Papst-Ärzte, Franziskus

Papst-Ärzte: Franziskus noch nicht außer Gefahr

21.02.2025 - 19:21:40 | dpa.de

Seit einer Woche liegt Papst Franziskus im Krankenhaus - mit einer LungenentzĂŒndung. Erstmals treten seine Ärzte vor die Presse und beantworten Fragen zu seinem Gesundheitszustand.

Erstmals traten zwei behandelnde Ärzte vor die Presse und beantworteten Fragen zum Zustand des Papstes. - Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Papst Franziskus ist nach Angaben seiner Ärzte auch nach einer Woche stationĂ€rer Behandlung im Krankenhaus noch nicht außer Gefahr. Das gesamte Krankheitsbild des 88 Jahre alten Oberhauptes der katholischen Kirche sei weiterhin komplex, sagte der behandelnde Arzt Sergio Alfieri bei einer Pressekonferenz in der Gemelli-Klinik in Rom. Alfieri betonte jedoch zugleich, Franziskus' Zustand sei derzeit nicht lebensbedrohlich. 

Erstmals seit der Einlieferung ins Krankenhaus berichteten zwei behandelnde Ärzte - Alfieri von der Gemelli-Klinik und Luigi Carbone, Franziskus' Leibarzt - ĂŒber den Gesundheitszustand des Papstes. Angesichts der derzeitigen Lage gehen sie davon aus, dass Franziskus noch mindestens die gesamte kommende Woche im Krankenhaus bleiben muss. Genauere Angaben machten sie nicht, mögliche Komplikationen sind nach ihren Worten unvorhersehbar.

Papst leidet an beidseitiger LungenentzĂŒndung

Die beiden Ärzte sagten, es gebe derzeit keine Anzeichen dafĂŒr, dass Erreger, die Franziskus LungenentzĂŒndung verursacht hatten, in den Blutkreislauf gelangt seien. Diese Entwicklung wird als Sepsis, also schwere Blutvergiftung, bezeichnet. Aus Sicht der Ärzte wĂ€re dies eine der bedrohlichsten Komplikationen. Eine Sepsis kann zu Organversagen und zum Tod fĂŒhren.

Franziskus wird seit Freitag vergangener Woche in der Gemelli-Klinik stationĂ€r behandelt. Vor wenigen Tagen stellten die Ärzte eine beidseitige LungenentzĂŒndung fest. Franziskus ist seit langem gesundheitlich angeschlagen. Zuvor war zudem schon von einer hartnĂ€ckigen Bronchitis die Rede. Die Sorge um den Pontifex ist unter GlĂ€ubigen weltweit groß.

Franziskus spricht auf Therapie an

In den Tagen vor Franziskus' Einlieferung war ihm bereits anzusehen, dass ihm die Gesundheit zunehmend zu schaffen macht. Bei öffentlichen Terminen klagte er ĂŒber Atembeschwerden und hustete, er wirkte erschöpft. Mehrfach musste er Mitarbeiter fĂŒr ihn vorbereitete Ansprachen vorlesen lassen. Erst nach langem Zögern entschied er sich fĂŒr die Behandlung im Krankenhaus.

Carbone sagte, Franziskus spreche inzwischen auf die medikamentöse Therapie an, die nach der Diagnose der LungenentzĂŒndung «verstĂ€rkt» worden sei. Erschwerend kommt bei ihm hinzu, dass Franziskus an einer Infektion mit verschiedenen Erregern leide. Der gebĂŒrtige Argentinier ist insbesondere im Winter anfĂ€llig fĂŒr Atemwegserkrankungen. In jungen Jahren wurde ihm in seiner Heimat zudem der obere Teil seines rechten LungenflĂŒgels entfernt.

«Guten Morgen, Heiliger Sohn»

Franziskus erhĂ€lt nach den Worten der beiden Ärzte bei Bedarf zusĂ€tzlichen Sauerstoff ĂŒber eine sogenannte Nasenbrille. Er sei allerdings inzwischen wieder teilweise mobil und bewege sich in seinem Klinikzimmer. Alfieri berichtete, er sei auch schon in die Kapelle des fĂŒr Papstaufenthalte vorgesehenen Traktes im zehnten Stock der Klinik gegangen, um zu beten.

Franziskus ist nach Alfieris Worten auch schon wieder zum Scherzen aufgelegt. Auf seinen Gruß «Guten Morgen, Heiliger Vater» beim Betreten des Zimmers habe der Papst ihm geantwortet: «Guten Morgen, Heiliger Sohn». Der Papst habe trotz seines Gesundheitszustands nicht den Humor verloren, so Alfieri.

In den Tagen nach der Diagnose der LungenentzĂŒndung kamen bereits zurĂŒckhaltend positive Signale aus dem Vatikan. In den tĂ€glich abends verbreiteten Bulletins zum Zustand des Papstes war inzwischen von einer «leichten Verbesserung» die Rede. Jeden Morgen informiert der Sprecher des Heiligen Stuhls, Franziskus habe gefrĂŒhstĂŒckt und gehe der Arbeit nach.

Spekulationen ĂŒber Papst-RĂŒcktritt

Außerhalb des Krankenhauses machen angesichts der Abwesenheit des Papstes im Vatikan erste Spekulationen ĂŒber einen möglichen RĂŒcktritt aus gesundheitlichen GrĂŒnden die Runde. Mehrere KardinĂ€le hatten einen derartigen Schritt von Franziskus fĂŒr möglich erklĂ€rt. Sie verwiesen darauf, dass der Papst einen RĂŒcktritt in ErwĂ€gung ziehen könnte, wenn er langfristig gesundheitlich stark eingeschrĂ€nkt bleibe und handlungsunfĂ€hig wĂŒrde.

Franziskus selbst wies solche GerĂŒchte in der Vergangenheit zurĂŒck. Allerdings hinterlegte er nach eigenen Angaben einen unterschriebenen RĂŒcktrittsbrief - aber nur fĂŒr den Fall, dass er krankheitsbedingt handlungsunfĂ€hig wĂ€re. Franziskus' deutscher VorgĂ€nger Benedikt XVI. war 2013 völlig ĂŒberraschend zurĂŒckgetreten und hatte dann bis zum Tod zurĂŒckgezogen im Vatikan gelebt.

Franziskus zweitÀltester Papst der Geschichte

Mit seinen 88 Jahren ist Franziskus inzwischen der zweitĂ€lteste Papst der Geschichte. Als Nachfolger von Papst Benedikt XVI. ist er seit MĂ€rz 2013 im Amt. Nur Papst Leo XIII. wurde nach den Aufzeichnungen des Vatikans noch Ă€lter: Der Italiener starb 1903 mit 93 Jahren. Franziskus' VorgĂ€nger, bĂŒrgerlich Joseph Ratzinger, wurde zwar 95, trat aber Jahre vor seinem Tod zurĂŒck.

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