Trump, Zweiertreffen

Trump will schnelles Zweiertreffen von Putin und Selenskyj

19.08.2025 - 02:19:07 | dpa.de

Seit mehr als drei Jahren wehrt sich die Ukraine gegen den Angreifer Russland. Treffen sich nun der ukrainische PrÀsident Selenskyj und Kreml-Chef Putin? US-PrÀsident Trump arbeitet daran.

  • Der ukrainische PrĂ€sident erklĂ€rte sich zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen bereit. - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
    Der ukrainische PrÀsident erklÀrte sich zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen bereit. - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
  • Merz sprach sich fĂŒr eine schnelle Waffenruhe aus. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Merz sprach sich fĂŒr eine schnelle Waffenruhe aus. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Selenskyj und Trump sprachen vor Journalisten - diesmal ohne Eklat. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Selenskyj und Trump sprachen vor Journalisten - diesmal ohne Eklat. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Merz zog eine positive Bilanz des Ukraine-Gipfels in Washington. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Merz zog eine positive Bilanz des Ukraine-Gipfels in Washington. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
Der ukrainische PrĂ€sident erklĂ€rte sich zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen bereit. - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa Merz sprach sich fĂŒr eine schnelle Waffenruhe aus. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Selenskyj und Trump sprachen vor Journalisten - diesmal ohne Eklat. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Merz zog eine positive Bilanz des Ukraine-Gipfels in Washington. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Nach dem Ukraine-Gipfel im Weißen Haus in Washington strebt US-PrĂ€sident Donald Trump nun ein Zweiertreffen des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kremlchef Wladimir Putin an. Danach solle es ein Dreiertreffen geben, an dem auch er teilnehmen werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zuvor hatte er Selenskyj und mehrere europĂ€ische Staats- und Regierungschefs sowie die Spitzen der Nato und EU-Kommission im Weißen Haus empfangen hatte. 

Laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist das Selenskyj-Putin-Treffen innerhalb der nÀchsten zwei Wochen geplant. «Ein solcher Gipfel ist nur denkbar, wenn die Waffen schweigen», betonte er zugleich. Selenskyj dagegen erklÀrte sich in Washington dazu bereit, Putin ohne Vorbedingungen zu treffen. 

Merz: «Das hÀtte auch anders verlaufen können»

Merz zog eine positive Bilanz des mehrstĂŒndigen Gipfels im Weißen Haus. «Meine Erwartungen sind eigentlich nicht nur getroffen, sondern ĂŒbertroffen worden», sagte der CDU-Politiker im Anschluss. «Das hĂ€tte auch anders verlaufen können.» Es handele sich um «schicksalshafte Tage fĂŒr die Ukraine und fĂŒr Europa». 

Die Beratungen waren vorĂŒbergehend unterbrochen worden, weil Trump mit Putin telefonierte. Zum Auftakt hatten Trump und Selenskyj zunĂ€chst ein bilaterales GesprĂ€ch gefĂŒhrt. Dieses wurde spĂ€ter im erweiterten Kreis mit Merz und den anderen hochkarĂ€tigen GĂ€sten aus Europa fortgesetzt.

Angereist waren auch Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer, Italiens MinisterprÀsidentin Giorgia Meloni, der finnische PrÀsident Alexander Stubb sowie EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen und Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte.

Uneinigkeit ĂŒber Notwendigkeit einer Waffenruhe 

Auch Trump hatte ursprĂŒnglich eine sofortige Waffenruhe fĂŒr die Ukraine verlangt. Diese Forderung gab er aber nach seinem Treffen mit Putin am vergangenen Freitag in Alaska auf. Nicht so Kanzler Merz: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nĂ€chste Treffen ohne eine Feuerpause stattfindet», sagte er bei dem GesprĂ€ch im erweiterten Kreis. «Lasst uns daran arbeiten und versuchen, Druck auf Russland auszuĂŒben.»

