Papst Leo XIV. erkrankt nach Operation an Lungenkrebs
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 04:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLeos Aufenthalt in der Gemelli-Klinik
- Ărzte entfernten dem 71-jĂ€hrigen Papst in Rom den unteren Lappen der rechten Lunge.
- Die Untersuchung ergab ein Lungenadenokarzinom, eine Form von Lungenkrebs.
- Der Eingriff dauerte etwa drei Stunden und verlief nach Angaben des Ărzteteams ohne Komplikationen.
Papst Leo XIV. ist an Lungenkrebs erkrankt. Die Ărzte stellten dies nach einer Operation in der Gemelli-Klinik in Rom fest.
Befund nach Entfernung des Lungenlappens
Bei dem 71-JĂ€hrigen war am Sonntag bei einer Routinekontrolle ein Knoten in der Lunge öffentlich bekannt geworden. Zwei Tage spĂ€ter wurde Leo operiert; dabei entfernte das Ărzteteam um Luigi Carbone und Stefano Margaritora den unteren Lappen der rechten Lunge vollstĂ€ndig.
Die anschlieĂende Untersuchung ergab nach Angaben der Ărzte ein sogenanntes Lungenadenokarzinom. Die Operation erfolgte mit video-assistierter Technik. Dabei werden mehrere kleine Schnitte fĂŒr eine Kamera und chirurgische Instrumente gesetzt, statt den Brustkorb vollstĂ€ndig zu öffnen.
Etwa eine Woche Erholung
Leo hielt sich rund drei Stunden im Operationssaal auf. Nach dem Aufwachen kehrte er in sein Zimmer im zehnten Stock zurĂŒck, wo fĂŒr PĂ€pste ein eigener Trakt eingerichtet ist.
Der Papst soll sich dort etwa eine Woche erholen. Wie die Behandlung anschlieĂend weitergeht, hĂ€ngt davon ab, ob noch Krebszellen im Körper vorhanden sind. Auch nach einer erfolgreichen Operation bleibt das Risiko eines RĂŒckfalls bestehen.
Audienzen und Gottesdienst abgesagt
Leo hatte am Sonntag vor Zehntausenden GlĂ€ubigen auf dem Petersplatz erklĂ€rt, der Knoten sei in einem sehr frĂŒhen Stadium entdeckt worden. Bei einem vollstĂ€ndig entfernten Tumor kann eine Chemotherapie entfallen; regelmĂ€Ăige Nachkontrollen bleiben jedoch wichtig.
Wegen des Krankenhausaufenthalts wurden alle Audienzen bis Mitte nÀchster Woche abgesagt. Auch die Teilnahme am Abschlussgottesdienst eines internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie an diesem Mittwoch entfÀllt.
Novemberreise bleibt offen
FĂŒr November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant. Zum Programm gehört auch Cusco in 3.400 Metern Höhe. Ob Leo die Reise antreten kann, ist nach der Operation offen.
Bis zu seiner Mitteilung waren keine gesundheitlichen Probleme des Pontifex bekannt. Leo hĂ€lt sich mit Tennis, Schwimmen und regelmĂ€Ăigen Ăbungen fit. In der Gemelli-Klinik wurden bereits Johannes Paul II. und Leos VorgĂ€nger Franziskus behandelt.
FrĂŒher Befund und weitere Behandlung
Die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms macht die Operation zur entscheidenden ersten Behandlungsstufe. Nach der Entfernung des betroffenen rechten Unterlappens hĂ€ngt das weitere Vorgehen davon ab, ob der Tumor vollstĂ€ndig entfernt wurde und ob sich Krebszellen auĂerhalb des operierten Bereichs nachweisen lassen.
Der in der Meldung genannte frĂŒhe Zeitpunkt der Entdeckung ist medizinisch relevant: Bei lokal begrenzten Lungentumoren kann eine Operation bereits die zentrale Therapie sein. Ob zusĂ€tzlich Medikamente, Bestrahlung oder lediglich engmaschige Kontrollen notwendig werden, bestimmen Gewebeuntersuchungen und weitere Befunde.
Auswirkungen auf das Pontifikat
Politisch und kirchlich steht zunĂ€chst die Erholung im Vordergrund. Abgesagte Audienzen und der gestrichene Gottesdienst zeigen, dass der Krankenhausaufenthalt den Kalender des Kirchenoberhaupts unmittelbar verĂ€ndert. FĂŒr die nĂ€chsten Wochen wird entscheidend sein, wann Leo seine öffentlichen Aufgaben wieder aufnehmen kann.
Besondere Bedeutung hat zudem die geplante SĂŒdamerikareise im November. Die fast zweiwöchige Reise mit Stationen in Uruguay, Argentinien und Peru wĂ€re körperlich anspruchsvoll; der Besuch Cuscos auf 3.400 Metern Höhe könnte nach der Lungenoperation zusĂ€tzliche medizinische Fragen aufwerfen. Eine belastbare Entscheidung ĂŒber den Reiseplan dĂŒrfte deshalb von Genesung und Therapie abhĂ€ngen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: âVatikan: Papst erfolgreich operiert â Lungenkrebs diagnostiziertâ (13.10.2026)
Der Bericht bestĂ€tige die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms und hebe hervor, dass der untere Lappen der rechten Lunge entfernt worden sei. Zugleich setze er einen Schwerpunkt auf die noch offene Frage, ob sich der Krebs ausgebreitet habe, sowie auf die guten Behandlungsmöglichkeiten bei einem frĂŒhen Befund.
tagesschau.de: âPapst Leo XIV. fĂŒr Lungenoperation im Krankenhaus eingetroffenâ (13.10.2026)
Der Artikel habe den Krankenhausaufenthalt und die zunÀchst geplante Operation begleitet und die Absage der Audienzen bis zum 20. Oktober herausgestellt. Anders als die spÀtere Meldung habe er die Krebsdiagnose noch nicht behandelt, weil der Eingriff zum Veröffentlichungszeitpunkt erst bevorstand.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten den Aufenthalt in der Gemelli-Klinik und die geplante Erholungszeit; der BR-Bericht konzentriere sich auf Diagnose und Behandlung, wĂ€hrend tagesschau.de den Ablauf vor der Operation und die Folgen fĂŒr den Terminkalender betone.
