise nach ärztlicher Einschätzung für vertretbar und will am veröffentlichten Ablauf festhalten. Damit wird jede öffentliche Belastungsgrenze des Papstes auch zu einem Signal für die Handlungsfähigkeit seines Pontifikats.
Politische und kirchliche Erwartungen
In Peru richtet sich der Blick zusätzlich auf Menschenrechte, die Aufarbeitung der Gewalt während des Konflikts mit dem Leuchtenden Pfad und den Umgang mit dem Erbe Alberto Fujimoris. In Argentinien trifft Leo auf ein politisch anders ausgerichtetes Umfeld und zugleich auf das Herkunftsland seines Vorgängers Franziskus. Uruguay verspricht wegen der größeren institutionellen Distanz zwischen Staat und Kirche einen vergleichsweise weniger konfliktreichen Auftakt.
Für die Menschen vor Ort bedeutet der Besuch umfangreiche Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen, öffentliche Gottesdienste und zusätzliche freie Tage. Für die katholische Kirche bietet die Reise die Möglichkeit, in einer wichtigen Region Präsenz zu zeigen; zugleich hängt ihre Wirkung davon ab, ob Leo neben symbolischen Gesten auch konkrete Antworten auf soziale, politische und kirchliche Konflikte formuliert.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Wenige Wochen nach Krebs-OP: Südamerika-Besuch wird für Papst nicht nur gesundheitlich herausfordernd“ (05.11.2026)
Der Beitrag bestätige den Reisebeginn und stelle die gesundheitliche Belastung nach der Lungenoperation in den Mittelpunkt. Anders als die knappe Reiseankündigung anderer Berichte ordne er zudem die politischen Erwartungen in Peru und Argentinien sowie Leos persönliche Verbindung zu Peru ein.
Stern: „Papst beginnt elftägige Südamerika-Reise“ (06.11.2026)
Der Artikel konzentriere sich auf den Ablauf der elftägigen Reise und nenne zwölf Flugreisen, zwei Hubschrauberflüge sowie mehr als 50 Veranstaltungen. Gemeinsam sei beiden Beiträgen die Darstellung des Besuchs trotz der erst wenige Wochen zurückliegenden Operation; der Stern setze den Schwerpunkt stärker auf Programm und Stationen.
Übereinstimmend stehen Reisebeginn und gesundheitliche Vorgeschichte im Zentrum. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Blickwinkel: gesundheitliche und politische Belastungen auf der einen, Ablauf und Umfang des Programms auf der anderen Seite.
