Hegseth erhöht Druck auf Kuba: Sind auf alles vorbereitet
10.06.2026 - 19:40:21 | dpa.de
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einem Besuch auf dem US-StĂŒtzpunkt GuantĂĄnamo Bay auf Kuba den Druck auf de sozialistische Karibikinsel verbal weiter erhöht. Was auch immer mit der Zukunft Kubas geschehe, liege in den HĂ€nden von US-PrĂ€sident Donald Trump und der FĂŒhrung Kubas, sagte er. «Komme, was da wolle - das Kriegsministerium wird auf jede mögliche EventualitĂ€t vorbereitet und eingestellt sein.» Man sei heute unter anderem dort, um darĂŒber zu sprechen, betonte Hegseth vor Soldaten, vor denen er sich als einer von ihnen inszenierte. Er trug kurze Hose und T-Shirt und machte im Anschluss gemeinsam mit den Soldaten FitnessĂŒbungen.
Die Beziehungen zwischen Washington und Havanna sind seit Langem angespannt - unter US-PrĂ€sident Donald Trump nahmen die Spannungen aber nochmal deutlich zu. Um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren, erhöhte seine Regierung den Druck auf Havanna mit zahlreichen MaĂnahmen - darunter eine Reihe neuer Sanktionen und eine Ălblockade. Immer wieder gab es im Zuge der Druckkampagne auch Sorge vor einer möglichen militĂ€rischen Eskalation. Zugleich finden seit Monaten GesprĂ€che zwischen Washington und Havanna statt.Â
Ungewöhnliches Treffen sorgte fĂŒr Aufsehen
Der MilitĂ€rstĂŒtzpunkt von GuantĂĄnamo Bay liegt an der sĂŒdöstlichen KĂŒste Kubas. Das Territorium steht seit 1903 wegen eines umstrittenen Pachtvertrags unter US-Kontrolle. Seit dem Sieg der kubanischen Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959 betrachtet Kuba den unbefristeten Vertrag als ungĂŒltig. Nach den TerroranschlĂ€gen vom 11. September 2001 errichteten die Vereinigten Staaten in GuantĂĄnamo ein umstrittenes Gefangenenlager.
Ende vergangenen Monats sorgte ein ungewöhnliches direktes Treffen ranghoher GenerĂ€le beider Staaten im AuĂenbereich des US-StĂŒtzpunkts fĂŒr Aufsehen: Wie beide Seiten damals mitteilten, trafen der Chef des zustĂ€ndigen US-Regionalkommandos (Southcom), General Francis Donovan, und der Chef des Generalstabs der kubanischen RevolutionĂ€ren StreitkrĂ€fte, Roberto LegrĂĄ Sotolongo, dort zusammen. Wirklich konkrete offizielle Informationen zum Inhalt des Austausches gab es danach nicht.
