Internetsperre treibt Iraner in Arme einheimischer Angebote
08.05.2026 - 14:24:38 | dpa.deDie Iraner sind inzwischen den 70. Tag in Folge vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Die Sperre halte bereits seit 1.656 Stunden an, teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X mit.Â
Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschrĂ€nktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur VerfĂŒgung stehen.
FĂŒr viele Iraner sind seither lokale Apps die einzige Möglichkeit zur internetbasierten Kommunikation. Regierungsstellen drĂ€ngen ihre Angestellten mittlerweile dazu, diese lokalen Alternativen fĂŒr Arbeitszwecke zu installieren. HĂ€ufig bieten sie die einzige Möglichkeit fĂŒr Kontakt zu Angehörigen im Ausland. Viele Menschen misstrauen diesen iranischen Apps jedoch aus Angst vor Ăberwachung.
Ruhollah Momen-Nasab, SekretĂ€r eines Gremiums fĂŒr islamische Moralvorstellungen in der Hauptstadt Teheran, bremste unterdessen Hoffnungen auf besseres Internet. Der virtuelle Raum dĂŒrfe nicht zum vorherigen Zustand zurĂŒckkehren, zitierte ihn die Tageszeitung «Shargh». Schon vor dem Krieg wurde Irans Internet stark zensiert.Â
Ein kleiner Teil des MilitÀr- und Machtapparats nutzt jedoch das globale Internet ohne EinschrÀnkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.
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