Selenskyj: Zerstörte Energie-Infrastruktur wird repariert
26.08.2024 - 19:47:40 | dpa.de
Nach einem der gröĂten Bombardements der Ukraine seit Kriegsbeginn hat Russland nach MilitĂ€rangaben aus Kiew 127 Raketen und Marschflugkörper sowie 109 Drohnen auf die Regionen des Nachbarlandes abgefeuert. Von den 236 Drohnen und Raketen habe die Flugabwehr 201 zerstört, teilten die LuftstreitkrĂ€fte in Kiew mit. Behörden berichteten von massiven SchĂ€den an der Energieinfrastruktur.Â
«In einigen Orten hat der Terrorstaat zivile Ziele mit Streumunition angegriffen», teilte PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nach einem Treffen mit der MilitĂ€rfĂŒhrung mit. Bevor die Reparaturen am Energiesektor beginnen könnten, mĂŒssten die Streubomben entschĂ€rft werden, sagte er.
Russlands Vergeltung wegen Kiews Kursk-Offensive
In vielen Regionen der Ukraine hatte es am Morgen stundenlang Luftalarm gegeben. Die Bombardierung, ĂŒber die auch das russische Verteidigungsministerium ausfĂŒhrlich berichtete, galt als Teil der Vergeltung fĂŒr die ukrainische Offensive im Gebiet Kursk, die am 6. August begonnen hatte.Â
Kremltreue KrÀfte hatten zuletzt kritisiert, dass Moskau so lange warte mit einer Antwort. An diesem Dienstag dauert die Kiews Invasion - mit anfÀnglich rund 10.000 Soldaten - seit drei Wochen an. Beobachter erwarten, dass die Ukraine monatelang die besetzten russischen Ortschaften kontrollieren kann.
Selenskyj erörterte auch mit Verantwortlichen die Wiederherstellung der zerstörten Energieanlagen. FĂŒr jede Region einzeln sei die Schlagkraft der Flugabwehr besprochen worden. Schon zuvor hatte er in einer Videobotschaft mehr Waffen gefordert und eine Freigabe reichweitenstarker westlicher Raketen fĂŒr den Beschuss von Zielen auf russischem Gebiet im Hinterland. Bisher gelten BeschrĂ€nkungen fĂŒr deren Einsatz.
Oberkommandierender Syrskyj informiert Nato-General
Der Oberkommandierende der StreitkrĂ€fte, Olexander Syrskyj, informierte im Nachrichtennetzwerk Telegram ĂŒber ein GesprĂ€ch mit dem Oberbefehlshaber der Nato-StreitkrĂ€fte in Europa, Christopher G. Cavoli. Dabei sei es um die Lage an der Front, um eine StĂ€rkung der Luftverteidigung und um den «Schutz der StĂ€dte und kritischen Infrastruktur vor den stĂ€ndigen TerroranschlĂ€gen der Russischen Föderation» gegangen. Syrskyj schilderte demnach den Bedarf an Waffen, weiterer Munition und militĂ€rischer AusrĂŒstung. Details nannte er nicht.
Abgesehen von den GelĂ€ndegewinnen bei der Offensive im russischen Gebiet Kursk ist die Ukraine in ihrem Osten weiter massiv unter Druck. Angesichts des russischen Vormarsches in der ostukrainischen Region Pokrowsk im Gebiet Donezk teilte Selenskyj mit, bei dem Treffen der MilitĂ€rfĂŒhrung sei eine VerstĂ€rkung fĂŒr die Region beschlossen worden. Die russischen Truppen hatten in Raum Donezk zuletzt immer wieder die Einnahme von Ortschaften verkĂŒndet.
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