Selenskyj kassierte die Forderung nach einer Waffenruhe vor einem Treffen mit Putin hingegen ein. «Ich finde, dass wir uns ohne irgendwelche Vorbedingungen treffen und darĂŒber nachdenken mĂŒssen, wie dieser Weg zur Beendigung des Krieges weitergehen könnte», sagte er nach den GesprĂ€chen. «Wir sind bereit zu jedem Format.» Zugleich sagte er, die Forderung nach einer Waffenruhe als Voraussetzung fĂŒr Friedensverhandlungen sei berechtigt gewesen.

Trump sagte bei seinem Treffen mit Selenskyj, er möge zwar das Konzept einer Feuerpause, weil damit das Töten von Menschen sofort aufhören wĂŒrde. «Aber wir können an einem Deal arbeiten, wo wir auf ein Friedensabkommen abzielen.» Zuvor hatte Selenskyj bei einem Treffen mit den EuropĂ€ern in der ukrainischen Botschaft in Washington betont: «Die Ukraine ist bereit zu einem realen Waffenstillstand und der Errichtung einer neuen Sicherheitsarchitektur.»

Ausgestaltung von Sicherheitsgarantien weiter offen 

Trump wich Fragen nach der Stationierung von US-Truppen in der Ukraine nach einem Friedensschluss aus. Auch eine Frage nach konkreten Details zu Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine ließ er unbeantwortet. Er versicherte aber: «Wir werden ihnen sehr guten Schutz geben, sehr gute Sicherheit.» 

Selenskyj bezeichnete die Sicherheitsgarantien fĂŒr sein Land - also Maßnahmen zum Schutz vor Angriffen - als vorrangig fĂŒr einen Frieden mit Russland. «Es ist sehr wichtig, dass die Vereinigten Staaten ein starkes Signal geben und bereit sind fĂŒr diese Sicherheitsgarantien.» Zudem hĂ€nge die Sicherheit der Ukraine auch von den europĂ€ischen VerbĂŒndeten ab.

Nato-GeneralsekretĂ€r Rutte nannte es einen großen Schritt, dass Trump zugesagt habe, sich an Sicherheitsgarantien zu beteiligen. «Das ist wirklich ein Durchbruch, und das macht den Unterschied. Auch dafĂŒr danke ich Ihnen.»

Über einen Einsatz von Bodentruppen sei in Washington nicht gesprochen worden, sagte Rutte dem US-Sender Fox News in einem spĂ€teren Interview. Es gehe auch nicht um eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine, sondern «was wir hier diskutieren, sind Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine gemĂ€ĂŸ Artikel 5».

Artikel 5 des Nato-Vertrags regelt, dass die BĂŒndnispartner im Fall eines Angriffs auf die UnterstĂŒtzung der Alliierten zĂ€hlen können und eine Attacke auf ein Mitglied als Angriff auf alle gewertet wird. Schon vor dem Gipfel war ein Nato-Ă€hnliches Schutzversprechen der USA und europĂ€ischer Staaten an die Ukraine im GesprĂ€ch gewesen - was letztendlich ein militĂ€risches Eingreifen im Fall eines Überfalls bedeuten wĂŒrde.

Merz: Hohe deutsche Verantwortung bei Sicherheitsgarantien

Merz sagte, die Frage, wer sich in welchem Umfang an Sicherheitsgarantien beteilige, mĂŒsse man zwischen den europĂ€ischen Partnern und der US-Regierung besprechen. «Völlig klar ist, dass sich ganz Europa daran beteiligen sollte.» Deutschland habe «eine hohe Verantwortung», dies zu tun. Auf die Frage, ob sich auch die Bundeswehr daran beteiligen könnte, antwortete Merz, es sei zu frĂŒh, darauf eine endgĂŒltige Antwort zu geben.

Russland will keine Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine

Russland lehnte eine Stationierung von Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine zeitgleich mit dem Treffen in Washington erneut ab, nachdem der britische Premier Starmer sich dazu bereit erklĂ€rt hatte. Großbritannien strebe mit solchen Szenarien weiter nach einer Eskalation in dem Konflikt und bringe die Nato-Mitglieder an eine gefĂ€hrliche Grenze, von der es bis zu einem großen globalen Konflikt nicht mehr weit sei, warnte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, in Moskau. 

Trump empfÀngt Selenskyj diesmal freundlich

Anders als beim vorigen Besuch Selenskyjs im Weißen Haus im Februar, bei dem es zu einem beispiellosen Eklat gekommen war, empfing Trump ihn diesmal freundlich. Er begrĂŒĂŸte ihn vor der TĂŒr des Weißen Hauses, beide gaben sich die Hand und lĂ€chelten gemeinsam in die Kameras. Trump legte kurz seine Hand auf Selenskyjs Schulter und ließ ihn dann zuerst das Weiße Haus betreten. 

Auch im ersten Teil des bilateralen Treffens, bei dem Journalisten Fragen stellen konnten, blieb die GesprĂ€chsatmosphĂ€re harmonisch. BefĂŒrchtungen von europĂ€ischer Seite, Trump könnte Selenskyj wieder Ă€hnlich vorfĂŒhren wie im Februar, erfĂŒllten sich nicht. Damals hatten der US-PrĂ€sident und sein Vize JD Vance den ukrainischen Gast vor laufenden Kameras zurechtgewiesen - Selenskyj verließ Washington dann vorzeitig. 

Trump erhöht vor Treffen den Druck auf Selenskyj

Unmittelbar vor dem Treffen hatte Trump den Druck auf Selenskyj erhöht. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social wandte er sich nicht etwa an Kremlchef Putin als Angreifer, sondern schrieb: «Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj kann den Krieg mit Russland fast sofort beenden, wenn er will, oder er kann weiterkĂ€mpfen.» Zugleich erklĂ€rte der Republikaner auch den erhofften Nato-Beitritt der Ukraine und eine RĂŒckgabe der 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim fĂŒr unrealistisch. 

WĂ€hrend des Treffens versicherte Trump, es werde keine Lösung fĂŒr den Ukraine-Krieg gegen den Willen der Ukraine geben. «Letztendlich ist es eine Entscheidung, die nur PrĂ€sident Selenskyj und das ukrainische Volk treffen können - in Zusammenarbeit mit PrĂ€sident Putin.»

Territoriale Fragen - was wird aus dem Donbass?

Nach dem Alaska-Gipfel zwischen Trump und Putin am vergangenen Freitag hatten sich unbestĂ€tigte Medienberichte gemehrt, dass der US-PrĂ€sident die Möglichkeit fĂŒr ein schnelles Friedensabkommen sehe, wenn die Ukraine Russland den gesamten Donbass ĂŒberlĂ€sst. Inbegriffen seien auch strategisch wichtige Gebiete, die russische StreitkrĂ€fte bisher nicht unter ihre Kontrolle bringen konnten.

Ohnehin sind Gebietsabtretungen, die die Ukraine dann hinnehmen mĂŒsste, zuletzt immer wieder diskutiert worden. Zum Beispiel verlangt Russland, dass die Ukraine auf eine Vielzahl von Gebieten verzichtet, was Selenskyj kategorisch ablehnt. Kurz vor dem Treffen machte er zudem nochmals deutlich, dass die Krim aus seiner Sicht nie hĂ€tte aufgegeben werden dĂŒrfen.

Trump sieht sich in der Rolle des Friedensstifters 

Ziel der in den vergangenen Tagen intensivierten Verhandlungen ist es, ein Ende des russischen Angriffskrieges zu erreichen, den Putin vor fast dreieinhalb Jahren befohlen hatte. Trump sieht sich in der Rolle des Vermittlers und Friedensstifters, verfolgt aber auch eigene - nicht zuletzt wirtschaftliche - Interessen seiner Regierung.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hĂ€lt ein Dreiertreffen von Trump, Putin und Selenskyj fĂŒr entscheidend. «Die Idee eines trilateralen Treffens ist sehr wichtig, denn es ist der einzige Weg, das zu lösen», sagte er. Es brauche einen robusten und langanhaltenden Frieden. Er glaube, dass in der Folge vermutlich auch ein Vierer-Treffen nötig sei - mit Beteiligung Europas.

ZunĂ€chst finden sich heute aber die «Koalition der Willigen» aus Ukraine-UnterstĂŒtzern sowie anschließend die Staats- und Regierungschefs der EU in Videoschalten zusammen. Dann soll ĂŒber die Ergebnisse der GesprĂ€che informiert werden.

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